PETA kritisiert Exoten-Messe in Bochum-Werne
Reptilien und Amphibien leiden in Privathaltung
Stand: 1. September 2010
Bochum-Werne / Gerlingen, 1. September 2010 – Bald ist es wieder so weit: Ab dem 3. September beginnt die Exoten-Börse „Terrarianer Bochum“ und die Messehallen werden mit winzigen Boxen voller exotischer Tiere gefüllt. Doch das wahre Schicksal eines für Zoohandel oder Tierbörsen gefangenen oder gezüchteten Reptils ist weithin unbekannt. Viele exotische Tiere kommen als Wildfang oder aus Massenzuchtanlagen zu Hunderttausenden zu uns, nur um in einem Terrarium eingesperrt den Rest ihres Lebens in Gefangenschaft verbringen zu müssen. Die Wildfänge erreichen die hiesigen Händler oft in einem katastrophalen Zustand: Krankheiten, Verletzungen sowie Nahrungsverweigerung lassen über 90% der Tiere noch im ersten Jahr sterben. Wieder andere Tiere stammen aus Nachzuchten aus dem In- und Ausland – doch auch hier kann man nicht von domestizierten Haustieren sprechen, es handelt sich weiterhin um Wildtiere, die nicht der Haltung durch den Menschen angepasst sind. Was hinter den Kulissen der Zuchtindustrie passiert, konnte gerade erst eine monatelange Undercover-Recherche von PETA USA beim Großhändler U.S. Global Exotics (www.peta.de/usge) beweisen. Zehntausende Tiere, die unter anderem nach Deutschland verkauft wurden, litten in überfüllten und dreckigen Behältern, teils ohne Nahrung oder Wasser.
Auf Messen wie der „Terrarianer Bochum“ können die empfindlichen Tiere teils angefasst und begutachtet werden. Aufgrund der vorbeiziehenden Menschenströme sind viele Tiere enorm gestresst, haben jedoch keine Möglichkeit, sich zu verstecken und Schutz zu suchen. Viele Tiere zeigen Verhaltensauffälligkeiten. Anlässlich der „Terranianer Bochum“ appelliert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. jetzt an alle Menschen, keine exotischen Tiere zu kaufen und keine Exoten-Messen zu besuchen. PETA fordert von der Bundesregierung ein Heimtierschutzgesetz, das die Haltung exotischer Wildtiere im Privathaushalt verbieten soll.
„Gerade auf Messen werden die Tiere an jeden verkauft, der Interesse zeigt“, so Kampagnenleiterin Nadja Kutscher von PETA. „Es gibt keine Kontrollen, ob der Käufer das nötige Wissen um die Bedürfnisse der Tiere besitzt.“ Doch die Haltung von hochsensiblen exotischen Tieren setzt ein hohes Fachwissen voraus und überschreitet schnell das Budget der Tierhalter. Unkenntnis über die unterschiedlichen Anforderungen an Licht, Feuchtigkeit, Wärme, Belüftung, Substrat und vielem mehr führt vielfach zu Krankheit, Siechtum und sogar zum Tod. „Auf Exoten-Messen ist alles erhältlich, vom Tigerpython bis hin zum Pfeilgiftfrosch oder sogar dem Kaiman. Oftmals wird so nur eine „Sammelleidenschaft“ gestillt – das Individuum Tier gerät in Vergessenheit,“ kritisiert Kutscher. Weitere Informationen finden Sie auf
www.peta.de/exoten.
Interviewkontakt: Nadja Kutscher, Tel. 07156 / 17828-25, NadjaK@peta.de
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