
QS ist nichts anderes als ein Lug- und Trug-System der Fleischwirtschaft, dessen ehemaliger Hauptgesellschafter, die CMA, Anfang diesen Jahres als verfassungswidrig abgewickelt werden musste. Das dokumentiert eine Reportage des NDR, die am 9.12.2009 ausgestrahlt worden ist:
Sehen Sie hier den NDR-Beitrag vom 9.12. 2009 auf YouTube.
Hauptgesellschafter sind u.a. der Deutsche Bauernverband und der Deutsche Raiffeisenverband, deren Verantwortliche Ewiggestrige sind, die von tierschutzrechtlichen Verbesserungen nichts wissen wollen.
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Der langjährige QS-Kuratoriumsvorsitzende ist Professor an der Universität Göttingen und verteidigt das verbrauchertäuschende QS-System mit Verve.
Das QS-System soll blenden, täuschen, ein per se tierquälerisches Produkt, nämlich Fleisch aus der konventionellen Tierproduktion, schönreden – es ist nichts anderes als Blendwerk.
Die PETA-Undercover-Enthüllung von 2007 sollte gerichtlich verboten werden, seit knapp drei Jahren kämpft QS vor den Gerichten darum – bislang erfolglos.
Für QS - bislang überwiegend erfolglos - kämpft mit den gleichen Methoden der Unterstellungen, der Täuschungen, der Blendungen die Kanzlei Graf von Westphalen/Hamburg. Dort ist es speziell Dr. Walter Scheuerl, der sich für QS, für Produzenten der konventionellen Tierproduktion, für Zirkusunternehmen, darunter wg. Tierquälerei oder Körperverletzung vorbestrafte Verantwortliche, für Pelztierzüchter (Tierquälerei per se) und andere Tierausbeutungsfirmen ins Zeug legt - fast immer gegen Tierschützer.
Wegen Verdachts des Prozeßbetruges ist mittlerweile ein Verfahren gegen Scheuerl bei der Staatsanwaltschaft Hamburg anhängig, Az.: 3400 Js 473/09. Nach einer ersten Einstellung des Verfahrens befindet es sich derzeit in der Beschwerde.
Welcher Geist hinter solchen Leuten steckt, kann man diesem aktuellen Panorama-Beitrag entnehmen.
Bei einem Betrieb im Landkreis Paderborn endete bereits das Verfahren: Einem Schweinemäster, gleichzeitig ausgebildeter Tierarzt, wurde das QS-Siegel entzogen. Bilder und Video, an deren Authentizität entgegen der Schutzbehauptungen von QS keine Zweifel bestehen, zeigten, dass in dem Stall entsetzliche hygienische Zustände herrschten. Die durch das filmische Material dokumentierte Tierhaltung war eine einzige Katastrophe – tote Tiere wurden scheinbar nicht aus der Mastanlage entfernt, auf den Aufnahmen ist verschimmeltes Brot zu sehen.
Der Mäster musste eine Geldbuße von 5000 Euro bezahlen.
Aber auch bei vermeintlich vorbildlichen QS-zertifizierten Mästern, bei so genannten QS-Bündlern, sah es 2007 nach dem vorliegenden Material nicht besser aus, wie z.B. in einem Putenstall bei Cloppenburg. Mehrere tausend Tiere müssen dicht gedrängt auf ihrem eigenen Kot stehen. Tote Puten sind keine Seltenheit. Die vorfindbaren Arzneiabgabebücher deuten auf einen massenhaften Einsatz von Antibiotika hin.
Ein Jahr nach diesen Recherchen wird im Sommer 2008 überwiegend in denselben QS-Betrieben wie vor einem Jahr nachgeprüft, ob sich die Tierhaltung in diesen QS-Mastbetrieben gebessert hat. Auch diese PETA Deutschland vorliegenden Undercover-Aufnahmen haben wir sorgfältig überprüft und kommen zu dem Schluss, dass es sich um zum Zeitpunkt der Aufnahmen QS-lizensierte Betriebe der konventionellen Landwirtschaft handelt. Auch bezüglich dieser Aufnahmen haben wir mit äußerster Sorgfalt überprüft, ob die Aufnahmen von den angegebenen Betrieben stammen. Wir hegen hieran nach Anlegung strenger Maßstäbe keinerlei Zweifel
Die moderne und interaktive Website der QS GmbH verspricht auch im Jahr 2008 „QS – gut für den Verbraucher. Gut für die Wirtschaft“ und „Vertrauen ist gut. QS ist besser”.
