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Das grausame Geschäft mit den Pferdekutschen

Die Anzahl an Unfällen in die Pferdekutschen verwickelt sind, steigt von Jahr zu Jahr und immer mehr Pferde müssen Schmerz und Leid ertragen. Dies kann nur durch ein dauerhaftes Verbot beendet werden, welches den Pferden die Freiheit zurückgibt, die sie verdienen.   mehr

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Festtagsgefahren - und wie Sie sie verhindern können

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Was Sie über den Tierhandel mit Tieren aus deutschen Zoos wissen solltenWas Sie über den Tierhandel mit Tieren aus deutschen Zoos wissen sollten

Zoos betreiben eine Tierzucht mit hohem personellem und vor allem finanziellem Aufwand. Dieser riesige Zooaufwand wird mit Millionen von Steuergeldern unterstützt. Der Tierhandel macht letztendlich satte Gewinne auf Kosten des Steuerzahlers. Würde sich dieser Handel nicht lohnen, gäbe es ihn nicht.

Oft landen diese so genannten „Überschusstiere“ auch in Exotenfleisch-Restaurants, in Zirkusunternehmen, im Zootierhandel oder bei Privatpersonen, bei denen oft katastrophale Haltungsbedingungen herrschen. Auch diese Institutionen profitieren also letztendlich von der steuerlich geförderten Zucht von Tieren im Zoo.

Jedes Tierindividuum geht aber auch der angeblichen „Arterhaltungszucht“ verloren, einer der Rechtfertigungsgründe für die Inhaftierung der Tiere in Zoos. Denn eine „Erhaltungszucht“ benötigt so viele Tierindividuen wie möglich, um Inzucht zu vermeiden und um eine große genetische Vielfalt, ein wichtiger Faktor einer Arterhaltung, aufrecht zu halten.

Auch das Tierindividuum im Zoo wird also letztendlich nur als Ware behandelt. Von dieser Ware Tier schlagen dann Zoos, Tierhandel, Zirkusunternehmen, Zoohandlungen, Privatpersonen oder Restaurants große finanzielle Gewinne heraus.

Sie als Zoobesucher müssen also wissen, dass ihr Zoobesuch dazu führt, dass unkontrolliert und in großen Mengen „süße“ kleine Tierbabys gezüchtet werden und ein Großteil dann auch unweigerlich im Tierhandel landet.

Indirekt finanzieren Sie als Steuerzahler diesen verwerflichen Tierhandel mit: Einmal durch die öffentliche Förderung der Zoos (meist durch die Kommunen, von denen der Großteil ohnehin überschuldet ist), dann durch den verminderten Steuersatz von 7% zum Vorteil der Zoos und letztendlich über teilweise umsatzsteuerfreie Handelsumsätze des dubiosen Tierhandels.   mehr

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Tiergarten Nürnberg: Ein Irrenhaus für Eisbären?

Am 31.12.2007 traf die Leitung des Nürnberger Tiergartens, unserer Meinung nach, eine fatale Fehlentscheidung: Sie informierte die Presse davon, dass ihre „Eisbärenweibchen VERA und VILMA Nachwuchs haben.  mehr

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Das Abschlachten der RobbenDas Abschlachten der Robben

In jedem Frühjahr ziehen schwangere Robben in Richtung Norden, um ihre Jungen an den Küsten von Labrador, Neufundland, Baffin Island und Pribilof Island in Alaska zur Welt zu bringen. Aber noch bevor ihr Nachwuchs zwölf Wochen alt ist, werden viele der Babys bereits auf grausame Weise abgeschlachtet. In den vergangenen Jahren legte die Regierung so genannten Fangquoten von bis zu 330.000 Tieren pro "Saison" fest. Und das, obwohl der Absatz von Robbenprodukten - in erster Linie die Felle/Häute - immer schwieriger wird und der Marktwert von Robbenfellen stätig sinkt.

Warum überhaupt diese "Jagd" ?

In den Regionen des heutigen Nord- Kanada und Alaska werden Robben von den Menschen schon seit mehr als 400 Jahren bejagt, zum einen, um kommerzielle Gewinne zu erzielen, und zum anderen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Seit der Jahrhundertwende, als die Zahl der Robben noch über zehn Millionen betrug, wurden schätzungsweise 17,5 Millionen Robben abgeschlachtet. Heute beträgt die Gesamtzahl der Robben in den Meeren Nordamerikas nur noch etwa eine Million.

Robben wurden aus vielen Gründen gejagt. Auch wenn manche der eingeborenen Aleuten noch das Fleisch essen mögen, so werden doch die meisten der Tiere, insbesondere die Babys, getötet, um an die Felle der "Whitecoats" (Weißmäntelchen), der Jungtiere im Alter von bis zu ca. zwei Wochen, zu kommen. Zwar ist das Töten der „Whitecoats“ mittlerweile verboten, aber bereits nach 14 Tagen wechseln die Robbenbabies ihr Fell. Über 90% der Jungtiere werden im Alter von 14 Tagen bis 3 Monaten wegen ihres nun gräulichen Felles auf grausamste Art und Weise getötet. Die Häute älterer Tiere werden meist für die Lederherstellung verwendet, und die Penisse der männlichen Tiere werden gewöhnlich nach China als Aphrodisiaka verkauft. Das Fett unter der Haut kann für Margarine und als Maschinenschmiermittel oder Omega-3-Fettsäurekapseln Verwendung finden. Das übrige Fleisch wird zu Tierfutter verarbeitet. Viele Tierleichen werden allerdings - gehäutet - auf den Eisschollen zurück gelassen.

Viele Ureinwohnervertretungen behaupten, die Robbenjagd sei nicht nur eine "Tradition", sondern auch wesentlicher Teil ihres Broterwerbs. Da die Tiere jedoch nur in einem sehr begrenzten Bereich zu finden sind und sich dort nur so lange aufhalten, bis sie ihre Jungen geboren haben, bleiben einem Jäger nur etwa 5 Wochen für die Jagd, wobei der Verdienst erschreckend gering ist.

Regierungsvertreter und Fischer behaupten, die Robben müssten zahlenmäßig unter Kontrolle gehalten werden, um die Fischpopulationen zu schützen. Allerdings ernähren sich Robben hauptsächlich von einer Fischart, die nicht kommerziell befischt wird, nämlich dem Kapelan oder Dickmaul, und es gibt wenig Beweise dafür, dass Robben einen ausschlaggebenden Einfluss auf kommerziell ausgebeutete Fischarten haben. Und selbst wenn die Robben solche Fischarten verzehren würden, so sind sie doch nur so kurze Zeit in diesem Gebiet, dass es höchst unwahrscheinlich ist, viel Schaden anzurichten.

