„Rettet Mausi!“
PETA fordert Oberbürgermeister Schmotz und Veterinäramt auf, schwer kranken Elefanten aus dem Circus Voyage zu retten
Stand: 2. November 2011
Stendal / Gerlingen, 2. November 2011 – Circus Voyage gastiert von Freitag an in Stendal. Noch immer mit dabei: die schwer kranke Elefantendame Mausi. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. forderte Oberbürgermeister Klaus Schmotz sowie das zuständige Veterinäramt heute schriftlich auf, die existierenden Richtlinien zum Schutz der Tiere im Zirkus durchzusetzen und Mausi endlich aus dem Zirkusbetrieb zu nehmen. Aufgrund ihrer schweren Arthrose kann Mausi nur noch humpeln und vor Schmerzen kaum mehr gehen oder gerade stehen. Besonders schlimm sind die Transporte, bei denen jede Kurve und jedes Abbremsen eine zusätzliche Qual für Mausi darstellen. Für Mausi stünde relativ kurzfristig ein tiergerechteres Refugium bereit, wenn die Behörden nun endlich handeln würden.
„Jeder Besucher sieht sofort, dass Mausi vor Schmerzen kaum gehen kann. Ihr Zustand ist in letzter Zeit sogar schlimmer geworden. Normalerweise würden die Behörden sofort ein Transportverbot verhängen. Weil Circus Voyage immer nur ein paar Tage an einem Ort ist, will sich bislang kein örtliches Veterinäramt die aufwendige Arbeit machen und Mausi helfen, obwohl es seine Pflicht wäre. Die angebliche Gruppenzugehörigkeit von Mausi ist ein vorgeschobenes Argument, um nichts tun zu müssen“, sagt Peter Höffken, Kampagnenleiter bei PETA.
Laut einem Gutachten der weltweit bekannten Elefantenexpertin Dr. Marion Garaï leidet Mausi zudem an einem sozial niedrigen Status in der Herde und sei, besonders seit dem frühen Tod ihrer Partnerin Anja, sozial verarmt. Damit sind auch diverse Aussagen, dass Mausi aus sozialen Gründen in der Gruppe bleiben müsse, widerlegt. „Mausi sollte so schnell wie möglich aus der jetzigen Zirkussituation genommen werden“, so Dr. Garaï in ihrem Gutachten. Jeder Transport mit dem unvermeidlichen Anfahren und Abbremsen sowie jede Kurve seien für Mausi eine schmerzhafte Belastung. Auf der Webseite www.peta.de/rettetmausi können sich alle Elefantenfreunde an einer Petition beteiligen und ein Video ansehen, auf dem Mausis qualvoller Zustand deutlich zu erkennen ist. Mausi wurde als Baby im heutigen Zimbabwe in der Savanne eingefangen und für den Zirkusbetrieb nach Europa exportiert. Sie nickt ständig als Ausdruck ihres psychischen Leidens stereotyp mit dem Kopf hin und her, ist kleinwüchsig und hat teilweise abgefrorene Ohrlappen. „Seit Ende 2008 darf Mausi nicht mehr in der Manege vorgeführt werden. Sie erleidet als chronisch krankes Tier fortdauernde Schmerzen und Leiden aufgrund ihrer Mitführung im Reisebetrieb“, ergänzt Tobias Dornbusch, Diplom-Biologe und Elefantenexperte beim Elefanten-Schutz Europa e. V. (ESE). Im Circus Voyage ist 2008 schon Elefantin Anja mit nur 32 Jahren gestorben, auch sie litt unter Arthrose. PETA setzt sich für ein generelles Wildtierverbot für Zirkusse ein.
Sogar die Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus; ebenso die Mehrheit der Bevölkerung in der BRD. Nach einer repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 hat der Bundesrat in einem Entschließungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließung bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 13 europäischen Ländern, die bereits Verbote oder drastische Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Immer mehr Prominente sprechen sich für ein Verbot aus, darunter auch Schauspielerin Cosma Shiva Hagen, Bill und Tom von Tokio Hotel und Comedian Hella von Sinnen.
Interviewkontakt:
Peter Höffken, 07156 / 17828-18, PeterH@peta.de
Weitere Informationen:
www.zirkus.peta.de
Prominente engagieren sich für ein Wildtierverbot im Zirkus:
http://www.peta.de/web/home.cfm?p=54
Druckfähige Fotos von Tieren im Zirkus:
http://www.fotos.peta.de/categories.php?cat_id=33