PETA: Neue Elefantenanlage in Erfurt kein Ausgleich für den Wildfang von Baby-Elefanten
Erfurter Elefanten 15 Jahre lang in katastrophaler Haltung
Stand: 21. Juni 2011
Erfurt / Gerlingen, 21. Juni 2011 – Der Zoopark Erfurt will seinen Elefanten ab 2014 ein neues Gehege bieten, da die alte Anlage nach EU-Richtlinien für Elefanten ungenügend ist. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. hat den Zoo bereits 1999 für die unakzeptable Haltung und den Import der Elefanten scharf kritisiert und rechnet vor, dass die Elefanten in Erfurt bis 2014 dann insgesamt 15 Jahre unter katastrophalen Bedingungen leben mussten. Die Elefanten Czami und Seronga sind 1998 im Zoo-Auftrag als Babys im botsuanischen Tuli-Reservat aus einer freien Elefantenherde eingefangen und in einer grausamen Prozedur für den Zoo-Betrieb gefügig gemacht worden. Auch die neue Anlage bietet den Elefanten nicht mal ansatzweise das Leben, was ihnen in freier Natur zugestanden hätte. Da Elefanten in zoologischen Einrichtungen überhaupt nicht artgerecht gehalten werden können, fordert PETA ein Zucht- und Importverbot für Elefanten.
„Ohne den Druck neuer Richtlinien würden die Erfurter Zoo-Verantwortlichen ihren Tieren keinen Zentimeter mehr Platz zugestehen. Was zählt, sind die Besucherzahlen, die Bedürfnisse der Tiere bleiben auf der Strecke. Wildfänge und Nachzuchten trotz viel zu kleiner Gehege, das sind die Markenzeichen des Zooparks Erfurt“, so PETAs Zoo-Experte Bernd Hoffmann.
1998 sorgte die Tuli-Affäre für Aufregung, als der Erfurter Zoo zwei Elefanten-Babys aus dem botsuanischen Tuli-Reservat unter Einsatz von Hubschraubern von ihren Familien wegfing und zur Zähmung nach Südafrika bringen ließ. Von den ursprünglich 30 gefangenen Elefanten-Babys und Jungelefanten wurden nach internationalen Protesten 23 Tiere wieder in die freie Wildbahn zurückgebracht, die Zoos Erfurt und Dresden erstritten sich aber die Überführung der 7 Elefanten-Babys nach Deutschland. Der südafrikanische Tierhändler Ricardo Ghiazza, der eben diese Elefanten auf grausamste Art und Weise für ein Leben in Gefangenschaft gefügig gemacht hat, wurde Jahre später in Südafrika u.a. für diese Straftaten rechtskräftig verurteilt. Er ist mittlerweile verstorben.
Interviewkontakt: Bernd Hoffmann, BerndH@peta.de, Tel. 07156 / 17828-18
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