Aber wie dem auch sei: angestrebte Erfolgszahlen der Fischindustrie sind in keinem Fall eine Rechtfertigung für das Abschlachten der Robben.

Methoden der "Jagd"

Moderne Robbenjäger verwenden Hubschrauber, um herauszufinden, wohin die Robben gezogen sind. Hat man den Standort der Tiere ausgemacht, werden Eisbrecher mit den Robbenjägern losgeschickt, um sie zu finden. Die Robbenmütter, die ihre Babys nicht im Stich lassen wollen, bleiben oft bei ihnen, um sie zu verteidigen. Hat man die widerwilligen Mütter erst einmal beseitigt, töten und häuten die Jäger die völlig verängstigten Babys, die noch zu jung sind, um zu flüchten oder sich verteidigen zu können.

Die Babyrobben werden erschlagen, erschossen oder ertränkt. Die gängigste Methode ist das Erschlagen mit einem Knüppel: Die Jäger versuchen, die Tiere durch einen gezielten Schlag bewusstlos zu machen, oder sie zertrümmern ihre Schädel mit Schlägern aus hartem Holz, ähnlich Baseballschlägern. Dazu sind meist zwei bis drei kräftige Schläge erforderlich. Oft stellen die Robben sich tot, dann werden sie von den Robbenjägern bei lebendigem Leibe gehäutet. Manche Jäger benutzen einen Knüppel mit einem langen Metallhaken an einem Ende, so genannte „Hakapiks“. Dieser tötet Robben schneller als ein Knüppel mit einem stumpfen Ende. Ein Schnitt durch die Blutgefäße der Vordergliedmaßen soll dafür sorgen, dass das Tier ausblutet und nicht mehr zu Bewusstsein kommt. Um das Fell nicht zu beschädigen, wird von dieser Praktik nur selten Gebrauch gemacht. Ist die Robbe bereits so alt, dass sie eine ausreichende Fettschicht aufgebaut hat, dann durchdringt der Metallhaken lediglich diese Fettschicht und erreicht den Schädel nicht einmal. Also werden auch bei dieser Methode die Robben häufig bei lebendigem Leibe gehäutet. In den letzten Jahren wurden auch Gewehre benutzt, aber auch deren Verwendung garantiert nicht, dass die Tiere tot sind, bevor sie gehäutet werden. Und dann entkommen noch viele Robben, nur um kurz darauf qualvoll an Blutverlust oder einer Infektion zu Grunde zugehen.

Jäger töten ausgewachsene Robben auch durch Ertränken, was zwar immer noch gängig, aber zwischenzeitlich verboten ist. Die Robben werden unter Wasser in Fallen gefangen, wo sie dann langsam und nach einem verzweifelten Kampf um ihr Leben ertrinken.

Das Abschlachten der Tiere wird meist gar nicht überprüft. Quoten wurden bereits vor Jahren aufgestellt, dabei wurde allerdings der nachweisliche Rückgang der Spezies unberücksichtigt gelassen. Im Jahr 1977 betrug die Tötungsrate in Kanada drei Viertel der neugeborenen Robben. (1)


Aufschrei der Öffentlichkeit

Erst Anfang der 70er Jahre trat das Abschlachten der Robben in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, als Brian Davis, der Begründer des International Fund for Animal Welfare (IFAW), anfing, das jährliche Robbenschlachten zu dokumentieren. Ende 1972 waren bereits die Unterschriften von 1 Million Menschen gesammelt, die ein Ende des Robbenschlachtens forderten; diese wurden der kanadischen Regierung vorgelegt. 1975 wurden der norwegischen Regierung ebenfalls 1 Million Unterschriften vorgelegt mit demselben Verlangen. 1982 wurden 3,5 Millionen Briefe an die EG gesandt mit der Aufforderung, die Einfuhr von Produkten der Babyrobben zu verbieten.

Dann fingen Tierschützer an, die Jagd auf Robben zu blockieren und färbten die Felle der Babyrobben mit unschädlicher roter Farbe, um ihre Felle für die kommerzielle Pelzindustrie wertlos zu machen. 1983 stimmte die EG schließlich einem auf zwei Jahre befristeten Verbot von Babyrobben - Produkten zu. Als das Verbot erneut zur Abstimmung stand, war die Robbenjagd bereits größtenteils beendet und die Jagd in Neufundland und Alaska ganz verboten worden. Trotzdem sprach sich die EG lediglich für ein Verbot für weitere vier Jahre aus.

Es folgte ein fünfjähriges Stillhalteabkommen mit Kanada, bis 1987 die Robbenjagd wieder aufgenommen wurde. In jenem Jahr wurden 42.000 Robben getötet, und zwar nur, weil eine Regierungskommission behauptete, die Robben hätten der Fischindustrie Verluste in Höhe von 23 Millionen $ verursacht. (2) Nach einem Jahr wurde das Verbot jedoch wieder in Kraft gesetzt, außer für eingeborene Jäger, denen man nahe legte, lieber ältere als neugeborene Robben zu töten.

Aufgrund des weit verbreiteten Widerstandes, der sich gegen das Töten von Babyrobben regte, investierte die kanadische Regierung 4 Millionen $ um Alternativindustrien auszubauen, darunter auch die Tourismusbranche. Der IFAW spendete ebenfalls 1 Million $ für ein Projekt zugunsten der Einheimischen, damit diese an Touristen verdienen, die Kanada besuchen, um sich lebende Robben und ihre natürlichen Lebensräume vor Ort anzuschauen. Aber obwohl diese Robbenbesichtigungstouren zu einem lukrativen Geschäft geworden sind, hat Kanada 1989 der Kanadischen Robbenvereinigung 5 Millionen $ zugesprochen, damit diese die Jagd wieder stufenweise erhöht. (3)

Immer noch gibt es illegale Robbenjagd - also Wildern - und Norwegen hat die Robbenjagd noch gar nicht verboten. 1989 wurde ein Ermittler der World Society for the Prevention of Cruelty to Animals (Weltvereinigung zur Vermeidung von Grausamkeiten gegen Tiere) Augenzeuge, wie Robben mit Metallhaken umhergeschleift und Mutterrobben vor den Augen ihrer Babies abgeschlachtet wurden; und dass Jäger mit den Jagdvorschriften nicht vertraut waren, was dazu führte, dass diese Gesetzlichkeiten gar nicht zum Tragen kamen.

