Jagd - das unfaire Spiel
Das Nachstellen und Töten von Tieren hat sich als Form der Subsistenzwirtschaft, von der die Menschen in der Steinzeit weitgehend abhängig waren, zu einer Form der Freizeitgestaltung entwickelt. Ungeachtet der Tatsache, dass heutzutage in den zivilisierten Regionen der Welt niemand mehr jagen muss, um sich ernähren zu können, frönen ca. 350.000 Jäger allein in der Bundesrepublik dem "Handwerk" - und töten zusammen jährlich mehr als fünf Millionen Wildtiere.
Es ist schwer nachzuvollziehen, warum es Jägern – knapp 0,4 Prozent der deutschen Bevölkerung - erlaubt ist, wildlebende Tiere zu töten und zu verstümmeln, die im Grunde genommen genauso den 99,6 Prozent der deutschen Nichtjäger "gehören". Da die Jägerschaft mit ihren zahlreichen Vertretern in Politik und Wirtschaft jedoch beachtenswerten Einfluß auf die Gesetzgebung ausübt, gelingt es ihr noch immer, ihr blutiges Hobby aufrechtzuerhalten - gleich welche ökologischen Schäden (ganz zu schweigen vom Leid der betroffenen Tiere) hieraus resultieren. Nichtjäger, die oftmals haarsträubenden Thesen der Waidmänner handfeste Argumente ökologischer wie auch ethischer Natur entgegensetzen, werden von diesen Kreisen zumeist konsequent ignoriert.
Unverständlich ist auch, warum es in einigen Bundesländern, unter Strafandrohung verboten ist, die Jäger beim Töten von Tieren zu stören. Es bleibt zu prüfen, inwiefern derartig absurde Gesetze auf Verfassungsebene überhaupt legal sind.
"Naturschutz", „Hege“ und "Arterhaltung" sind Schönmalereien, die gerne verwendet werden, um die Jagd vor den Augen einer immer kritischer werdenden Öffentlichkeit zu rechtfertigen. Tatsächlich haben sämtliche ökologischen Bemühungen der Jägerschaft jedoch zum Ziel, einen möglichst großen Bestand an erwünschten "jagdbaren" Tieren zu erzielen - schließlich will der Jäger genug zum Jagen haben.
Große Summen werden für Biotopmanipulationen ausgegeben - Maßnahmen, die allein jagdbare Tiere begünstigen, während sie für andere Arten (z.B. Amphibien) oftmals mit katastrophalen Folgen verbunden sind. So wird der Artenschwund in der Kulturlandschaft zusätzlich beschleunigt, während jagdbare Tiere – neben Wildschweinen (Schwarzwild) insbesondere Rehe und Hirsche (Schalenwild) - überhand nehmen.
Diese Übervermehrung beim sogenannten "Schalenwild" wird durch Maßnahmen wie die Winterfütterung, das Anbringen von Salzlecksteinen und selbst die prophylaktische Versorgung mit Medikamenten gegen Seuchen und Parasiten zusätzlich begünstigt.
"Fremdbluteinkreuzungen", Importe von Tieren aus anderen Ländern, sollen die genetische Vielfalt der begehrten Trophäenträger sicherstellen, und die gezielte jagdliche Selektion auf prächtige Geweihe (männliche Tiere mit weniger großen Geweihen werden rasch abgeschossen) trägt das ihre zur "Verhausschweinung" der Reh- und Rotwildpopulation bei.
Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang auch der gezielte Feldzug der Jägerschaft gegen Beutegreifer wie Fuchs und Marder. Allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz, die belegen, dass Beutegreifer gerade auch in der Kulturlandschaft erst die Artenvielfalt garantieren, ist in den Jagdzeitschriften immer wieder der Aufruf zu erbarmungsloser Fuchsjagd zu lesen. Um diese Vernichtungsfeldzüge mit Flinte, Falle und Hund vor den Augen der Öffentlichkeit zu rechtfertigen, wurde dem Fuchs kurzerhand das Image des Tollwutüberträgers verpaßt - ungeachtet der Tatsache, dass wissenschaftliche Untersuchungen eine völlig andere Sprache sprechen. Diese weisen aus, dass die Fuchsjagd maßgeblich zur Tollwutverbreitung beiträgt, indem sie die Vermehrungsraten in die Höhe treibt. Somit ist eine größere Zahl von Jungtieren vorhanden, die sich im Herbst auf lange Wanderungen begeben, um ein eigenes Revier zu finden - und gerade diese Wanderungen sorgen für die Verbreitung der Tollwut. Ähnliches gilt für den Fuchsbandwurm, der keinerlei Bedeutung mehr hat .
