Stand: August 2009
Trotz des bis heute unveränderten tierschutzwidrigen Umgangs mit Tieren in China, sollen nun bis Ende August vorerst fünf Schimpansen aus der Privathaltung von Tierhalterin Christiane Samel aus Berlin-Hönow an den chinesischen Zoo in Nanning abgeschoben werden.
Ein Affe in einem Käfig eingezwängt. (c) Nanning Stray Cats (Klicken Sie auf das Bild für eine größere Darstellung.)
„Wir geben nur Tiere ab, wenn wir wissen, dass sie es so gut haben wie bei uns. Eine Offerte aus China habe sie abgelehnt.“ Christiane Samel (12)
Tierhändler Werner Bode auch hier tätig
Diese obige Aussage der Schimpansenhalterin Frau Samel im Oktober 2007 über eine weitere Abgabemöglichkeit ihre Schimpansen, machte uns nachdenklich.
Denn ein uns aktuell vorliegendes Recherchematerial beweist, dass bereits im August 2007 Tierhändler Werner Bode mit der Abschiebung von fünf ihrer Schimpansen beschäftigt war. Der Tierhändler Werner Bode, der gerade im Zusammenhang mit dem Export von deutschen Tigern nach China stand.
Weiteres zu Werner Bode lesen Sie hier und hier.
Wohl aufgeschreckt von Negativberichten durch den heutigen Mitarbeiter Frank Albrecht und PETA Deutschland e.V., wandte sich Frau Samel im März 2008 an Herrn Albrecht persönlich und bat um Referenzen.
Jedoch bat sie nicht um Referenzen zu Herrn Bode, sondern zu „niederländischen Tierhändlern“. Merkwürdig! Was war geschehen?
Offensichtlich übernahm jetzt, aufgrund der großen öffentlichen Kritik an Herrn Bodes Handelsgebaren um den Zoo und Tierpark Berlin und dem Fakt, dass Herr Bode eigentlich seine Handels- und Transportlizenzen abgegeben haben will, ein niederländischer Tierhändler die Sache.
Doch unser Recherchematerial weist darauf hin, dass Herr Bode wohl noch bis heute am Geschäft um Frau Samels Schimpansen beteiligt sein könnte.
Unseren Vermutungen zufolge werden Frau Samels Schimpansen mit bis zu ca. 3000 Euro pro Tier gehandelt.
Ein lukratives Geschäft auch für Frau Samel?
Hat sie deswegen die Abgabe an Stichting AAP abgelehnt?

Drei Leoparden im Nanning Zoo in einem viel zu kleinem Gehege. (c) Nanning Stray Cats (Klicken Sie auf das Bild für eine größere Darstellung.)
Aber allgemein bekannt ist, liebe Frau Samel, dass in China grundsätzlich nicht gerade behutsam mit Primaten und anderen Tieren umgegangen wird, dass Tierschutzgesetze fehlen und China eines der größten Länder weltweit ist, das aus Tierkörperteilen oder Körperflüssigkeiten Medizin herstellt.
Lesen Sie hier mehr über die grausame Behandlung von Tieren in China.
Traditionell werden dort, auch das ist kein Geheimnis, Primaten mit ihrem Kopf in der Mitte eines Tisches festgebunden, die Gehirnplatte geöffnet und man kann dann ihr Gehirn auslöffeln.
All dies ist bekannt und müsste eigentlich reichen, um eine Abgabe von Primaten nach China grundsätzlich nicht in Betracht zu ziehen.
Doch nicht für die um das Wohl ihrer Schimpansen so besorgte Frau Samel. Aber auch das Bundesamt für Naturschutz oder das zuständige Veterinäramt im Märkisch-Oderland, scheint diese Fakten zu ignorieren. Denn dort scheint man offensichtlich die notwendigen Exportgenehmigungen für den Export von 5 Schimpansen von Frau Samel ausgestellt zu haben. Empfänger: „Nanning Zoo“
Wären die Schimpansen schon früher an Stichting AAP zwangsüberführt oder sterilisiert worden. Oder hätten Gerichte nur einmal für das Wohl von Tieren entschieden, dann würden die Schimpansen schon viel früher ein besseres Leben nach ihrem Missbrauch führen. Anstatt frühzeitig einzugreifen, wird eine Genehmigung zur Abschiebung in ein Land erteilt, das nicht für sein gutes Tierschutzgesetz bekannt ist.
Aber ist eine Exportgenehmigung nicht auch davon abhängig, wie gut die Haltungsbedingungen in die zu exportierende Einrichtung sind? Interessiert es Frau Samel eigentlich nicht, wie gut oder wie schlecht Tiere im Nanning Zoo behandelt oder untergebracht werden?
Es heißt, Frau Samel sei selbst vor Ort in China gewesen und habe sich von den Haltungsbedingungen selbst ein Bild gemacht.

Ein Affe im Nanning Zoo. (c) Nanning Stray Cats (Klicken Sie auf das Bild für eine größere Darstellung.)
„Wir haben die Verpflichtung, ihnen eine würdige Zukunft zu bieten.“ Christiane Samel (4)
Unsere Fotoaufnahmen vom Juli und August 2009 zeigen die erschreckende Realität der Unterbringung von Primaten und Raubkatzen im Nanning Zoo.
