PETA zur Lederwarenmesse: Ein Produkt mit verheerender Umweltbilanz
Stand: 21. September 2011
Offenbach / Gerlingen, 21. September 2011 – Anlässlich der am Samstag beginnenden „Internationalen Lederwaren Messe – Summer Styles“ in Offenbach weist die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. auf den schädlichen Umwelteinfluss durch Lederprodukte hin. Bei der Verarbeitung der Tierhaut zu Leder kommen diverse giftige und gesundheitsschädigende Chemikalien zum Einsatz, insbesondere in Ländern mit schwachen Umweltgesetzen wie beispielsweise China, das mittlerweile ein Hauptexporteur von Lederprodukten nach Europa ist. Es werden große Mengen an Wasser für die Aufzucht der Tiere und zum Anbau der Futtermittel verbraucht. Die Abwässer der Gerbereien und der Intensivtierhaltungs-Anlagen tragen wesentlich zur Wasserverschmutzung bei. Die „Produktion“ von tierischen Produkten verschlingt riesige Mengen an fossilem Brennstoff, die CO2-Bilanz ist verheerend. Im Gegensatz dazu trägt Kunststoffbekleidung nur zu einem Bruchteil des Erdölverbrauchs bei. PETA spricht sich dafür aus, die Lederwaren in das Offenbacher Ledermuseum zu verbannen und stattdessen im kommenden Jahr eine internationale Kunstledermesse in der Stadt durchzuführen.
„Wir wollen den Mythos vom angeblichen ‚Naturprodukt‘ Leder entkräften“, erklärt Peter Höffken, Kampagnenleiter bei PETA. „Zudem handelt es sich bei Leder um die Haut eines fühlenden, leidenden und oft grausam getöteten Tieres. Leder ist kein Abfallprodukt der Fleischproduktion, sondern trägt deutlich dazu bei, die qualvollen Haltungs- und Tötungsbedingungen von Tieren überhaupt erst profitabel zu machen.“, so Höffken weiter.
Über 80 Prozent der weltweiten Lederprodukte werden mit Chrom und anderen Chemikalien gegerbt, wie Mineralsalze, Formaldehyd, Kohle-Teer-Wasserstoff-Derivate und verschiedene Öle, Farben und Polituren, von denen einige auf Zyanid basieren. Die Abwässer von Gerbereien enthalten jede Menge Schadstoffe, wie Salze, Kalkschlamm, Sulfide und Säuren. Das Gerben stabilisiert die Kollagen- und Proteinfasern in den Häuten, so dass diese sich nicht mehr biologisch zersetzen: „Damit das Leder dem Träger nicht vom Körper weg verrottet“, resümiert Höffken.
Weitere Informationen zu Leder und Tipps zu tierfreundlicher Bekleidung finden Sie in PETAs Shopping-Guide auf
www.peta.de/lederinfo.
Interviewkontakt: Peter Höffken, 07156 / 1782818, PeterH@peta.de