Der Fuchs- und Marderhass der Jäger hat seine Wurzeln vor allem in der Tatsache, dass diese Beutegreifer mit den Waidmännern um dieselben Beutetiere konkurrieren. Um mehr Fasanen (die überdies oftmals für die Jagd gezüchtet und ausgesetzt werden) und Hasen schießen zu können, verfolgt man also kurzerhand Marder und Fuchs mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Dabei wird konsequent ignoriert, dass Ökosystem und Nahrungskette ein komplexes Netz gegenseitiger Abhängigkeit formen, das - lässt man es in Ruhe - eigenständig für die Artenvielfalt sorgt. So sichern Beutegreifer nicht zuletzt auch ihren Beutearten das Überleben, indem sie schwache und kranke Tiere zuerst erbeuten (diese sind am einfachsten zu erjagen) und somit Seuchenherde sofort eliminieren. Jäger erfüllen diese Funktion überhaupt nicht, sie können nicht wie ein Fuchs einem Hasen kurze Zeit nachsetzen, um festzustellen, ob dieser kränkelt. Abgesehen davon, liegt es auch gar nicht in der Absicht des Jägers, etwas Vergleichbares zu tun: Ihm geht es vielmehr um prächtige Trophäen, um "den reifen, starken Bock auf der Höhe seiner Kraft", wie es die Jagdzeitschrift "Die Pirsch" formulierte.
Selbst dann, wenn durch nachhaltige Eingriffe des Menschen in ein Ökosystem ein Tierbestand einmal vorübergehend zu groß wird, normalisiert sich diese Populationsdichte rasch wieder.
Hunger und Krankheit mögen nicht schön sein, sind aber der Lauf der Dinge in der Natur, um sicherzustellen, dass die Starken überleben und auf diese Weise die betreffende Tierart leistungsfähig bleibt. Ein Tier abzuschießen mit der Begründung, es könne ja hungern oder krank werden, ist nicht nur widersinnig, sondern geradezu zynisch: Die gesündesten und am besten ausgestatteten Tiere überleben Durststrecken am ehesten und erhalten so die Stärke der gesamten Herde oder Tiergruppe.
Der Streß, den die Jagd für die Tiere bedeutet - Lärm, Angst, Verlust von Lebenspartnern, Verletzung durch Fallen und Kugeln - macht sie nicht nur scheu, sondern schränkt auch ihre Fähigkeit, sich adäquat zu ernähren, signifikant ein. Diese Feststellungen resultieren dann in Ermahnungen der Jäger, man möge sich als Sportler oder Wanderer in freier Natur doch überaus vorsichtig bewegen. Auch hier beweisen wissenschaftliche Studien jedoch, dass Nichtjäger nur dann als Störfaktor wirken, wenn Tiere durch Menschen Verluste oder Schmerzen erlitten und somit eine übergroße Scheu vor allen menschlichen Wesen aufgebaut haben.
Nicht nur unter Alkoholeinfluß oder durch Unachtsamkeit werden darüber hinaus auch Hunde und Katzen erschossen - die Jägerschaft selbst wies vor einigen Jahren die Zahl der jährlich erlegten oder in Fallen gefangenen Hunde mit 65.000, die der Katzen mit sage und schreibe ca. 400.000 aus. Als Begründung für diese Abschüsse wird von den Jägern der sogenannte "Jagdschutz", der Schutz eigener Interessen, sprich: Abschußzahlen, vor vermeintlich wildernden Haustieren angeführt. Ihnen muss, so der Jagdbuchautor Hans Behnke, "als Geißeln der Wildbahn unnachgiebig der Krieg erklärt werden" und diese Kriegserklärung wird vollkommen legal, sobald sich beispielsweise eine Katze mehr als 200 – 500 Meter (variiert nach den einzelnen Landesjagdgesetzen) von der nächsten menschlichen Behausung entfernt hat.
