Strafanzeige wegen Catch & Release beim „Kinder-Angeln“ / PETA zeigt Fischerverein Melle an
Stand: 20. Juli 2010
Osnabrück / Gerlingen, 20. Juli 2010 – Der Fischerverein Melle e. V., Mitglied im Landesfischereiverband Weser Ems e. V. ist letzte Woche angezeigt worden. Laut der Tierrechtsorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) besteht Verdacht auf Verstöße gegen §17 und §18 des Tierschutzgesetzes. Der Fischerverein veranstaltet „Schnupperangeln“ für Kinder und betreibt dabei so genanntes „Catch & Release“: unerfahrene Ferienkinder dürfen in einem Gewässer angeln, in dem die Mehrzahl der Fische zu klein ist, um geangelt werden zu dürfen. Die Tiere werden in einer Reuse gesammelt, mehrere Stunden in Becken gehalten, um sie abends den Eltern zu zeigen, und später zurück ins Wasser geworfen. „Angelvorgänge, die nicht erforderlich sind, um den Fisch als Nahrungsmittel verfügbar zu machen, haben zu unterbleiben“, heißt es jedoch in der Kommentierung zum Tierschutzgesetz. Die Anschuldigungen von PETA sind durch Presseberichte belegt (z. B. Neue OZ: „Dicker Fisch macht noch keinen Angler“ vom 11. Juli 2010).
„Catch & Release ist eine einzige Tortur für Fische“, erklärt Meeresbiologin Dr. Tanja Breining von PETA. Das Eindringen des Angelhakens in die Weichteile der Fische, das Herausnehmen aus dem Wasser, der Aufenthalt an Land in Menschenhand, das Entfernen des Angelhakens sowie das Wiederhineinwerfen würden den Tieren erhebliche Schmerzen verursachen. Viele der traumatisierten Tiere sterben in der Folge, weil sie den Stress und die Verletzungen nicht überstehen. „Angeln ohne vernünftigen Grund ist in Deutschland zwar verboten, aber leider weit verbreitet!“, so Dr. Breining. Die Meeresbiologin weist auch darauf hin, dass die pädagogischen Konsequenzen eines „Ferienangelns“ nicht zu unterschätzen sind. Kinder verlieren das natürliche und spontane Mitgefühl mit anderen Lebewesen und werden „blind“ für das Leid von Tier und Mensch. Das Zappeln und verzweifelte „Um-Luft-Ringen“ wird nach einer gewissen Zeit nicht mehr wahrgenommen und sogar als lustig empfunden. Fische sind vom Grundgesetz her geschützte Wirbeltiere. Weitere Informationen finden Sie auf
www.fischen-tut-weh.de.
Interviewkontakt: Dr. Tanja Breining, Tel. 07156 / 17828-30, TanjaB@peta.de