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PETA enttäuscht über Abstimmung bezüglich Tierversuchen im Europaparlament

Organisation befürchtet steigende Zahlen von Versuchstieren und zunehmend grausame Experimente

Stand: 6. Mai 2009

Kontakt: Dr. Tanja Breining, Mobil: 0173/657-5668

Gerlingen - Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. zeigt sich enttäuscht über die Ergebnisse der gestrigen Abstimmung im Europaparlament zur neuen Richtlinie zum Schutz von Tieren, die zu wissenschaftlichen Zwecken genutzt werden. Die richtungsweisenden, fortschrittlichen Vorschläge der EU-Kommission hin zu einer tierversuchsfreien Forschung wurden von der Mehrheit der Abgeordneten boykottiert, die im Sinne der großen Industriekonzerne stimmten und den Tierschutz- und Wissenschaftsgedanken zurück in die Steinzeit warfen.

„Bezüglich der Tierversuche wird es in Deutschland und den meisten Ländern Europas weiterhin ständig bergab gehen“, so Dr. Tanja Breining von PETA Deutschland e.V. „Wir gehen von steigenden Versuchszahlen, schmerzhafteren Versuchen und weniger Kontrollen aus. Das ist ein katastrophaler Rückschritt.“

Zwar begrüßt PETA einige positive Aspekte, die das Europaparlament in seiner Abstimmung über die Richtlinie zum Schutz von Tieren, die zu wissenschaftlichen Zwecken genutzt werden, aufgegriffen hat, jedoch ist die Organisation zutiefst enttäuscht darüber, dass die Mitglieder des Europaparlaments (MEPs) eine einzigartige Gelegenheit zur ordentlichen Regulierung von Tierversuchen innerhalb der EU nicht genutzt haben. Das Parlament stimmt nicht mit der breiten Öffentlichkeit darin überein, den Tierschutz und eine verantwortungsvolle Wissenschaft voranzutreiben. Es stimmte dem ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission nicht zu, der besagte, dass alle Tierversuche im Voraus durch zentrale Behörden genehmigt werden müssen, indem es bestimmte Verbote zur Verwendung nicht-menschlicher Primaten ablehnte und indem es sich von einem Komplettverbot von schwerwiegendem und lang anhaltendem Leid der Tiere abwandte.

„Alle die so hart für diese abgeschwächte Kompromissversion des Vorschlags gekämpft haben, sollten sich schämen. Wir erwarten von der deutschen Regierung nun, dass sie sich ihren ethischen und wissenschaftlichen Verpflichtungen stellt und bei der Diskussion des Vorschlags im Ministerrat alle Aspekte ablehnt, die derzeitige deutsche Standards untergraben. Besorgte deutsche Bürger erwarten genau das“, so Dr. Breining vor dem Hintergrund, dass der Tierschutz als Staatsschutzziel in die deutsche Verfassung aufgenommen worden sei (Art. 20a GG).

PETA-Mitarbeiter hatten persönliche Gespräche mit deutschen Abgeordneten geführt und vor der SPD Zentrale gegen die Abschwächungs-Vorschläge von dem EU-Abgeordneten Heinz Kindermann demonstriert. Die Organisation wird sich nun beim EU-Ministerrat dafür einsetzen, dass die dort erarbeiteten Vorschläge für die zweite Lesung im Parlament tierfreundlicher und wissenschaftlicher ausgearbeitet werden.

Weitere Informationen finden Sie auf www.stoptierversuche.de
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