Konsequenz all dieser Fakten, dieses alltäglichen Wahnsinns in deutschen Wäldern: Fragen Sie, bevor Sie einen Natur- oder Umweltschutzverband unterstützen, ob dieser sich für die Jagd ausspricht oder sie sogar fördert. Da viele Verbände in diesem Bereich von Jägern aktiv unterwandert werden, ist hier durchaus Vorsicht geboten!
Protestieren Sie darüber hinaus gegen Jagdveranstaltungen, schreiben Sie Leserbriefe, lassen Sie Ihr Radio laut spielen, wenn Jäger in der Nähe sind, und verteilen sie an Hochsitzen menschliches Haar, dass bei Friseuren kostenlos zu beziehen ist. Lassen Sie auch andere Menschen alles über die jagdliche Realität wissen. Fordern Sie von den Gesetzgebern brieflich, per Fax, E-Mail oder Telefon die konsequente Durchsetzung von Natur- und Tierschutzgesetzen und verlangen Sie, dass auch Nicht-Jäger an politischen Entscheidungen hinsichtlich der Jagd beteiligt werden. mehr
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Kastrieren, um dem Leiden ein Ende zu bereiten
Viele Leute erfreuen sich an dem Zusammenleben mit Hund oder Katze, die bereits vor etwa 5000-10.000 Jahren zu tierischen Mitbewohnern wurden. Über die Jahre haben Menschen die Entwicklung durch Zucht dahingehend manipuliert, dass bestimmte körperliche Eigenschaften hervorgehoben wurden, wodurch die verschiedenen Hunde- und Katzenrassen entstanden, die wir heute kennen. Durch das Domestizieren wurden die Tiere jedoch aus dem Ökosystem herausgenommen, und ihre Fortpflanzung wird nun nicht mehr länger auf natürliche Weise durch Raubtiere oder den Lebensraum reguliert. Daraus resultiert eine Übervölkerung, die ein weiträumiges Kastrieren erforderlich macht.
Der tragische Kreislauf
In deutschen Haushalten leben ca. 7 Millionen Katzen und 5,5 Millionen Hunde. Zu viele bekommen Nachwuchs, weil die Leute, denen sie gehören, ihrem Hund oder ihrer Katze die "Erfahrung" gönnen, einmal Junge zu bekommen, oder weil sie wollen, dass ihre Kinder einmal Augenzeuge des "Wunders des Lebens" werden.
Was auch immer der Grund für den Nachwuchs sein mag, das Angebot an Katzen und Hunden übersteigt bei Weitem die Nachfrage. Ungewollte Tiere werden dann oft als Plage empfunden und auch so behandelt. Ertränkte Kätzchen und ausgesetzte Hunde sind an der Tagesordnung. Groben Schätzungen zufolge, werden jährlich mehr als 70.000 Katzen ertränkt, erschlagen oder zu Tode gequält. Manche Leute setzen ihre Tiere in ländlicher Gegend aus, weil sie hoffen, dass sich dort jemand ihrer annimmt oder die Tiere sich selbst versorgen können. Aber oft werden diese Tiere grausam behandelt, müssen hungern und frieren, leiden an Krankheiten, werden überfahren oder für Versuchslabors eingefangen, oder sie vermehren sich weiter unkontrolliert. Allein 250.000 Tiere werden pro Jahr in Deutschland in Wald und Feld abgeschossen. Ebenso viele fallen dem Straßenverkehr zum Opfer.
Selbst wenn der eine oder andere für seinen Wurf Katzen oder Hunde ein Zuhause finden mag, so geht doch der Übervölkerungskreislauf weiter, wenn auch diese Tiere wiederum Nachwuchs bekommen. Nimmt man z.B. an, ein Katzenpaar bekommt im Jahr zweimal Nachwuchs und jeweils 3 Kätzchen pro Wurf überleben, dann ergibt dies nach 10 Jahren über 80 Millionen Kätzchen! Die Plätze, die von gezüchteten Tieren eingenommen werden, hätten einem der bereits geborenen, herrenlosen Tiere ein Zuhause gegeben. Die Tierheime in Deutschland platzen aus allen Nähten und nicht Wenige befürchten, dass wir bald Verhältnisse wie in den USA bekommen. So bekommen Tierheime in den USA z.B. jährlich ca. 27 Millionen Tiere. Diejenigen, die nicht binnen einer Woche vermittelt werden können, - ca. 17 Millionen von ihnen - werden entweder durch eine Injektion oder mittels unwünschenswerter Methoden wie Kohlenmonoxyd oder Unterdruckkammer getötet. (1) In vielen Gebieten ist es gestattet, Tiere an Tierversuchslabors zu verschenken oder zu verkaufen, wo ihnen ein langer Leidensweg bevorsteht.
