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Skandal-Zirkus „Universal Renz“ in Detmold

Nach Tod von Elefantin Maya: PETA fordert Beschlagnahmung von krankem Tiger und Gastspielverbot

Stand: 21. Februar 2012

Detmold / Gerlingen, 21. Februar 2012 – Zirkus „Universal Renz“ gastiert von Donnerstag an in Detmold. Vor wenigen Wochen schlug die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. Alarm wegen der kranken Elefantendame Maya, doch Zirkus und Behörden reagierten zu spät und Maya verstarb unter dramatischen Bedingungen. Nun informierte PETA das Veterinäramt Kreis Lippe in Detmold über einen kranken Tiger, der trotz starker Gehbehinderung und unter augenscheinlichen Schmerzen mit der Peitsche durch die Manege getrieben wird. Weil bei Zirkus Universal Renz selbst kranke Tiere nicht geschont werden, fordert PETA vom Veterinäramt die Beschlagnahmung des Tigers. PETA hat Bürgermeister Rainer Heller und den Stadtratsfraktionen zudem die zehnseitige Sünden-Chronik über Zirkus Universal Renz zukommen lassen mit der Forderung, nur noch Zirkusbetrieben ohne Wildtiere und mit blütenweißer Weste eine Gastspielerlaubnis in Detmold zu gewähren.
„Universal Renz ist ein Horror-Zirkus für die Tiere. Mittlerweile weiß die gesamte Zirkusbranche, dass der wegen Körperverletzung und anderer Delikte mehrfach verurteilte Zirkusdirektor Daniel Renz auch seine Tiere verprügelt. Doch die Tiere müssen trotz Verletzungen unter Zwang auftreten, bis zum bitteren Ende“, sagt PETAs Wildtierexperte und Kampagnenleiter Peter Höffken. „Wir kämpfen daher auch für ein Tierhaltungsverbot für den Tierquäler Daniel Renz.“
PETA kritisiert zudem die Stadt für die mangelnde Sorgfalt, die zu der Platzvergabe für den Zirkus führte. Schließlich ist „Universal Renz“ bundesweit bekannt für zahlreiche Vergehen und Verstöße, die bis ins Jahr 1994 zurückreichen: Im Dezember 2011 wurde für die Elefantendame Maya erst ein Manegenverbot erlassen, nachdem PETA das Duisburger Veterinäramt über ihren bedenklichen Zustand informierte. Viel zu spät, denn Maya verstarb kurz darauf im Februar 2012. Ein Bußgeldbescheid der Kreisverwaltung Kleve gegen den Zirkus Universal Renz wegen mangelhafter Tierhaltung wurde im Dezember 2010 rechtskräftig. Ebenfalls im April 2009 erfolgte die Verurteilung des Zirkusdirektors durch das Amtsgericht Bocholt wegen versuchter Nötigung. Zirkusdirektor Daniel Renz hatte einer Amtstierärztin bei einer Kontrolle gedroht, da die Tierärztin massive Tierschutz- und Sicherheitsmängel beanstandet hatte. 2007 wurde Daniel Renz durch das Amtsgericht Aachen wegen Beleidigung verurteilt, 2000 war er bereits vom Amtsgericht Wuppertal wegen Körperverletzung verurteilt worden.

Die Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie auch die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Drei repräsentativen Umfragen von 2010 und 2011 zufolge finden rund zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 und nochmals Ende November 2011 hat der Bundesrat in zwei Entschließungsanträgen ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließungen bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 14 anderen europäischen Ländern, die bereits Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Zuletzt hat Griechenland 2012 ein Verbot von Tieren in Zirkusbetrieben beschlossen.

Immer mehr Prominente sprechen sich für ein Verbot aus, darunter auch Rocklegende Udo Lindenberg, Bill und Tom Kaulitz von Tokio Hotel, FC-Bayern-Star Rafinha, Schauspielerin Cosma Shiva Hagen und Komödiantin Hella von Sinnen.

Chronik „Universal Renz“:
www.peta.de/renz

Weitere Informationen:
www.zirkus.peta.de

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de
Wildtiere wie Tiger leiden in engen Zirkuskäfigen / © PETA Das Bild ist auf Anfrage auch in druckfähiger Qualität erhältlich.

Wildtiere wie Tiger leiden in engen Zirkuskäfigen / © PETA Das Bild ist auf Anfrage auch in druckfähiger Qualität erhältlich.

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