Stand: 12. August 2010
Oberpfalz / Gerlingen, 12. August 2010 – Die Regierung der Oberpfalz gab jetzt bekannt, die geplante Durchführung von medizinischen Übungen an lebenden Tieren durch die im oberpfälzischen Grafenwöhr stationierte US-Armee zu verbieten. Die US-Armee hatte geplant, lebenden Schweinen mit Skalpellen Stich- und Schnittverletzungen zuzufügen, die dann von Soldaten zu Übungszwecken behandelt werden sollten. Es handelt sich bereits um den zweiten gescheiterten Antrag der US-Armee; der erste Antrag musste im Mai 2010 aufgrund heftiger Proteste der Öffentlichkeit und von Tierschutzorganisationen zurückgezogen werden. Der aktuelle Ablehnungsbescheid (datiert 26.7.2010) mit detaillierter juristischer und wissenschaftlicher Begründung wird aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht. Im Gespräch mit Tierärztin Christine Esch von PETA Deutschland e. V. (People for the Ethical Treatment of Animals) begründete Regierungssprecher Joseph Karl die Ablehnung des Antrags jedoch folgendermaßen: „Der Antrag wurde abgelehnt, weil die Voraussetzungen, die das deutsche Tierschutzgesetz verlangt, nicht erfüllt werden. Es sind bei den Versuchen keine Erkenntnisse zu erwarten, die nicht schon vorhanden oder auf anderem Wege zu erlangen wären.“ PETA begrüßt die tierfreundliche Entscheidung der Bezirksregierung. Die Organisation hatte der oberpfälzischen Regierung im Vorfeld detaillierte Informationen und Vorschläge für tierversuchsfreie Alternativen geschickt. PETA führt die Ablehnung der Tierversuche auch auf die zahlreichen Proteste der vielen Menschen zurück, die an Online-Aktionsaufrufen teilgenommen haben. Jetzt hoffen die Tierschützer drauf, dass die US-Armee nicht noch einen dritten Antrag in abgemilderter Form einreichen wird.