Am 19. Oktober 2006 stimmte der Deutsche Bundestag geschlossen für ein nationales Handelsverbot aller Robbenprodukte und 2009 verabschiedete der Europarat ein EU-weites Import- und Handelsverbot von Robbenerzeugnissen. Dieses Gesetz tritt im Sommer 2010 in Kraft.
Somit hat die EU ein klares Zeichen in die Welt gesandt, jedoch wollen Kanada und Norwegen weiter an dem grausamen Abschlachten der Robben festhalten.

Tierrechtsgruppen und mitfühlende Menschen weltweit müssen auch weiterhin aktiv bleiben und auf die Pelzindustrie dahingehend einwirken, damit das Robbenschlachten endlich ein Ende findet.


(1) "From Terrorism to Tourism: Seal Sounding," The Animals' Voice.

(2) "Canada Curbs Hunting of Seals," New Orleans Times Picayune, Jan. 1, 1988.

(3) Greanville, David Patrice, "Sealing Continues," The Animals' Agenda, June, 1989. p. 30.

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Hummer: Gekocht werden tut wehHummer: Gekocht werden tut weh

Die Tatsache, dass Menschen bestimmte Tiere als "gefühllose Lebensmittel“ betrachten, wird besonders deutlich bei Hummern, die in den meisten Ländern, und eben auch in Deutschland, wie Hunde und Katzen in China, lebend in kochendes Wasser geworfen werden und 30 Sekunden bis sieben Minuten lang, grausamen Todesqualen ausgesetzt sind.

Systematik und Nervensystem


Hummer gehören zu den Wirbellosen, zum Stamm der Arthropoden (Gliederfüßer), die neben den Crustaceen (Krebstieren) auch die Unterstämme der Insekten und Spinnentiere umfasst.
Krebstiere besitzen ein Strickleiternervensystem, das sich aus segmental angeordneten Ganglien zusammensetzt. Die einzelnen Ganglien bilden durch quer und längs verlaufende Verbindungen eine Art Kette. Die einzelnen Ganglien sind teilweise auch durch Verschmelzung zu großen Nervenknoten konzentriert.

Hummer als „Nahrungsmittel“

Susanne Spröer vom Fernsehsender WDR äußerte sich in einer Dokumentarsendung folgendermaßen über Hummer: „Eine Delikatesse, die mit solcher Qual verbunden ist, sollte einem eigentlich den Appetit verderben.“

Fang und Transport

Zehntausende Fallen gehen jedes Jahr auf den Meeresgründen verloren und die gefangenen Hummer treiben den Rest ihres langen Lebens (mehr als 50 Jahre) ohne Aussicht auf Befreiung auf dem Meeresboden.
Der Nordseehummer, einst Leibspeise der Helgoländer Fischer ist mittlerweile fast ausgerottet. Im Atlantik gibt es noch größere Hummerbestände, doch auch in den USA und in Kanada bleiben immer mehr Körbe leer.
Jährlich werden etwa 800 Tonnen Hummer, das sind etwa 1 Million Tiere nach Deutschland importiert. (1) Nach dem Fang werden die Hummer in großen Fabriken auf Fließbändern nach Größe sortiert und mit zusammengebundenen Scheren einzeln in Metallboxen verpackt. In Kühlhäusern bleiben sie ohne Futter manchmal wochenlang aufgestapelt, bis sie in engen, dunklen Transportkisten in alle Welt verschickt werden. Die im Sommer gefangenen Tiere werden monatelang, weiterhin mit zusammengebundenen Scheren, bewegungslos und ohne Nahrung, in engen Becken gehalten. Die Tiere werden nach dem Fang nicht mehr gefüttert, da ihre Fäkalien das Wasser verschmutzen könnten und müssen monatelang ohne Futter überleben. Ihre Scheren werden zusammengebunden, da sie Einzelgänger sind und sich gegenseitig angreifen würden. (2)
Ihr Leidensweg endet schließlich damit, dass sie lebendig kopfüber in einen Topf mit kochendem Wasser geschmissen werden, gemäß der Tierschutz-Schlachtverordnung. Ihr Todeskampf kann bis zu 7 Minuten dauern. (3)

Lebend gekocht werden tut weh

Wenn Hummer lebend in kochendes Wasser geworfen werden, schlagen sie wie wild um sich in dem verzweifelten Versuch zu entkommen. Für den Wissenschaftler Dr. John Baker sind dies eindeutig Reaktionen auf Schmerz und keine Reflexe. (4)
Auch die Studie der European Food Safety Authority bestätigt, dass Hummer Schmerz empfinden können und außerdem erstaunlich lernfähig sind. (5)
Nach Aussage des Luxusrestaurant-Kochs Bernhard Gössnitzer „ist es ein Märchen, dass Hummer, wenn sie in siedend heißes Wasser geworfen werden, sofort sterben. Meistens werden fünf Hummer auf einmal ins Wasser geworfen. Das kühlt das Wasser dementsprechend ab. Die Folter dauert so lange, bis das Wasser wieder heiß ist.“ (6)
In der Broschüre „Amtstierärztlicher Dienst und Veterinärkontrolle“ ist zu lesen: "Nach dem kopfüber Eintauchen sollte der Hummer mit einem geeigneten Küchengerät für zwei Minuten untergetaucht gehalten werden." (7) Es stellt sich nun die Frage, warum es zwei Minuten dauern soll, wo doch nach Aussage zahlreicher Gastronomen, Hummer bereits nach wenigen Sekunden angeblich tot sind?
Dr. Jaren G. Horsley, Wissenschaftler am Northern Virginia Community College führt aus: „Als Zoologe für Wirbellose, der Krustentiere jahrelang studiert hat, kann ich Ihnen sagen, dass Hummer über ein ziemlich ausgeklügeltes Nervensystem verfügen. Hummer können, da bin ich sicher, Schmerz fühlen.“ (8) Dr. Horsley befürchtet sogar, dass Hummer nicht wie Säugetiere über ein autonomes Nervensystem verfügen, das sie bei Schmerz in einen Schockzustand versetzt und sie daher enorme Qualen leiden, solange bis ihr Nervensystem beim Kochen zerstört wird. (9) Auch Biologen um Robert Elwood von der Queen's-Universität in Belfast sind sich sicher, dass Hummer und auch kleinere Krebstiere Schmerz und Stress empfinden können. Sie reizten die Fühler der Tiere und beobachteten charakteristische Reflexe, wie sie auch bei Wirbeltieren vorkommen. Daher liege es nahe, auch den Krustentieren ein eigenes Nervensystem für die Schmerzempfindung zu attestieren, so die Forscher. (10)


