Riesen-Tintenfisch verendet langsam und qualvoll im Fischernetz - wie Millionen Fische täglich.
Al Gore hat den riesigen Tintenfisch während seines Auftritts an der Academy Awards nicht erwähnt, aber er hätte es durchaus tun können. Experten sagen, dass dieses riesige Tier, das vor wenigen Tagen von Fischern in Neuseeland gefangen wurde, vermutlich nicht die einzige Kuriosität bleiben wird, denn aufgrund steigender Temperaturen werden Tintenfische und Kraken zunehmend größer.
Die von den Journalisten interviewten Experten scheinen sich beinahe darüber zu freuen. Einige meinten, zumindest ein positiver Nebeneffekt der Klimaerwärmung sei, dass wir bald fleischreiche Calamari –Ringe, „so groß wie Traktorreifen“, genießen könnten.
Über diese Witze konnte ich wirklich nicht lachen. Abgesehen von meiner ernsten Besorgnis bezüglich der Klimaerwärmung, finde ich es nicht komisch wenn ein Tier zwei Stunden lang (zwei Stunden!) um sein Leben kämpft, bevor es schließlich erschöpft aufgibt und qualvoll verendet.
Der Fischereiminister aus Neuseeland, Jim Anderton, sagte, dass der Tintenfisch “beinahe tot war, als er an die Wasseroberfläche gezogen wurde” – wer wäre das nicht, nach so einem langen Kampf? An Bord wurde der Tintenfisch eingefroren und nach Neuseeland zurückgebracht, von Forschern seziert und auseinander genommen.
Jetzt, nachdem der “Witz” die Runde gemacht hat, sollten wir den Tatsachen ins Auge sehen. Da die Küstengewässer leer gefischt sind und kommerzielle Fischertrawler immer weiter aufs Meer fahren und in immer tieferem Wasser ihre Netze auswerfen, werden wir noch viele einmalige, seltene Tiere sehen, die sich wie der Riesentintenfisch, in den Netzen verfangen haben. Das ist kein Grund zur Freude.
Kommerzieller Fischfang zerstört das Ökosystem Ozean. Neunzig Prozent der großen Fischpopulationen wurden in den letzten 50 Jahren exterminiert und eine aktuelle wissenschaftliche Studie besagt, dass bereits 2048 unsere Ozeane komplett leer gefischt sein werden. Wissenschaftler fanden auch heraus, dass jeden Tag beinahe 1000 Meeressäugetiere, Delfine und Wale, in diesen Netzen gefangen werden und ertrinken. Die meisten dieser sterbenden oder toten Tiere werden einfach wieder ins Meer geworfen nachdem die Netze an Bord geleert und die „Beute“ aussortiert wurde.
Alle Meerestiere, auch Fische, leiden furchtbar wenn sie noch lebend mit dem Messer aufgeschnitten werden oder sich in den Netzen verletzen.
Eine meiner Kolleginnen bei PETA wurde Zeugin eines solchen Massakers, als sie für eine Fernsehdokumentation an Bord eines kommerziellen Fischtrawlers ging. In Treibnetzen gefangen, werden die Fische an Bord gezogen. Die Netze sind so voll, dass die Fische beinahe zerquetscht werden und das Netz in ihr Fleisch und ihre Eingeweide schneidet.
Aus den Netzen werden sie grob in einen Metallkasten gelegt. Einige schlagen noch mit der Schwanzflosse um sich, andere sind bereits zu erschöpft. Vielen quillt der Magen aus dem Mund heraus, ihre Augen werden aus den Augäpfeln gedrückt aufgrund des enormen Druckunterschieds.
Nichts von dem ist notwendig. Es genügt auf Fisch und auf andere Tiere zu verzichten, das ist die humanere Entscheidung und der beste Weg das fragile Ökosystem Ozean zu schützen. Es ist die einzige Möglichkeit, so spektakulären Tieren wie dem riesigen Tintenfisch, sicher eines der mysteriösesten Geschöpfe in den Tiefen des Ozeans, die Demütigung zu ersparen, gewaltsam aus dem Wasser gezogen zu werden während darüber dumme Witze gemacht werden.