PETA schickt Nikolaus-Geschenk an Landwirtschaftsministerin Aigner
Tausende Mitbürger wünschen sich die Schließung deutscher Pelzfarmen
Stand: 7. Dezember 2009
Berlin / Gerlingen, 7. Dezember 2009 – Dieses Jahr erwartete Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ein besonders großes Nikolaus-Geschenk. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. hat tausende von Protestkarten gesammelt, in denen sich mitfühlende Menschen offen gegen Pelz aussprechen und die Schließung der letzten deutschen Pelzfarmen fordern. In England, der Schweiz und den Niederlanden besteht bereits ein Pelztierhaltungsverbot. Erst vergangene Woche ist Frau Aigner zum Entsetzen der Tierschützer beim Bundespresseball mit Pelz-Bolero aufgetreten.
„Frau Aigner, holen Sie die Tiere endlich aus der Hölle!“ fordert Kampagnenleiterin Tanja Wiemann von PETA Deutschland e. V. Zigtausende Nerze und Füchse werden in Deutschland auf Pelzfarmen unter den grausamsten Bedingungen gehalten. Hinzu kommen hunderte von Chinchilla-Hobby-Zuchtanlagen, in denen die Haltungsbedingungen ähnlich unzureichend sind. All diese Tiere müssen ihr kurzes Leben lang unter Beengtheit, strukturlosen Käfigen und qualvollem Stress leiden, bis sie schließlich auf grausame Weise getötet werden. Eine Studie der Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“ hat vor kurzem ergeben, dass über 84 Prozent der Deutschen Bedenken haben, Pelz zu tragen und auch keinen Pelz am Partner dulden. Schon 2006 hat die schwarz-rote Bundesregierung eine verbesserte Pelztierhaltungsverordnung verabschiedet. Diese hat das Ziel, die Haltungsbedingungen der Tiere auf Pelzfarmen ihren natürlichen Bedürfnissen anzupassen. Durch den Umbau zu deutlich größeren Käfigen, Beschäftigungsmaterialien und Schwimmbecken in den Käfigen, ist der Pelzhandel in Deutschland auf lange Sicht nicht mehr rentabel. PETA kritisiert jedoch die sehr lange Übergangsfrist. Landwirtschaftsministerin Aigner ist dazu aufgefordert, über ein generelles Pelztierhaltungsverbot in Deutschland nachzudenken und die Übergangsfristen der bestehenden Pelztierhaltungsverordnung deutlich zu verkürzen. „Als ersten Schritt erwarten wir von Frau Aigner, selbst keinen Pelz mehr zu tragen und somit nicht weiter ein solches Tierqualprodukt zu promoten!“, so Wiemann.