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Der Zoo - ein AuslaufmodellDer Zoo - ein Auslaufmodell


Zoogeschichte

Das „Hagenbeck-Unrecht“ bleibt

Eine Menschenschau zum Anfassen
Ende des 18. Jahrhunderts begann der deutsche Geschäftsmann Carl Hagenbeck die ersten „Wilden“ als eine besonders seltene „Attraktion“ für ein schaulustiges und zahlungskräftiges Publikum auszustellen. Mit dieser Geschäftsidee war die erste „Völkerschau“ geboren - „Wilde Naturvölker zum Anfassen“, für all die, die von einer Reise in ferne Länder nur träumen konnten und nie einen „Lilliputaner“, „Neger“, „Lappländer“ oder eine „Rothaut“ zu Gesicht bekamen.
Später deponierte Hagenbeck in seiner Ausstellung zu den „wilden Menschen“ dann die ersten „wilden Tiere“. (1)

Eine Tierschau zum Anfassen
Aus dieser mehr als verwerflichen Zurschaustellung von Menschen war damit leider auch die Idee für den ersten „Zoologischen Garten“ (Menagerie), dem „Tiergarten“ geboren.
Diese heute undenkbare Respektlosigkeit gegenüber anderen Kulturen lebt leider weiter, heute werden Tiere ausgestellt.
Tiere sind nur hautnahe und austauschbare „Lern- und Zuchtobjekte“ zum Anfassen oder zur Befriedigung der Schaulust, mit dem Vorwand mit ihnen Artenschutz und Bildung zu betreiben. Aus der einstigen „Völkerschau zum Anfassen“ ist die „Tierschau zum Anfassen“ geblieben.



Moral und Ethik

Tiere sind meine Freunde! Ich sperre meine Freunde ein!

Kinder sensibilisieren?
Wie sollen Kinder während eines Zoobesuches lernen, was es heißt andere fühlende Lebewesen zu respektieren, wenn das Gefangenhalten in einem artuntypischen Lebensraum und die Erniedrigung von Tieren für den Zweck der Lagerung, für die Unterhaltung und Zurschaustellung als angeblich richtig, schön und lehrreich vorgelebt wird?
Kinder lernen von Zoos, dass es akzeptabel ist, Tiere in Gefangenschaft, weit weg von ihrer natürlichen Heimat gefangen zu halten - in Langeweile, Beengtheit und Einsamkeit.
Kindern lernen auch, aus dem Vorwand von „Aufklärung und Bildung“ heraus, dass es richtig ist, Tiere ihres arttypischen Verhaltens zu berauben und sie zur Beschäftigungslosigkeit zu verdammen – teilweise oder völlig gehindert am Fliegen, am Wandern, am Jagen, am Aufbau einer festen Familienstruktur oder an einer freiwilligen Partnersuche.
Was ist das für ein fragwürdiger Bildungsauftrag, in der das Entreißen von Tieren aus ihrem angepassten Lebensraum als Schutz, Arten- und Tierschutz, deklariert wird?

Kinder verrohen?
Was ist das für eine Wertevermittlung, bei der Lebewesen, deren Schutz zwar ausdrücklich im Grundgesetz verankert ist, auf Schau-, Zucht- und Streichelobjekte reduziert werden?
Reduziert zu „anfassbaren Lern- und manipulierbaren Zuchtobjekten“. Objekte, anscheinend ohne Gefühle und der Fähigkeit unter dieser Erniedrigung ebenso zu leiden, wie wir Menschen auch.
Gerade Zoodirektoren führen eine „dringend notwendige Sensibilisierung der Kinder“ für „Artenschutz, Tierschutz oder für den Klimawandel“ als Daseinsberechtigung oder als Rechtfertigung für ihre Zoos an.
Aber ist die Zurschaustellung und die Erniedrigung eines fühlenden Lebewesens der einzige Weg Kindern hohe und moderne Moralwertvorstellungen zu vermitteln?
Ändern das Einpferchen und die Zurschaustellung von Eisbären etwas am Klimawandel?
Weckt das Verprügeln eines Elefanten bei Kindern Mitgefühl?
Wäre die Zurschaustellung eines ausgemergelten und Hunger leidenden Kindes in einem Einkaufszentrum auch der geeignete Weg, Kinder für die Hungersnöte in Afrika zu sensibilisieren?
Würden wir diese Form auch nutzen, um auf ein Problem aufmerksam zu machen?
Verrohen Kinder nicht eher, wenn sie im Zoo sehen, wie Elefanten für eine Gehorsamkeitsdressur, mit Gewalt, mit Zwang und mit der Zufügung von Schmerzen beschäftigt werden müssen, weil man den grauen Riesen ein Wanderverhalten in Gefangenschaft nie einrichten kann?



Artenschutz

Tiere lagern statt Lebensräume erhalten

Auch durch Zoos sterben Arten aus
Zoos haben eine dunkle Vergangenheit, die sie selbst nie ansprechen, gerne totschweigen oder oft herunterspielen.
Es geht um den nicht unerheblichen Beitrag, den Zoos zum Ausverkauf der Natur und zum Artensterben einst selbst geleistet haben.
Hundertausende von Tieren importierten einst Tierfänger und Tierhändler in die vielen neu gegründeten Menagerien und späteren Tiergärten der ganzen Welt, vor allem im Auftrag der Zoos (Hagenbeck´s Tierfangreisen).
Viele Tiere überlebten entweder den Fang, den Transport oder die Gefangenschaft nicht und starben nach nur kurzer Zeit oft qualvoll. Die Verluste waren besonders hier verheerend und umso mehr Tiere wurden als Nachschub immer und immer wieder herangekarrt. Die Natur wurde maß- und gnadenlos leergeräumt.
Und noch heute ist eine angeblich „erfolgreiche Zoo-Erhaltungszucht“ von so genannten Wildfängen abhängig. Noch immer werden Tiere aus ihrem natürlichen Lebensraum herausgerissen, um den Anschein einer erfolgreichen Erhaltungszucht zu wahren. Noch immer sind Mütter oder Familienmitglieder Opfer dieser Zooimporte. Trotzdem geben Zoos immer noch vor Arten zu schützen.