Ein Minimum an Prävention
Kastrieren hilft, die Welle der Übervölkerung einzudämmen. Es macht Tiere nicht dick und faul, schadet ihrer Gesundheit nicht und ändert auch nicht ihre Persönlichkeit, wie mancher fälschlicherweise annimmt. Kastration vermindert nicht nur den Stress und das Unbehagen, dem weibliche Tiere während ihrer Hitze ausgesetzt sind, sondern verhindert auch noch die Entstehung von Gebärmutterkrebs und reduziert in großem Maße die Chancen für Krebs am Gesäuge. Kastrieren verringert bei männlichen Tieren den Drang, herumzustreuen oder Kämpfe auszufechten; es trägt auch zur Verhinderung von Hodenkrebs bei. (2)
Weibliche Hunde und Katzen sollten etwa im Alter von sechs Monaten kastriert werden. Männliche Tiere sollten etwa im Alter von sechs bis neun Monaten kastriert werden. Allerdings kann das Kastrieren, unbedenklich in fast jedem Erwachsenenalter durchgeführt werden. Manche Tierheime kastrieren schon früher, was für die Tiere unter Umständen weniger Stress bedeutet. (3) Nach den Operationen brauchen die Tiere nur eine paar Tage, um sich wieder vollständig zu erholen.
PETA wünscht sich eine Verordnung, die das Kastrieren von Hunden und Katzen verpflichtend für jeden Tierbesitzer macht, es sei denn, ein Tierarzt hat festgestellt, dass der chirurgische Eingriff die Gesundheit des Tieres gefährden würde. Bis dorthin appellieren wir an die Vernunft und das Gewissen jedes Tierbesitzers, sich durch Kastration seines Tieres am Tierschutz zu beteiligen. In Österreich verlangt das Bundestierschutzgesetz übrigens bereits seit 2005, dass freilaufende Katzen kastriert werden müssen.
(1) Carol Moulton, "Animal Shelters: Changing Roles," The Animals' Agenda, May 1988, pp 14-15.
(2) "The Facts About Spaying and Neutering," Alexandria Animal Shelter, Alexandria, Va.
(3) Kim Bartlett, "Early Neutering Begun by Some Shelters," The Animals' Agenda, May 1988, p. 21.
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Stierkampf: Eine grausame Tradition
Die Menschen haben schon immer versucht, die Tradition als Rechtfertigung für schreckliche Ereignisse zu nehmen, wie z.B. Kinderarbeit oder Sklaverei. Aber die Tradition stellt keine Wahrheit oder Legitimation dar. Der Stierkampf ist ein grausamer, blutiger „Sport“, der in Geschichtsbücher verbannt gehört. 2 spanischen Regionen haben bereits den Anfang gemacht. So sind seit 1991 Stierkämpfe auf den kanarischen Inseln untersagt. Weiter hat die wirtschafststärkste Region Spaniens - Katalonien - am 28. Juli 2010 ein Zeichen gesetzt und ein Stierkampfverbot am 2012 verabschiedet.
Die Entstehungsgründe und die Geschichte der Stierkämpfe spielen bei dem Bestreben, dieses grausame Spektakel gänzlich abzuschaffen, keine Rolle. Denn Stierkämpfe bestehen aus Folter, Verstümmelung und Abschlachten der Tiere zur Unterhaltung einiger weniger, unaufgeklärter Menschen.
Fakten über Stierkämpfe
Jedes Jahr werden über 40.000 Stiere allein in Spaniens Kampfarenen barbarisch abgeschlachtet. (1) Die meisten ausländischen Besucher, die den Stierkampf besichtigten, wollen nie wieder einen Weiteren sehen. Sie sind entsetzt, empört und traurig beim Anblick des grausamen Spektakels.
