Staatsanwaltschaft eröffnet neues Ermittlungsverfahren gegen Magdeburger Zooverantwortliche
PETA informiert Fraktionsvorsitzende über Strafanzeige nach Tötung von 27 Vögeln
Stand: 26. August 2011
Magdeburg / Gerlingen, 26. August 2011 – PETA Deutschland e.V. hat diese Woche die Fraktionsvorsitzenden der Magdeburger Parteien über das neue Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft gegen den Magdeburger Zoodirektor Dr. Kai Perret sowie den Zootierarzt Dr. Pierre Grothmann informiert (StA Magdeburg, Az. 178 Js 25233/11). Nach PETAs Strafanzeige gegen Dr. Perret sowie andere Zoomitarbeiter im Jahr 2008 wegen der Tötung von Tiger-Babys und anschließender Verurteilung wirft PETA den beiden Zooverantwortlichen jetzt die Beauftragung der rechtswidrigen Tötung von 27 Zebrafinken vor. Informationen, die PETA vorliegen, belegen, dass die Zebrafinken nur sterben mussten, um den Volieren-Platz für die Goldamadinen (ebenfalls eine Finkenart) freizubekommen. PETA fordert zunächst die unverzügliche Suspendierung von Dr. Perret und Dr. Grothmann und die anschließende Einleitung eines Kündigungsverfahrens.
Dr. Edmund Haferbeck, wissenschaftlicher Berater bei PETA, dazu: „Auch in diesem Fall haben Zoomitarbeiter wohl erhebliche Bedenken geäußert und Alternativen zur Tötung vorgeschlagen, aber vergeblich. Der Tötungsauftrag wurde trotzdem erteilt. Perret und Grothmann sind völlig uneinsichtige Wiederholungstäter, für sie sind die Tiere einfach nur ein Mittel zur Profitmaximierung. Wir fordern ihre sofortige Suspendierung!“
Entgegen der Behauptung von Dr. Perret waren die Tiere nicht von vornherein als „Futtermittel“ vorgesehen, da Zebrafinken aufgrund ihres geringen Gewichts nicht zur Verfütterung genutzt werden. Erneut haben Dr. Perret und Dr. Grothmann nach hiesiger Rechtsauffassung gegen das Tierschutzgesetz verstoßen und dabei sogar die Öffentlichkeit belogen. Das Tierschutzgesetz verbietet nach §§ 1, 17 das Töten von Wirbeltieren ohne vernünftigen Grund. PETA Deutschland e.V. fordert ein generelles Zuchtverbot für Tiere in zoologischen Einrichtungen. Die Zoos sollen sich stattdessen in Auffangstationen umwandeln, die notleidende Tiere aus Zirkusbetrieben oder privaten Haltungen aufnehmen.
Weitere Informationen:
http://www.peta.de/web/zoos.125.html /
http://www.peta.de/web/toetung_von.4648.htmlInterviewkontakt: Dr. Edmund Haferbeck, Tel. 07156 / 17828-28, Mobil 0171 / 4317387, EdmundH@peta.de