Studie über den Gesundheitszustand vegetarisch ernährter Hunde
Resultate
Mit dem Ansteigen der Zahl an Vegetariern in den USA und überall auf der Welt übertragen viele ihre ethischen und gesundheitlichen Überlegungen auch auf ihre Hunde, die wie wir Allesfresser sind. Aus ethischer Sicht ergeben sich die gleichen Vorteile wie für menschliche Vegetarier - ein Bruch mit dem Schlachthof und den Grausamkeiten gegen andere Tiere. Auch was die Gesundheit angeht, liegt der Nutzen für Mensch und Tier gleichermaßen auf der Hand, besteht doch das im Hundefutter verarbeitete Fleisch zumeist aus minderwertigen Bestandteilen, die für den menschlichen Genuß nicht mehr akzeptabel sind.
Es bestehen jedoch immer noch Kontroversen hinsichtlich der Frage, ob ein Hund ein gesundes Leben führen kann auf der Basis einer vegetarischen (fleischlosen) oder veganen (rein pflanzlichen) Ernährung. Obwohl in den Medien heiß diskutiert, scheint niemand eine andere als anekdotische Beweisführung vorbringen zu können. Um eine Antwort auf diese Frage zu finden und nagende Zweifel derer auszuräumen, die ihre Hunde vegetarisch ernähren, wurde eine Studie in Auftrag gegeben, um Daten zum Gesundheitszustand und zur Ernährung einer größeren Anzahl vegetarisch lebender Hunde zu sammeln und auszuwerten.
Die Hundebesitzer wurden über die PETA-Zeitschrift Animal Times zur Teilnahme an der Studie aufgefordert. Dann wurden die Daten von 300 Hunden für die Dauer eines Jahres erfaßt. Die Studie umfaßte Fragen zur Ernährung der Hunde, zur Krankheitsgeschichte und zu allgemeinen Fakten wie Alter, Rasse und Geschlecht.
Rückblickend läßt sich feststellen, daß man besser daran getan hätte, parallel zu dieser Studie auch eine Kontrollgruppe von fleischessenden Hunden datenmäßig zu erfassen, um Vergleiche anstellen zu können. Da dies jedoch nicht geschehen ist und die bereits vorhandene Statistik über den Gesundheitszustand nordamerikanischer Hunde sich als nicht sehr hilfreich erwies, kann man die Daten dieser Studie in Hinblick auf die vegetarische Ernährung von Hunden eher als beschreibend denn als konklusiv bezeichnen. Immerhin gewinnt man diverse Einsichten und erhält allgemeine Informationen wie z.B. die, daß 82% der über 5 Jahre lang vegan ernährten Hunde bei guter bis ausgezeichneter Gesundheit waren.
Antworten zur Studie kamen aus 33 Staaten der USA und aus Kanada. Von den 300 Hunden, die teilnahmen, waren 158 (52,7%) weiblich, 142 (47,3%) männlich. Die meisten Hunde waren kastriert oder sterilisiert (266 bzw. 88,7%) und von den verbleibenden waren 22 männlich und 12 weiblich. Das Alter reichte vom Junghund bis zum 19-jährigen Tier in folgender Staffelung:
bis 3 Jahre alt: 68 (22,7%) 4 - 6 Jahre alt: 74 (24,7%) 7 - 9 Jahre alt: 78 (24,7%) 10-12 Jahre alt: 36 (12,0%) 13-15 Jahre alt: 34 (11,3%) 16 Jahre und älter: 10 (03,3%)
Die Zahl der Mischlinge überwog mit 167 (55,7%) etwas gegenüber den reinrassigen Hunden mit 133 (44,3%). Die Rassen reichten von Akitas, Yorkshire Terriern über eine größere Zahl an Terriern (22), Retrievern (22) und Beagles (7) bis hin zu Dobermännern (6). Davon lebten mehr Hunde vegan (196 bzw.65,3%) als vegetarisch (104 bzw. 34,7%).
Gesundheitsprofil: Resultate und Diskussion
Allgemeines
Bei der Datenanalyse wurde bereits frühzeitig deutlich, daß es notwendig sein würde, die Unterschiede von Hunden mit "guter bis ausgezeichneter Gesundheit" gegenüber den übrigen herauszuarbeiten. Eine entsprechende Fragestellung tauchte zwar im Fragebogen nicht ausdrücklich auf, jedoch machten einige der Teilnehmer dazu freiwillige Angaben. Andere, die Kommentare wie z.B. "glückliches, aktives Verhalten, sehr glänzendes Fell, drahtig, energiegeladen" oder "wunderbares Fell und schöne Zähne, keine schlechten Gerüche, energiegeladen, gutes Gewicht" angegeben hatten, aber nicht ausdrücklich "gute bis ausgezeichnete Gesundheit" vermerkten, wurden in dieselbe Kategorie, nämlich "gute bis ausgezeichnete Gesundheit" eingereiht, weil der Ausschluß sonst nicht auf substantieller Basis, sondern auf rein sprachlicher erfolgt wäre.
Andere Hunde in dieser Kategorie waren solche mit geringen Gesundheitsproblemen wie Zahnstein, ganz gesunde Hunde ohne jegliche Gesundheitsprobleme, solche, die einen einmaligen Vorfall hatten wie "ungeklärter Anfall vor 3 Jahren" und schließlich Hunde, die einen Unfall erlitten hatten wie z.B. eine Vergiftung oder ein gebrochenes Bein aufgrund eines Autounfalls. Die Gesamtzahl der Hunde mit "gutem bis ausgezeichnetem Gesundheitszustand" lag bei 229 (76%).
Die folgende Tabelle illustriert die Verteilung von veganen und vegetarischen Hunden
anhand der Zeitdauer ihrer fleischlosen Ernährung: mehr
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