Der Begriff „Stierkampf“ ist eine Fehlbezeichnung, denn gewöhnlich gibt es keinen fairen Wettbewerb zwischen dem geschickt das Schwert schwingenden Torero, oder auch Matador genannt ("matador" ist spanisch für „Schlächter“), und dem irritierten, psychisch angeschlagenen und körperlich traktierten Stier.
Einer der größten Befürworter der Stierkämpfe ist die Tourismusbranche. Reiseleiter und Stierkampf-Promoter behaupten daher, dass es sich um einen fairen und festlichen Kampf handeln würde. Was sie nie offen darlegen ist die Tatsache, dass der Stier sich nicht verteidigen kann und keine Chance auf Überleben hat.
Die Stiere werden absichtlich durch verschiedene Methoden geschwächt. (2) Es ist auch gebräuchlich, sie mit Medikamenten zu betäuben. Eine Untersuchung von spanischen Wissenschaftlern an der Salamanca Universität hat ergeben, dass circa 20 % der Stiere vor den Kämpfen in der Arena Medikamente verabreicht wurden. Bei einer Kontrolle von 200 Stieren ist herausgekommen, dass jedem fünften Tier ein entzündungshemmendes Mittel gegeben wurde, welches die Verletzungen vertuschen soll. (3)
Eine andere gängige Praxis ist es, die Hörner des Stieres um einige Zentimeter abzusägen oder abzuschleifen. (4)
Die Hörner der Stiere, genau wie bei Katzen die Barthaare, helfen den Tieren sich zu orientieren; eine kleine Veränderung kann ihre Koordination beeinträchtigen. Dieses Abschleifen ist illegal und die Hörner werden manchmal durch Inspekteure des Veterinäramtes nach einem Kampf begutachtet. 1997 rief der Zusammenschluss der Profistierkämpfer - zu denen auch die 230 spanischen Toreros gehören - zum Streik auf und wetterte gegen die Inspektionen der Veterinärämter. (5)
In einem typischen Stierkampf wird der Stier durch einen engen Gang in die Arena getrieben. In dem Gang wird dem Stier ein Widerhaken in den Nacken gerammt, an dem kleine Stoffbändchen in den Farben der Stierzucht, oft auch zusammen mit den Landesfarben kombiniert, befestigt sind. Der Widerhaken verursacht große Schmerzen, die den Stier in die Arena jagen. In der Arena wird der Stier von Picadores traktiert. Picadores sind Männer, die auf Pferden reiten und mit Lanzen die Bänder, Sehnen und Fasern der Nackenmuskulatur verletzen, sodass der Stier seinen Kopf nicht mehr erheben kann. Hierbei verliert das Tier sehr viel Blut, was den Stier zusätzlich schwächt.
Dann betreten die Banderillos zu Fuß die Arena und fahren mit dem Ablenken des Stieres fort. Sie umkreisen das Tier und stecken ihm so genannte Banderillas in den Rücken. Hier handelt es sich um ca. 80 cm lange, mit bunten Papier geschmückte Holzstöcke, an deren Enden sich ca. 5 cm lange Widerhaken befinden. (6) Der Stier wird durch den Blutverlust und die schweren Verletzungen der Banderillas, deren Widerhaken bei jeder Bewegung des Tieres seine Nackenmuskeln zerschneiden, zunehmend geschwächt. Diesen Zustand nutzen die Banderillos für das weitere Treiben aus. Sie jagen ihn im Kreis durch die Arena, bis im schwindelig wird und er aufhört, sie zu verfolgen. Schließlich taucht der Torero auf und versucht, den sterbenden Stier ein letztes Mal zu einem Angriff zu provozieren, um ihn dann mit seinem Schwert zu töten. (7) Wenn dieser Schwertstoß nicht zum Tode führt, wird der Stier weiter traktiert und verletzt, bis ein Gehilfe des Toreros - der Subalterno oder Puntillero - kommt und nun das völlig erschöpfte und gequälte Tier mit einem Stich zwischen den ersten beiden Halswirbeln töten soll. Der Dolchstoß soll das Rückenmark des Tieres durchtrennen, aber auch das wird oft verfehlt, der Stier wird dann bei Bewusstsein, aber paralysiert von den Schmerzen, angekettet und an seinen Hörnern aus der Arena weggeschleppt. (8)
Wenn die Zuschauer mit dem Torero zufrieden sind, werden die Ohren und der Schwanz des Stieres abgeschnitten und der Menge als Trophäe präsentiert. Einige Minuten später erscheint der nächste Stier in der Arena und das sadistische „Spiel“ geht von vorne los.