Das Przwalskipferd das kein Przewalskipferd ist
Tiere aus ihrem Lebensraum zu entfernen und sie in einer unnatürlichen, künstlichen und artuntypischen Umwelt zu lagern, hat ebenso wenig mit wirkungsvollem Schutz zu tun, wie das angeblich erfolgreiche Auswildern von ein paar wenigen Tierarten.
Und gerade hier muss man sehr kritisch nachfragen, ob z.B. „das Przewalskipferd“ oder „die Wildkatze“ tatsächlich ausgewildert wurden und nicht irgendwelche „Unterartenmischlinge“. Und ob sich diverse ausgewilderten Tiere wirklich in Freiheit befinden, ist oft auch sehr fraglich.
Betrachtet man zudem den sehr hohen Kosten- und Personalaufwand dieser wenigen Auswilderungsprojekte oder den vorangegangenen riesigen Aufwand der Lagerung im Zoo, so kann man keineswegs von Effektivität sondern vielmehr von einer riesigen Verschwendung sprechen.
So belaufen sich Kosten für einen Zoo z.B. für die Anschaffung eines Alligatoren aus einer Zuchtstation auf ca. 2.500 Euro pro Tier, während die Kosten für Schutzmaßnahmen vor Ort nur ca. 500 Euro betragen. (2)

Erhaltungszucht – kostspielig und uneffektiv!
Man könnte also mit dem Kauf nur eines Krokodils für die Gefangenschaft fünf Tiere in Freiheit schützen. Solch eine Kosten-Nutzenrechnung ist so gut wie auf jede im Zoo gehalten Tierart übertragbar.
Fakt ist, dass das massenhafte Ablagern von Tieren in „Zoologischen Gärten“ oder die wenigen Auswilderungsprojekte, das tägliche Sterben von Tierarten auf der ganzen Welt noch nie gestoppt oder auch nur verringert haben – ganz im Gegenteil.
Weiterhin sterben täglich bis zu 150 Tierarten weltweit aus und selbst das Auffinden neuer Tierarten gleicht diesen negativen Trend nicht einmal ansatzweise aus.
Waren es 1973 noch 109 gefährdete Tierarten sind es heute über tausendmal mehr. Dieser ständig steigenden Bedrohung stehen gerade einmal ca. 400 wissenschaftlich geführte Zoo-Zuchtprogramme in den letzen 100 Jahren der Zoogeschichte gegenüber.
Zu all diesen erdrückenden Fakten kommt die rasant steigende Zerstörung von Überlebensräumen für die ohnehin bedrohten Arten hinzu. Und wir in Deutschland sind hierbei keinesfalls ein Vorbild!
So werden allein in Baden-Württemberg täglich Lebensräume von der Größe von 14 Fußballfeldern zerstört. Und ein Stopp oder eine Verlangsamung des Raubbaues ist nicht in Sicht.
Viel effektiver können also gefährdete Tier- und Pflanzenarten gerettet werden, indem man deren natürlichen Lebensraum bewahrt.
Anstatt die absolut uneffektiven Zoos finanziell zu unterstützen sollte man lieber Projekte fördern, die zum Erhalt der natürlichen Lebensräume und damit zum Erhalt der Tierarten beitragen.

Forschung für die lebenslange Inhaftierung
Die Forschung der Zoos besteht vor allem darin, herauszufinden, wie man noch mehr Tiere in Gefangenschaft züchten, versorgen, länger und öfters fortpflanzen kann.
Zudem greift die Verhaltensforschung im Zoo auf ein Verhalten zurück, das Tiere unter den veränderten Bedingungen der Gefangenschaft zeigen oder sich aneignen mussten. Also ein Gefangenschaftsverhalten.
Die Übertragung solcher Erkenntnisse aus der Gefangenschaft auf die Freilandsituation ist fast nicht möglich, jedoch wurden Erkenntnisse über das Verhalten von Tieren in Freiheit dagegen immer wieder für die Optimierung der Inhaftierung von Tieren in Zoos herangezogen.



Haltung

Lagerstätte Zoo

Zoos sind Wirtschaftsunternehmen
Zoos sind reine Wirtschaftsunternehmen und erhalten immer weniger staatliche Zuschüsse. Den meist wenigen Einnahmen, überwiegend durch Eintrittsgelder, stehen stetig steigende Nebenkosten gegenüber. Folge des Geldmangels: Immer weniger Tierpfleger werden beschäftigt, und die wenigen Verbleibenden haben noch weniger Zeit, die sich endlos langweilenden Tiere zu beschäftigen. Viele Tiere bleiben oft lange Zeit sich selbst überlassen und leiden unter der andauernden Vernachlässigung.
Beschäftigungsprogramme alleine reichen nicht aus, um den angeborenen Bewegungs- und Beschäftigungsdrang der Tiere ausreichend zu befriedigen. Zudem verlieren viele dieser Beschäftigungen schnell ihren Reiz und bleiben unbeachtet liegen.
Aus den Gründen einer Kostenersparnis bleiben auch viele alte Gehege, meist noch aus Zoo-Gründerjahren, bis heute unverändert viel zu klein, werden nur notdürftig erweitert oder nur wenige werden völlig erneuert. Hinzu kommt, dass die Tiere in deutschen Zoos seit Jahren vergeblich auf größere Gehege warten, denn extrem veraltete und wissenschaftlich längst überholte Gutachten und deren Anforderungen an die Gehegegröße und -ausstattung verhindern, dass den vielen bewegungsbedürftigen Individuen größere Bewegungsfreiheit oder mehr Reize zugestanden werden. Zudem sind die diversen Gutachten nur Richtlinien, die Zoos einhalten können aber nicht müssen.
Eine Überarbeitung dieser veralteten Leidlinien ist in naher Zukunft übrigens auch nicht zu erwarten, denn Zoos selbst waren und sind maßgebend an der Erstellung dieser eigenen Vorgaben beteiligt.
Und wer will sich schon ernsthaft selbst dazu verpflichten noch zusätzliches Geld, was ohnehin fehlt, für größere Gehege bereit zu stellen um mehr Freiraum zu schaffen?

