„Rassenwahn“ in Bremen / PETA spricht sich gegen internationale Hundeschau aus
Stand: 28. Juli 2010
Bremen / Gerlingen, 28. Juli 2010 – Anlässlich der Rassehunde-Ausstellung des VDH-Landesverbandes Weser-Ems am 31. Juli und 1. August in Bremen veröffentlicht die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. (Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren) jetzt ein kontroverses Plakatmotiv. Das Bild zeigt einen Rassehund, bei dem mit einem kleinen schwarzen Kamm ein Schnurbart angedeutet wird. Der Slogan dazu lautet „Rassenwahn? Falsch bei Menschen. Falsch bei Hunden.“ PETA will mit dem Motiv darauf aufmerksam machen, dass die Zuchtlobby den „perfekten Hund“ erschaffen möchte und ständig für Nachschub sorgt, obwohl tausende Vierbeiner in deutschen Tierheimen sitzen.
„Hunden ist es egal, was in ihrem Ausweis steht oder wer ihre Vorfahren sind“, so Kampagnenleiterin Nadja Kutscher von PETA. „Jeder Hund verdient ein schönes Leben! Nur weil manche Hunde ein bestimmtes „Schönheitsideal“ von Züchtern nicht erfüllen, warten sie im Tierheim oft vergeblich auf ein gutes Zuhause.“ Jährlich landen über 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen. Die Zucht ist schon allein aus diesem Grund – egal in welchem Umfang – verantwortungslos und überflüssig. Wie es häufig hinter den Kulissen der Zuchtindustrie aussieht, konnte PETA immer wieder aufzeigen. Zwei spektakuläre Fälle finden Sie unter www.peta.de/biggi und www.peta.de/erfurthunde. Hündinnen werden oftmals als „Zuchtmaschinen“ ausgebeutet, viele Hunde in der Zuchtindustrie müssen ihr trauriges Dasein in Einzelhaft im Zwinger verbringen. Immer wieder ist innerhalb dieser Thematik die Rede davon, wie wichtig es sei, einen „guten Züchter“ zu finden: Doch auch Züchter, die ihre Hunde in das Familienleben integrieren und gut versorgen, handeln nicht verantwortungsbewusst und dem Tierschutz entsprechend. Tausende Tiere werden Jahr für Jahr in deutschen Tierheimen abgegeben, unzählige ausgesetzt oder sogar grausam getötet. „Angesichts dieser Situation brauchen wir nicht mehr, sondern weniger Hunde“, fordert Nadja Kutscher, Kampagnenleiterin bei PETA. Hinzu kommt, dass zahlreiche „Rassen“ unter angezüchteten Gesundheitsproblemen leiden. So ist für den Schäferhund die Hüftdysplasie ein großes Problem, Dogge und Dobermann leiden oftmals unter Herzerkrankungen und Labrador und Golden Retriever erkranken häufig an Arthritis. PETA bittet jeden wahren Tierfreund, nicht nur das Äußere eines Hundes zu sehen, sondern seinen Charakter. Wer die Möglichkeit hat und bereit ist, einen tierischen Begleiter bei sich aufzunehmen, sollte das örtliche Tierheim besuchen.
Interviewkontakt: Nadja Kutscher, NadjaK@peta.de, Tel. 07156 / 17828-25
Druckfähiges Motiv:
http://www.peta.de/web/home.cfml?viewfile=1&fn=85989AEB46F9&mod=get