Es ist ein sehr feiges Ereignis. Der Torero hat die Wahl zu entscheiden, ob er mitmachen möchte - der Stier nicht. Vom ersten Moment an, wo der Stier die Arena durch den dunklen Gang, in dem er gehalten wird, betritt, hat er keine Chance. Er ist wahrscheinlich durch die Widerhaken, die im auf dem Weg in die Arena in den Nacken gejagt wurden, und von den gezielt eingesetzten Drogen, die ihm im Vorfeld verabreicht wurden, geschwächt. Häufig wird dem Stier Vaseline in die Augen gerieben, damit sich seine Fähigkeit, die Distanz abzuschätzen, negativ verändert.
Gegner des Stierkampfes
Eine Opposition gegen die Stierkämpfe hat sich in Spanien und auch in anderen Ländern gebildet. Im April 2004 deklarierte die Stadtverwaltung Barcelonas die Stadt zur Anti-Stierkampf-Stadt, in der Hoffnung, den primitiven blutigen „Sport“ zu beenden. 38 katalanische Stadtverwaltungen sind diesem Beispiel gefolgt und im katalanischen Parlament wurde ein Gesetzesentwurf debattiert, der die Misshandlungen von Tieren verbieten soll, einschließlich eines Verbots des Stierkampfes. Laut einer Gallup-Studie im Oktober 2006 zeigten 72 % der Spanier kein Interesse an Stierkämpfen, die Zahl ist von 54 % in den 80er Jahren gestiegen. (9)
Wenn Spanien seinen Tourismus steigern will und ein fortschrittliches Land sein möchte, muss es mit der Zeit gehen und aufhören, Tiere aus Gründen der Unterhaltung zu töten.
Pferde in Stierkämpfen
Stiere sind nicht die einzigen Opfer in Stierkämpfen. Auch Pferde werden für den Stierkampf missbraucht. Ihnen werden die Augen verbunden und die Ohren mit Watte gestopft, damit sie den Lärm der Zuschauer und die Laute des Stieres nicht hören können. Sie werden oft von den verängstigten Stieren aufgespießt, die sich selber schützen und verteidigen wollen. Jedes Jahr werden ungefähr 200 Pferde bei Stierkämpfen in der ganzen Welt getötet. (10)
Portugiesische „blutlose“ Stierkämpfe
In den portugiesischen (oder so genannten „blutlosen“) Stierkämpfen werden die Stiere angegriffen und angestachelt. Acht Männer stellen sich vor den Stieren auf, greifen sie an ihren Hörnern, werfen sich auf die Tiere und halten sich fest, bis sie zu Boden geworfen werden. In vielen Ländern wird bei den portugiesischen Stierkämpfen den Tieren trotzdem mit Banderillas in den Rücken gestochen und man kürzt ihre Hörner. Tierquälerei ist Teil der Show, das Töten findet außerhalb der Arena in einem Schlachthof statt.
Quellen:
(1) Emma Daly, “Fears of Mad Cow Disease Reach Bullfighting Rings”, The New York Times 11 Feb 2001.
(2) Phil Davison, “Matadors on Horns of a Dilemma”, The Independent 12 Feb 1994.
(3) “One-Fifth of Spain’s Fighting Bulls Drugged?” Reuters, 28 Nov 2000.
(4) Al Goodman, “Machismo vs. Money: Whose Bull Is Gored?” The New York Times 9 Mar 1997: E6.
(5) Goodman.
(6) Bill Lyon, “A Slaughter That Is Really a Slaughter”, The Philadelphia Inquirer 27 Jul 1992: C1.
(7) Tony Hendra, “Man and Bull”, Harper’s Magazine Nov 1996: 69.
(8) Lyon.
(9) Fiona Govan, “Bullfighting’s Future in Doubt”, The Daily Telegraph 21 Dec 2006.
(10) Fight Against Animal Cruelty in Europe, “Cheating Practises”, http://www.faace.co.uk/manipulation.htm
(11) League Against Cruel Sports, “What Is Wrong With Bullfighting?” http://www.bullfightingfree.org/wrong.html
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