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Skandal-Zirkus „Universal Renz“ in Münster

PETA kritisiert Stadt für die Platzvergabe an skrupelloses Zirkusunternehmen

Stand: 8. Februar 2012

Münster / Gerlingen, 8. Februar 2012 – Zirkus „Universal Renz“ gastiert von Freitag an in Münster. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. kritisiert nun die Stadt für die mangelnde Sorgfalt, die zu der Platzvergabe für den Zirkus führte. Schließlich ist „Universal Renz“ bundesweit bekannt für Vergehen und Verstöße gegen bestehende Gesetze. Eine zehnseitige Dokumentation, die bis ins Jahr 1994 zurückreicht, beinhaltet unter anderem Delikte wie Körperverletzung, Nötigung einer Amtstierärztin, Verstoß gegen Tierschutzrichtlinien sowie das Artenschutzgesetz. PETA hat Oberbürgermeister Markus Lewe und den Stadtratsfraktionen die Sünden-Chronik zukommen lassen mit der Forderung, nur noch Zirkusbetrieben ohne Wildtiere und mit blütenweißer Weste eine Platzvergabe zu gewähren.

„‘Universal Renz‘ ist nicht nur eine Gefahr für die Bevölkerung. Angesichts der dokumentierten Gewaltausübung gegen Menschen kann man sich ausmalen, wie mit den Tieren während der Dressur umgegangen wird“, sagt Peter Höffken, Wildtierexperte und Kampagnenleiter bei PETA. „Die Elefanten, Raubkatzen und die anderen Tiere im Zirkus sind der Willkür von Schlägern ausgesetzt.“

Die Liste der Verstöße des Zirkusses ist lang: Im Dezember 2011 wurde für die Elefantendame erst ein Manegenverbot erlassen, nachdem PETA das Duisburger Veterinäramt über ihren bedenklichen Zustand informierte. Ein Bußgeldbescheid der Kreisverwaltung Kleve gegen den Zirkus Universal Renz wegen mangelhafter Tierhaltung wurde im Dezember 2010 rechtskräftig. Im März 2010 wurde ein Verfahren gegen Zirkusdirektor Daniel Renz und einen Mitarbeiter wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen Geldbuße eingestellt. Im April 2009 brachen in Kassel zwei Bären aus dem Zirkus aus, von denen einer einen Polizisten biss und daraufhin erschossen wurde. Eine tierschutzrechtliche Genehmigung für Auftritte mit Bären konnte der Zirkus nicht vorweisen. Ebenfalls im April 2009 erfolgte die Verurteilung des Zirkusdirektors durch das Amtsgericht Bocholt wegen versuchter Nötigung. Zirkusdirektor Daniel Renz hatte einer Amtstierärztin bei einer Kontrolle gedroht, da die Tierärztin massive Tierschutz- und Sicherheitsmängel beanstandet hatte. 2007 wurde Daniel Renz durch das Amtsgericht Aachen wegen Beleidigung verurteilt, 2000 war er bereits vom Amtsgericht Wuppertal wegen Körperverletzung verurteilt worden.

Die Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie auch die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Drei repräsentativen Umfragen von 2010 und 2011 zufolge finden rund zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 und nochmals Ende November 2011 hat der Bundesrat in zwei Entschließungsanträgen ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließungen bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 14 anderen europäischen Ländern, die bereits Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Zuletzt hat Griechenland 2012 ein Verbot von Tieren in Zirkusbetrieben beschlossen.

Immer mehr Prominente sprechen sich für ein Verbot aus, darunter auch Rocklegende Udo Lindenberg, Bill und Tom Kaulitz von Tokio Hotel, FC Bayern-Star Rafinha, Schauspielerin Cosma Shiva Hagen und Komödiantin Hella von Sinnen.

Chronik „Universal Renz“:
www.peta.de/renz

Weitere Informationen:
www.zirkus.peta.de

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de
Wildtiere wie Tiger leiden in engen Zirkuskäfigen / © PETA Das Bild ist auf Anfrage auch in druckfähiger Qualität erhältlich

Wildtiere wie Tiger leiden in engen Zirkuskäfigen / © PETA Das Bild ist auf Anfrage auch in druckfähiger Qualität erhältlich

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