Pelz: Die Goldmedaille für Grausamkeiten
Von Tanja Wiemann
In der September Ausgabe der US- Vogue teilt uns die Chefredakteurin Anna Wintour mit, dass sie und ihre Mitarbeiter die derzeitige Rezession sehr, sehr ernst nehmen und „bei den Kollektionen den finanziellen Aspekt im Hinterkopf behielten“.
Darauf folgt ein zweiseitiger Artikel über Fendi`s neue Goldpelze – 24 Karat Goldbarren werden durch Druck in winzige Teilchen verwandelt und in Pelzmäntel und Schals eingearbeitet. „Sie können Ihren Wohlstand nach außen tragen und Ihr Finanzberater wird sich freuen, Sie in Gold zu sehen, das Ihrem Konto nicht schadet“, schwärmt der Verfasser. Ein Mantel der Kollektion kostet $100.000.
Dies ist wohl der eindeutigste Beweis, dass Pelz tragende Modeopfer den Kontakt zur Außenwelt verloren haben. Die meisten von uns wissen bereits, dass es nicht möglich ist, einem Tier das Fell auf schöne Weise abzuziehen und kaufen sowieso keinen Pelz – egal zu welchem Preis.
Tiere auf Pelzfarmen weltweit verbringen ihr gesamtes Leben in kleinen, dreckverkrusteten Käfigen, wo ihnen häufig kein Schutz vor Regen oder Hitze zur Verfügung steht. Die sensiblen Füße von Kaninchen werden wund und sind mit Geschwüren übersäht, weil die Tiere die ganze Zeit auf Maschendrahtgittern stehen müssen. Der Gestank von Ammoniak, der von den von Urin durchtränkten Käfigböden aufsteigt, brennt den Tieren in den Augen und in der Lunge. Viele Kaninchen auf Pelzfarmen sterben an Atemwegserkrankungen. Dies wird jedoch lediglich also normale Verlustrate im Geschäftsleben angesehen.
Im Schlachthof werden die Kaninchen elektrisch betäubt und kopfüber an Metallhaken aufgehängt, um ihnen die Kehle durchschneiden zu können. Die Betäubung soll die Tiere eigentlich bewusstlos machen, aber verdeckte Videoaufnahmen zeigen sich windende und panisch zappelnde Kaninchen, die bereits in den Metallhaken befestigt sind.
Füchse auf Pelzfarmen werden durch den verursachten Stress und die Langeweile schier verrückt, so dass sie sich immer wieder gegen die Drahtwände werfen, die sie umgeben. Andere wiederum kauern in einem Käfigeck und sind schier starr vor Angst. Als sich der Journalist Simon Perry als Pelzhändler ausgab, um auf Pelzfarmen in China zu ermitteln (das Land ist mittlerweile Hauptexporteur von Pelz weltweit), sah er eine junge Mutterfüchsin, die den leblosen Körper ihres Jungen beschützte, dessen Pfoten bereits von Fliegen übersäht waren. Die Ermittlungen lies er PETA zukommen.
Um Füchse und andere Tiere zu töten, ohne ihr Fell zu beschädigen, empfehlen Pelzhandelsverbände in Europa, den USA und Kanada, die Tiere per Elektroschock zu töten. Die Tiere krampfen, schütteln sich und schreien vor Schmerz auf, wenn sie schließlich an einem Herzanfall sterben.
Einige Tiere sind noch immer bei Bewusstsein und schnappen nach Luft, wenn ihnen das Fell vom Körper gezogen wird. Ein verdeckter Ermittler, der auf einer chinesischen Pelzfarm arbeitete, konnte einen gehäuteten Marderhund filmen, der wie Müll auf einen Haufen Kadaver geworfen wurde und gerade noch stark genug war, um seinen blutigen Kopf zu heben und in die Kamera zu starren.
Jeder, der noch immer denkt, Pelz sei “schick”, sollte sich die Videoaufnahmen unter
www.pelzinfo.de ansehen. Die Bilder sind traurig, schockierend und zeigen einige der schlimmsten Tierquälereien, die man sich nur vorstellen kann. Die meisten Menschen zeigen Mitgefühl, nachdem Sie die Aufnahmen gesehen haben und lehnen zukünftig jeden Pelz ab, einschließlich jedes Pelzbesatzes.
Für all diejenigen, die sich nicht so entschieden haben…nun ja, ich habe gelesen, dass Goldpelz in dieser Saison “in” ist – es ist der perfekte Look für Menschen, die mehr Geld auf dem Konto als Moral im Herzen haben.