Bis zu 90 Prozent der in Gefangenschaft gehaltenen Reptilien tragen die Salmonellose-Erreger in sich – den Tieren schaden sie im Normalfall nicht, dem Menschen im Übertragungsfall jedoch durchaus. Das Robert-Koch-Institut schreibt in seinem Epidemiologischen Bulletin (Nr. 35): „Einzelfälle von Salmonellosen bei Kindern, die mit Reptilien assoziiert waren, wurden wiederholt berichtet. (…) Hinsichtlich der genannten Reptilien fällt der hohe Anteil von Schlangen und Bartagamen auf. Reservoire sind aber auch Schildkröten, Leguane, Chamäleons und Geckos.“
Die Übertragung muss dabei nicht einmal auf den direkten Kontakt mit den Tieren zurückzuführen sein. So können die Erreger beispielsweise von den Händen oder der Kleidung der Eltern durch Berührungen auf im Haushalt oder außerhalb lebende Kinder übertragen werden – oder auch über einen Teppich, auf dem nun das Kind spielt und vorher die Schlange lag. Besonders gefährdet sind laut Experten Kinder bis zu acht Jahren, Schwangere, alte Menschen und Immunsupprimierte. Dr. med. habil. Wolfgang Kunze schreibt im Magazin des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte Anfang 2011: „Eine wirksame Prophylaxe solcher Infektionen kann nur im Vermeiden jeden direkten und indirekten Kontaktes zwischen Reptilien und empfänglichen Personen bestehen. Den Haltern muss bewusst gemacht werden, dass diese Tiere keine „Spieltiere“, sondern permanente Infektionsquellen sind.“ (Kinder- und Jugendarzt, 42. Jg. 2011 Nr. 1). Zu den möglichen Konsequenzen einer solchen Erkrankung sagt Dr. med. Wolfgang Kunze: „Die Salmonellen können über den Darm in den Körper eindringen, es droht eine Gehirnhautentzündung, die bei schwerem Verlauf lebensbedrohlich sein kann.“ (1)
Lesen Sie im Magazin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) über eine Fallstudie an Kindern, die an durch Reptilien ausgelöste Salmonellosen erkrankten - hier geht's zum Artikel (Seite 14, Artikel von Dr. med. habil. Wolfgang Kunze).
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(1) Leipziger Volkszeitung LVZ – Muldentalzeitung MTZ vom 21.02.2011