Schöne Worte, doch wie die Tiere gehalten werden, erfährt der Leser nicht mehr. Letztes Jahr konnte man der Website noch entnehmen, wie QS angeblich zum Thema Tierschutz steht:
„Tierschutz ist für QS eine Selbstverständlichkeit. Als verbraucherorientiertes Unternehmen hat das QS-System Kriterien entwickelt, die den Vorstellungen der Verbraucher möglichst nahe kommen. Dazu gehören unter anderem die Anforderungen an eine gesunde Fütterung der Tiere, an eine möglichst tiergerechte Haltung sowie den schonenden Transport“.
Auf der aktuellen Website können wir diesen Hinweis nicht mehr finden. Ist Tierschutz für QS jetzt auf einmal keine Selbstverständlichkeit mehr?
Doch wem nützt das Siegel dann?
Das QS-Prüfzeichen ist ein Siegel überwiegend für die Fleisch- und Tierhaltungsbranche und versucht dieses in ein besseres Licht zu rücken. Dem Verbraucher nützt es überhaupt nichts.
Das zeigt auch die Auswertung des aktuellen Bildmaterials, welches nach unserer Überzeugung aus diversen QS-Betrieben, z.B. aus dem Betrieb des QS-Bündlers bei Cloppenburg, stammt. Es handelt sich bei diesem QS-Bündler um den Betreiber eines Putenstalls, der bereits 2007 Gegenstand der Ponorama Berichterstattung und von Peta-Recherchen war. Zudem wurde der Mäster wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt. Das Strafermittlungsverfahren läuft noch, nunmehr schon seit fast 2 Jahren, er ist immer noch QS-lizensiert.
Das vorliegende Videomaterial, welches, auch wenn dies QS erneut mit fadenscheinigen Argumenten in Abrede stellen sollte, nach unser Überzeugung aus den uns genannten QS-lizensierten Betrieben stammt, spricht Bände. Die Tierhaltung ist ein Drama, zusammengepfercht stehen die Puten in einem völlig verdreckten Stall. Verletzungen und Verkrüppelungen sind offensichtlich an der Tagesordnung.
In der QS- Philosophie wird das Tier auf eine Ware reduziert und nicht als leidensfähiges Mitgeschöpf angesehen. QS liefert der Fleischbranche mit seinem wertlosen Prüfsiegel die Legitimationsbasis, auf der mit dem „Tier als Ware“ in der konventionellen Intensivtierhaltung möglichst viel Geld verdient werden kann, und dies auf Kosten der Tiere.
Betrachtet man den Zustand der Tiere, muss man zu der Überzeugung gelangen, dass eine angemessene tierärztliche Betreuung Fehlanzeige ist. Eine tierärztliche Betreuung gibt es anscheinend vor allem in Form von Antibiotika, wie ein Blick in den Mülleimer belegt. Mehrere leere Verpackungen des bekannten Antibiotikums „Aviapen“ sind zu sehen. Das Medikament soll an kranke Tiere verabreicht werden, doch ein Krankenbuch ist offenbar nicht vorhanden.
Vor dem Hintergrund dieser Bilder muss man sich fragen, ob vielleicht sogar der gesamte Putenbestand, wie in der konventionellen Intensivtierhaltung nicht unüblich, über das Trinkwasser mit Antibiotika vollgestopft wird. Wundern würde es einen nicht.
Auch in den weiteren QS-zertifizierten Betrieben sehen die Bilder aus dem aktuellen Recherchematerial ähnlich aus.