Ein Eisbär in der Betonwüste
Hinzu kommt, dass viele Tierarten das eher raue Europaklima nicht vertragen und daher eine große Zahl von Individuen schon bei Temperaturen von unter 15-18 Grad für sehr lange Zeit in den noch kleineren Innenanlagen eingepfercht werden. Eine zusätzliche Einschränkung zu den ohnehin meist zu kleinen Außenanlagen.
Doch selbst die größeren und neu gebauten Anlagen zeigen nur den Anschein eines natürlichen Habitats. Die unnatürliche, reiz-, beschäftigungsarme Umgebung der Gefangenschaft bleibt auch bei diesen anscheinend naturnahen Anlagen bestehen.
Denn betrachtet man viele dieser Anlagen genauer, wird man schnell erkennen, dass z.B. Bepflanzungen sich meist nur im Bereich des Besuchers befinden. Viele Besucher glauben aber noch immer, sich in einer natürlichen Umgebung zu befinden und projektieren die Illusion auch auf das dennoch weiter in Beengtheit vegetierende Tier.
Doch die Tiere werden nachweislich, betrachtet man ihren eigentlichen Lebensraum in Freiheit, weiter in Enge und Reizarmut gehalten - natürliche Bedürfnisse werden kaum erfüllt.
Diese erheblichen Einschränkungen hinterlassen Spuren bei den Tieren.



Verhalten

Vom Einzelgänger in die Gemeinschaftszelle

Sie morden und betteln eigentlich nicht
Der Mangel an geistiger Anregung, an körperliche Bewegung und an Möglichkeiten irgendeine eigene Wahl für das tägliche Leben treffen zu können führt nicht selten zu physischer und geistiger Frustration. Anormales und selbstzerstörerisches Verhalten ist vorprogrammiert.
Viele Tiere im Zoo zeigen entweder übertriebene Aggressivität, sie haben Stress, sie morden oder töten, verletzten oder verstümmeln sich selbst (Tod durch Verhalten), zeigen Verhaltensstörungen (Stereotypien) oder übertriebene Körperpflege, pflanzen sich gar nicht oder übertrieben oft fort.
Gerade die neurotischen Verhaltensweisen (Stereotypien) sind in jedem noch so „guten“ Zoo zu finden: Raubkatzen laufen hin- und her, Pinguine schwimmen im Kreis, Vögel springen von einem Ast zum anderen, Elefanten schaukeln ihren Körper oder weben mit ihrem Kopf, Giraffen lecken unentwegt an Gitterstäben. Die Gefangenschaft treibt die Tiere in den Wahnsinn und sie leiden nachweislich!

Gefangenschaftsverhalten
Das angeborene Verhalten so genannter „Wildtiere“ in Gefangenschaft wird selten diskutiert und noch seltener in Gefangenschaft beobachtet.
Tiere im Zoo müssen ihr Verhalten an die artuntypischen Begebenheiten, der künstlichen und beengten Verhältnisse der Gefangenschaft anpassen, ob sie wollen oder nicht. Sie können die Vielzahl an Verhaltensweisen nicht oder nur eingeschränkt ausleben.
Zuchtpläne ersetzen die Pflege enger Beziehungen untereinander oder die freie Partnerwahl, so genannte Fütterungszeiten ersetzen Nahrungssuche oder Jagdverhalten, Gehorsamkeitsdressuren ersetzen das Wanderverhalten der Elefanten, Seilbahnen ersetzen das ausgeklügelte Jagdverhalten der Geparden oder Plastiktonnen ersetzen die Robbenjagd der Eisbären.

Ich möchte kein Eisbär sein!
Zoos gehen mittlerweile schon so weit, dass einigen Vogelarten (Pelikan, Flamingos) sogar Teile des Flügels entfernt werden, damit sie nicht mehr fliegen können oder Elefanten in Ketten gelegt werden, damit sie ihrem Bewegungsdrang nicht nachkommen können. Auch typische Einzelgänger, wie Eisbären, werden oft lebenslang in Paaren oder in Gruppen gehalten. Gegenseitiges Töten oder Verletzen ist somit vorprogrammiert und zählt bis heute zur einer der Haupttodesursachen. Viele typische Verhaltensweisen, wie fliegen, schwimmen, laufen, jagen, klettern oder wandern, sucht man in Zoos oft auch vergeblich.
Nicht selten treten aber auch Verhaltensweisen auf, die die Tiere in Freiheit nie zeigen würden. So ist z.B. das für Besucher belustigende Bettelverhalten bei Bären oder Affen eine Verhaltensweise, die nur in Gefangenschaft auftritt und durch die unnatürlichen „Schaufütterungen“ (Vermenschlichung) erzeugt werden.
Aber auch die übertrieben Verhaltensweisen, wie der der ständige Drang nach Sex (Hypersexualität), sind eindeutige Anzeichen für ein durch die Gefangenschaft verändertes unnatürliches Verhalten.
Doch die fragwürdige Ignoranz der „Tiergärtner“ für arttypische Verhaltensweisen beruht oft auf die eiskalt berechnete Absicht, noch mehr Geld in die leeren Kassen zu spülen.
Und genau diese Absicht kommt besonders dort zum Vorschein, wo es um die „Potenz“ der Insassen geht.



Zucht

Vermehrung statt Bildung

Vermehren was Geld bringt
Viele in Zoos gehaltene Tierarten sind im Bestand noch nicht einmal gefährdet und werden nie auf eine Freilassung (Auswilderung) vorbereitet. Im Zoo Magdeburg z.B. waren 2008 nur 30 von 150 gehaltenen Arten wirklich bedroht bis stark bedroht.
In Gefangenschaft gezüchtete Tiere wieder auszuwildern, ist ohnehin kaum praktikabel und machbar, da man diesen Tieren ja vorenthalten hat, Überlebensstrategien zu erlernen. Gerade die überlebensnotwendige Feindvermeidung ist nahezu „ausgezüchtet“.
Die Nachzucht der meisten Tiere im Zoo zielt daher keinesfalls auf eine spätere Auswilderung.
Wohin auch will man diese, an die Gefangenschaft angepassten Individuen auswildern, wenn deren Lebensräume weitgehend zerstört sind?
Eher sind Zoos vielmehr daran interessiert besonders anziehende, exotische und besonders beliebte Tiere zu züchten. Tierbabys sind die Besuchermagnete schlechthin. „Putzige Teddys“ oder „Knuddlige Kätzchen“ die gerade den Anspruch von besonders „süß“ und „niedlich“ erfüllen, mit ihrem besonders verspielten Verhalten viele Besucher in den Zoo locken und leere Zookassen füllen.
Um den Nachschub an niedlichen Babys zu sichern, setzt man u.a. nicht nur auf den oben bereits beschriebenen unnatürlichen Übertrieb an Sex, sondern setzt auch schon einmal Naturgesetze außer Kraft. Folge sind vermehrt Mischlings-, Inzest-, Inzuchten oder Handaufzuchten.
Durch diese unverantwortliche Zuchtpolitik entsteht mehr und mehr ein „Überschuss“ an erst niedlichen und später unerwünschten Tieren. Immer mehr Zoos züchten, obwohl sie ganz genau wissen, dass sie für diesen Nachwuchs keinen seriösen Platz finden. Geburtenkontrolle ist mittlerweile ein Fremdwort bei vielen „Tiergärtnern“.

