Stuttgarter Eisbären verhaltensgestört
Tierrechtsorganisation PETA schaltet Veterinäramt ein
Stand: 5. August 2010
Stuttgart / Gerlingen, 5. August 2010 – Die Wilhelma-Eisbären in Stuttgart sind nach einer neuen Recherche der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. (People for the Ethical Treatment of Animals) teilweise verhaltensgestört. In dieser neuen Recherche hat PETA von 2008 bis 2010 die Eisbär-Gehege in allen 11 Eisbärenhaltenden deutschen Zoos besucht, die Tiere gefilmt und die Aufnahmen analysiert. Das Ergebnis: 95 Prozent der deutschen Eisbären zeigen Stereotypen. Einen Videobeweis aus der Wilhelma veröffentlichte die Organisation jetzt auf PETA TV. Laut Tierschutzgesetz sind Verhaltensstörungen Ausdruck von Leiden und damit Tierquälerei. Bereits im Juni hat PETA das Stuttgarter Veterinäramt deshalb zur Aufhebung der Eisbären-Halte-Genehmigung des Zoos Stuttgart aufgefordert, eine Antwort steht bislang aus. PETA fordert einen sofortigen Zucht-Stopp und das Auslaufen der Eisbären-Haltung in ganz Deutschland, da Eisbären im Zoo nicht artgerecht gehalten werden können. „Jedem, der die leidenden Tiere in den Videoaufnahmen sieht, ist sofort klar: Eisbären gehören nicht in Gefangenschaft!“, so Dr. Edmund Haferbeck, wissenschaftlicher Berater von PETA.
Mehr Infos zur neuen Eisbären-Recherche:
Die neue Eisbären-Recherche von PETA beantwortet alle Fragen rund um Eisbären in Gefangenschaft: Wie sehr leiden die arktischen Einzelgänger im Zoo? Warum werden aus Handaufzuchten oft „Problembären“? Werden Eisbären im Zoo vielleicht noch eher aussterben als in Freiheit? Laut PETA zeigen in Gefangenschaft lebende Eisbären stark rückläufige Geburtenraten, vermehren sich kaum. Außerdem haben die Eisbären eine extrem hohe Kindersterblichkeit – 61 Prozent der deutschen Eisbären-Babys starben bereits unter 12 Monaten. Die Polarkreis-Bewohner haben im Zoo auch generell eine niedrige Lebenserwartung. 75 Prozent der Eisbären sterben jung, noch vor ihrem 15. Geburtstag. Zum Vergleich: Die Lebenserwartung in Freiheit beträgt 15-18 Jahre. Die Bären leiden an Lauf-Stereotypien, Kopf-Dreh-Stereotypien und Schwimm-Stereotypien. Und nicht zuletzt: Eisbären in Deutschland bekommen häufig Hautkrankheiten, verlieren büschelweise Haare. Lesen Sie hier weitere erschreckenden Fakten aus der neuen PETA-Recherche: www.freiheit-fuer-eisbaeren.de.
Interviewkontakt: Dr. Edmund Haferbeck, Tel. 07156 / 17828-28, EdmundH@peta.de
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