In Ralbitz in Sachsen steht eine QS-Schweinemastanlage der ganz besonderen Art. Für die Tiere ist unter anderem der Tierarzt Dr. Roland Fechter verantwortlich. Dr. Fechter sorgte in den neunziger Jahren für einen der größten Schweinemastskandale in Deutschland. Massenhaft hatte er Medikamente, vor allem Antibiotika-Präparate, umdeklariert und illegal an Mäster in Deutschland und Österreich verkauft. Mehrere Jahre musste er dafür ins Gefängnis, doch von Reue anscheinend keine Spur. Der Schweinestall ist völlig verdreckt, die geschundenen Kreaturen sehen noch nicht einmal das Tageslicht. Hinten im Stall sieht es noch schlimmer aus. Tiere mit offenen Wunden werden offensichtlich nicht tierärztlich behandelt. Im Januar 2008 berichtete ARD Report München über diese Ekelmast.
Auf eine Strafanzeige von PETA Deutschland e.V. hin ermittelt die Staatsanwaltschaft Görlitz gegen Dr. Fechter und den Betrieb, Az. 430 Js 1929/08 Staatsanwaltschaft Görlitz, Zwgst. Zittau.
Nur wenige Monate später gewährte Dr. Fechter offiziell einem Kamerateam Zugang zu seiner Schweinezucht bei Görlitz. Eine Auswertung des Filmmaterials zeigt schlimme Zustände: Hier werden Schweine als Gebärmaschinen benutzt, oder besser gesagt missbraucht. In diesen „Stallgefängnissen“ können sich die Tiere noch nicht einmal umdrehen. Die Ferkel werden nach wenigen Wochen kastriert, dies geschieht betäubungslos. Ein qualvoller und schmerzhafter Einschnitt, vom Gesetz her in den ersten 7 Lebenstagen erlaubt. Tierschutzgerechte Haltung sieht nach unserer Auffassung jedoch anders aus. Auch die Schwänze und Zähne der kleinen Ferkel werden ebenfalls betäubungslos amputiert, sie stören bei der Mast. Auch wenn dies gesetzlich erlaubt ist, mit Tierschutz hat dies nach unserer Auffassung nicht einmal annähernd etwas zu tun.
Das betäubungslose Schnibbeln ist in der konventionellen Tierwirtschaft verbreitet und somit auch mit einiger Sicherheit auch bei QS keine Seltenheit. So gut wie alle Schweinemäster praktizieren es bzw. verwenden betäubungslos kastrierte Ferkel. Im Internet hat QS zwar ein Positionspapier zur Ferkelkastration veröffentlicht, doch auch unsere Experten sind zu dem Schluss gelangt, des es hier lediglich um Schönfärberei geht, nämlich um schwammige Worte, die letztlich nichtssagend sind.. Wer erklärt, etwas „überprüfen“ oder auf etwas „hinweisen“ zu wollen, scheint in erster Linie sein Nichtstun zu kaschieren.
In der Prignitzer Landschwein GmbH in Neudorf bei Pritzwalk werden 1500 Zuchtsauen und 6000 Mastschweine gehalten. Die Firma Geestferkel aus dem niedersächsischen Wildeshausen hält nach unseren Recherchen 1/3 der Gesellschafteranteile der GmbH. Geestferkel stand vor einiger Zeit im Visier der Behörden, als Tierrechtler Undercover-Aufnahmen in einer betriebszugehörigen Schweinemast gemacht und Strafanzeige erstattet hatten. Geestferkel beliefert u.a. auch EDEKA (Stand 2007).
Hastig werden auch hier die verängstigten Ferkel kastriert. Das Schreien der Tiere lässt ahnen, wie schmerzhaft es sein muss –Schmerzen, die in der industriellen Tierproduktion und damit in QS-lizensierten Betrieben als tiergerecht angesehen werden.
Unsere Forderungen an QS
Wir fordern QS auf, die vollmundigen Versprechungen einzuhalten, dazu zählen:
- die artgerechte Haltung der Tiere,
- keinen prophylaktischen Antibiotikaeinsatz, vor allem nicht bei gesunden Tieren,
- keine Amputationen von Zähnen und Schwänzen
- keine betäubungslosen Ferkelkastraktionen
- und die Einführung eines unabhängigen Tierschutz-Kontrolleurs und - Gutachters.
Auch Sie als Verbraucher können handeln: Achten Sie auf das blaue QS-Zeichen und geben Sie Tierquälerei keine Chance.