Schlachthof der Kuscheltiere
Wenn die einstigen Besucherlieblinge dann größer sind, sind sie für die Zoos nur noch lästiger Abfall. Sie landen dann, wie aktuell immer wieder bekannt wurde, als Schulterstück im zooeigenen Schlachthaus oder im dubiosen Tierhandel, in Zirkusunternehmen oder in der abgewrackten Scheune irgendeines Privathalters.
Immer mehr Zoos verweigern bekannt zu geben, wo der einst geliebte Nachwuchs verblieben ist.
Dieser Umgang mit dem Nachwuchs ist nicht nur ethisch und moralisch verwerflich, sondern hat auch nichts mit dem vom Zoo propagierten Tier- und Artenschutz zu tun.
Und natürlich geben Zoos nicht zu, Massenzucht zu betreiben um die vielen Tierbabys anschließend als Besuchermagnete zu missbrauchen. Vielmehr argumentieren sie mit dem mehr als fadenscheinigen Argument, dass Geburten zum notwendigen Verhaltensrepertoire eines Tieres gehören und nicht durch Geburtenkontrolle unterdrückt werden sollten.
Doch hier kommt die ganze Absurdität der Zooargumentation zum Vorschein:
Ausleben des Aufzucht- und Mutter-Kind-Verhalten unbedingt einfordern aber andere arttypische und angeborene Verhaltensweisen, wie z.B. Wandern, Jagen oder Fliegen, verwehren oder erheblich einschränken. Es ist verlogen und bezeichnend, wenn Zoos plötzlich allein nur das Verhalten einfordern, welches dem Zoo von erheblichem finanziellem Nutzen ist – die Geburt von niedlichen Besuchermagneten. Aber was ist der Zoo nun? Doch nur das Schlachthaus ihrer Kuscheltiere?

Erhaltungszucht landet auf der Schlachtbank
Übrigens ist eine Tötung von überschüssigem Nachwuchs mehr als kontraproduktiv, ja schon eine Lüge, in Bezug auf die angebliche Erhaltungszucht in Zoos.
Denn was ist das für eine Zucht, in der man bedrohte Tierarten abschlachtet, damit die genetische Vielfalt reduziert, eine genetische Verarmung fördert und die Gefahr von Inzucht erhöht wird? Das ist ein klarer Rückschritt!
Und die angebliche Arche Noah „Zoo“ tötet, schlachtet und verfüttert bedrohte Tiere! Noch deutlicher kann der Widerspruch der sich hinter der Institution Zoo verbürgt nicht sein.



Besucher

Vom „Tiergarten“ zur „Zirkusvorstellung“

Big Brother im ErlebnisZoo
Jeder hat es bereits schon einmal erlebt - an den Zookäfigen wo sich nichts „rührt“, wo nichts „geschieht“ und wo keine „Aktion“ ist, dort findet man auch die wenigsten Besucher.
An den Gehegen in denen öfters Sexualpraktiken, Aggressionen oder ein besonders niedliches kindliches Verhalten der Tierbabys zu finden ist, genau dort treffen wir auch die meisten Besucher an.
Der allgemeine Zoobesucher strebte schon immer mehr nach Unterhaltung und Voyeurismus statt nach Unterweisung und Lernen.
Schon lange reicht dem Besucher der Spaziergang von einer Tierzelle zur anderen aber nicht mehr aus. Die reine Gefangenschaftshaltung von Tieren wird auf die Dauer immer langweiliger und unattraktiver. Zoos leben daher, wie Rummelplätze auch, von immer neueren Attraktionen, die die Besucher in den Zoo locken.
Konnten sich die Zooinsassen bisher nicht vor den Blicken und dem Lärm der vor ihrem Gehege stehenden Besucher zurückziehen, so kommen die Besucher ihnen heute mittlerweile noch näher und belästigen sie sogar schon in den Gehegen oder während ihrer Schlafphase.

Ich will Spaß!
Die immer mehr schwindenden Besucherzahlen veranlassen die Betreiber zu immer neueren perfiden Ideen. Ob für Hochzeiten, Firmenfeiern, Kindergeburtstagen, Dressurvorstellungen, „Sonderfütterungen“ mit Aufpreis, Nachtführungen, Musikevents oder Parkfesten, immer mehr und öfters dringt der Mensch in die Privatsphäre der Zooinsassen ein.
Auch das Bedürfnis der Tiere nach Schlaf, Rückzug oder Ruhe, wird immer mehr zur Nebensache. So genannte „Event-Zoos“ sind geboren.
Der Zoo - ein Event, eine Show, ein Theater und ein Zirkus, um die Schaulust und die Gier nach Unterhaltung des Menschen noch mehr zu befriedigen. Als Alibi wird jedoch noch weiterhin „Artenschutz“ und „Bildung“ vorgeschoben. Die Illusion wird perfekt inszeniert.
Der Zoobesucher will Spaß haben, doch für die Käfiginsassen ist dies alles andere als lustig.