Man sieht Primaten in viel zu kleinen und völlig reizarmen Käfigen. Die Tiere hängen an Käfiggittern oder –zäunen, weil es ihnen offensichtlich an ausreichenden und ihren Bedürfnissen entsprechenden Klettermöglichkeiten mangelt.
Einige Primaten haben nur Stummelschwänze und machen auch sonst keinen wirklich gesunden Eindruck. Die Wände vieler Käfige sind verdreckt, nass und schimmelig. Viele Käfigzäune sind nur laienhaft und provisorisch zusammengeflickt. Teilweise bröckelt Putz ab und das Mauerwerk ist zu sehen. Ein paar Primaten sind in fahrbaren Käfigen, gerademal so groß wie sie selbst, eingepfercht. Das Elend der Primaten im Nanning Zoo ist mehr als offensichtlich.
Auch den Raubkatzen geht es keinesfalls besser. Man sieht bis zu drei Katzen in einen viel zu kleinen Käfig eingepfercht. Badebecken für Tiger, die in Freiheit perfekte Schwimmer sind, sind so klein, dass zwei Individuen kaum Platz finden. Käfig an Käfig gereiht müssen sich viele einzelgängerisch lebende Raubkatzen, aufgrund des fehlenden Sichtschutzes, durchgehend erdulden. Auch Bären hausen in einem völlig verdreckten und maroden Bärengraben.
Diese erschreckenden Fotos von der Primaten- und Raubkatzenhaltung im Nanning Zoo zeigen ganz deutlich, wie man sich um das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere bemüht. Es ist ein Skandal, dass dies die Zukunft deutscher Schimpansen werden soll.
Sehen Sie hier unsere aktuellen und erschreckenden Fotoaufnahmen:
(c) Nanning Stray Cats
Ein im Internet veröffentlichtes Video zeigt, wie Tiger und Löwen erniedrigende und entwürdigende Zirkuskunststücke zeigen müssen. Immer wieder wird dabei auf die Raubkatzen mit Stock und Peitsche eingeschlagen. Ein Löwe erhält Schläge, nachdem er seinen Trick absolviert hat. Im Nanning Zoo werden die Tiere für ihre Tricks also schlagkräftig entlohnt. Tolle Aussichten für deutsche Schimpansen.
Wir finden weitere Filmaufnahmen (im Video ab 21:00 min/ tanzende Bären, ab 22:32 min/ Fahrrad fahrende Affen und ein Bär), die die Ausmaße von Erniedrigung noch steigern. Zwei Kragenbären mit Miniröckchen werden auf zwei Beinen in die Manege geführt. Anschließend müssen sie auf der Stelle tanzen und sich auf einem Bein drehen. Ein anderer Bär muss Seil springen.
Am Ende des Showaktes fahren Affen und ein Kragenbär, mit Peitsche angetrieben, in der Manege Fahrrad. Nicht nur einmal wird die Peitsche, sichtbar und hörbar, zum Antreiben der Tiere eingesetzt. Ein anderer Bär muss auf Rollen einen Balanceakt vorführen.
Fotos von dieser erniedrigenden Vorführung finden Sie auch hier.
Wie erniedrigend und entwürdigend mit Menschenaffen im Nanning umgegangen wird, zeigt ebenfalls ein Foto im Internet. Auf dem Bild ist der erst drei Jahre alte Orang-Utan Si Mao, am Februar 2007, in Kinderbekleidung und in absolut vermenschlichter Pose zu sehen.
Gehen Frau Samels Schimpansenshows und die Zucht für immer neue tierische Clowns für Frau Samel jetzt in China womöglich weiter?
Oder macht Frau Samel ihre engen Käfige in Deutschland jetzt für weitere Nachzuchten, die sie anschließend in entwürdigenden Shows präsentieren kann frei, um sie dann wieder abzuschieben?
Wo ist sie, die liebevolle Ersatzmutter, die ihre Schimpansen genauso liebt, wie die eigenen Kinder?
Ist es das, was sie letztendlich für Ihre Lieblinge übrig haben?
Aus den Augen aus dem Sinn?
Quellennachweis
(1) Sächsische Zeitung vom 07.01.1996
(2) Sächsische Zeitung vom 07.02.1997
(3) Wirtschaft & Markt vom Januar 1996
(4) Berliner Morgenpost vom 31.01.2001
(5) Lausitzer Rundschau 11.01.1997
(6) Sächsische Zeitung vom 05.05.1997
(7) Märkische Oderzeitung vom 26.12.2000
(8) www.aapn.org/ Juni 2007
(9) Welt vom 15.02.2008
(10) BZ vom 10.10.2007
(11) BILD Berlin vom 11.10.2007
(12) Neues Deutschland vom 14.10.2007
(13) „Pro Dryopithecus“ Verein zum Schutz der Schimpansen
(14) Berliner Zeitung vom 12.01.2008
(15) Welt vom 06.01.1997
(16) Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) vom 13.02.2008
(17) Sächsische Zeitung vom 08.06.1996
(18) Animal Public
(19) Pressemitteilung des Vereins „Pro Dryopitheus e.V.“ 2009
(20) Pressemitteilung des Landkreis Märkisch-Oderland vom 14.02.2008
(21) Frau Samel in einer Email an Frank Albrecht vom 18.03.2008
(22) www.filmschimpansen.de