Bildung

Eisbären sind Croissant-Esser

Wenn Unnormales…
Zoobesucher verweilen oft nur wenige Minuten an einem Käfig. Hinweisschilder an den Gehegen beinhalten kaum mehr Informationen als den Namen der Spezies, Art der Ernährung und dem Verbreitungsgebiet im natürlichen Lebensraum.
Und das im Käfig sitzende Tier selbst, es vermittelt nichts, in absolut veränderter Form oder nur erheblich eingeschränkt etwas über seine reellen klimatischen Bedürfnisse, einer freien Partnerwahl, den natürlichen Ernährungsgewohnheiten oder den vielen anderen perfekt ausgeklügelten Verhaltensmustern, die ihnen ein Überleben ihrer Art im natürlichen Lebensraum sichern.
Das Tier im Zoo selbst hat nur eine Funktion, es muss als Schauobjekt herhalten. Und gerade dass das Tier für die Schaulust des Menschen seine grundlegenden Bedürfnisse und natürlichen Verhaltensweisen meist total ablegen muss, genau das wird den Besuchern aber nicht vermittelt.
Die mehr als fragwürdige Bildungsfunktion der Zoos wird besonders dort deutlich und ad absurdum geführt, wo sich kein noch so gebildeter Zoobesucher mehr ernsthaft fragt, ob sich Pinguine in Freiheit auch mit Hilfe der menschlichen Hand ernähren, Raubkatzen in Freiheit einem an einer Seilwinde hängendem toten Stück Fleisch hinterherjagen, Elefanten sich bei der Geburt in Ketten legen oder sich mit spitzen Metallhaken schlagen, Eisbärenbabys Croissants essen, Pelikane sich hüpfend fortbewegen, Gorillas Gummibärchen essen und sich die Haare büschelweise herausreißen, Schimpansen in Pappkisten schlafen, Braunbären betteln, Orang Utans auf Gummireifen klettern, Flamingos an kalten Tagen in Häuser wohnen, Tiger im Kreis laufen, Giraffen an Eisenstangen lecken oder Paviane morden.

…zur Normalität wird
All diese Widersprüche werden leider immer mehr zur fragwürdigen Normalität. Wen wundert es noch, wenn Besucher zu Eisbären ins Gehege springen und nicht mehr zwischen Knuddelknut und Raubtier unterscheiden können?
Was oder wer vermittelt im Zoo nun Wissen? Das im Käfig sitzende Tier selbst oder ist es nicht doch viel eher der antwortgebende Tierpfleger im Revier, das Zooheft im Zooshop oder der Zoomitarbeiter während des Zoorundganges? Ist es nicht doch eher das Wissen, gesammelt aus Büchern, die zum überwiegenden Teil die Forschungsergebnisse aus dem Freiland und nicht aus der Gefangenschaft beinhalten?
Lernen wir wirklich etwas vom inhaftierten Tierindividuum? Lernen wir etwas vom angeketteten Elefanten, der uns gerade aus seiner Box heraus ansieht? Sehen wir in diesem Augenblick wirklich etwas von seinen arttypischen Verhaltensweisen (wie Wandern), von seinem ursprünglichen Lebensraum, von den klimatischen Bedingungen die dort herrschen oder von seiner dauerhaften, festen und sehr sozialen Familienstruktur?



Alternativen

Zoos als Auslaufmodell abwracken

Eine Auffangstation, die Tiere aufnimmt
Zoos können ihre selbstgesetzten Aufgaben, wie Artenschutz und Bildung, nur unzureichend oder eigentlich überhaupt nicht erfüllen.
Bücher vermitteln viel mehr Wissen als ein zum Schauobjekt degradiertes leidfähiges Individuum das lebenslänglich in Beengtheit des Zoos leben muss.
Filme hingegen zeigen das reelle und natürliche Verhalten der Tiere, wie sie wandern, essen, spielen, sich fortpflanzen oder kämpfen.
Zoos müssen daher als Unrechtsinstitution, als absoluter Irrweg auslaufen.
Bis dahin sollte weniger Tieren mehr Raum zur Verfügung gestellt werden und sich die Zoos zu Auffangstationen wandeln, die Tiere aus Notlagen und schlechter Haltung aufnehmen.
Eine Art Gnadenhöfe, die Tiere retten und versorgen aber nicht weiterverkaufen, nicht züchten oder ausstellen.



Fazit

Lebenslänglich ohne Bewährung


Zoos sind Tiergefängnisse geblieben. Institutionen die allein zur Unterhaltung der Menschen dienen.
So gut wieder jeder der ca. 200 Zoos in Deutschland ist ein reines Wirtschaftsunternehmen, in dem die Gewinnoptimierung vor dem Wohlbefinden der tierischen Insassen steht.
Der erhebliche und mehr als uneffektive finanzielle, zeitliche und personelle Aufwand der Gefangenhaltung von Tieren ist um ein Vielfaches höher, als der Beitrag den Zoos zum angeblichen Erhalt einer Tierart im natürlichen Lebensraum leisten.
Der Zooanteil zum Erhalt von Lebensräumen ist noch viel geringer.
Ist es doch aber gerade die Lebensraumzerstörung des Menschen, die zum Artensterben den höchsten Beitrag leistet.
Würde man die gesamten Zooausgaben in Milliardenhöhe in den Erhalt von Lebensräumen investieren (Natur-Fonds), hätten wir mit Sicherheit heute weniger Probleme mit dem Schwund oder der Bedrohung von Arten.
Tiere im Zoo sind austauschbare Objekte, die mit dem lächerlichen Vorwand der Arterhaltung, der Bildung oder Sensibilisierung dort gefangengenhalten werden.
Der Zoo ist eine reine Lagerstätte von Tieren und keine Zufluchtstätte. Ein Tiergefängnis mit dem Anschein von Natur.




Was Sie tun können

Besuchen Sie keinen Zoo. Nutzen sie Bücher oder Videodokumentationen um ihrem Kind das reelle und natürliche Verhalten der Tiere in Freiheit näher zu bringen. Vermitteln Sie ihren Kindern, dass Tiere ihre Freunde sind und man Freunde nicht einsperrt.
Erklären Sie Freunden und Verwandten, was es heißt ein Leben lang in Beengtheit und Langeweile ausharren zu müssen. Zeigen Sie Ihnen unsere Filmaufnahmen von verhaltensgestörten Tieren im Zoo. Unterstützen Sie Projekte, die die Lebensräume von bedrohten Tierarten erhalten helfen oder Neue schaffen.



(1) “Zur Geschichte des Karl May Museum” von Dr. Klaus Hoffmann/ 2001
(2) „Vom Wert der Vielfalt“ GEO Heft 5/ 2008; Seite 55

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Schützen Sie Ihre Tiere vor Silvester-Gefahren

Das geräuschvolle Willkommenheißen des neuen Jahres birgt für Tiere größte Gefahren.   mehr

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