Tausende protestieren gegen Tierversuche für Kosmetika
EU-Verkaufsverbot auf der Kippe
Stand: 25. November 2010
Gerlingen, 25. November 2010 – Die Europäische Union hat 2009 den Verkauf aller Kosmetika verboten, die an Tieren getestete Inhaltsstoffe enthalten – mit der Ausnahme einiger bestimmter Tests. Diese sollten erst am finalen Stichtag, dem 11. März 2013 verboten werden; genügend Zeit für die Hersteller, sich um die Entwicklung von Alternativmethoden zu kümmern. Doch jetzt sieht es danach aus, als würde plötzlich umgeschwenkt: Die EU erwägt, den Stichtag auf Jahre, evtl. sogar unbefristet zu verschieben. Aus diesem Grund startet die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. jetzt einen bundesweiten Aktionsaufruf an den zuständigen EU-Kommissar John Dalli. Er soll keine Kompromisse machen und das finale Verkaufsverbot 2013 endgültig umsetzen. Auf www.peta.de/EUKosmetik können alle mitfühlenden Menschen an der Protestaktion teilnehmen.
„Das EU-Verkaufsverbot rettet Millionen Tiere vor dem Horror der Versuchslabore“, sagt Tierärztin und Kampagnenleiterin Christine Esch von PETA. „Es darf auf keinen Fall gekippt werden!“ Das Verkaufsverbot bedeutet nicht nur, dass keine Tierversuche für Kosmetika oder deren Inhaltsstoffe in der EU mehr stattfinden werden, sondern auch, dass Firmen aus Nicht-EU-Ländern, die Kosmetika in die Europäische Union exportieren möchten, ihre Tierversuche einstellen müssen. „Der entstandene Druck auf die kosmetische Industrie hat bereits jetzt die Entwicklung und Förderung effizienter und humaner tierversuchsfreier Testmethoden mächtig angekurbelt“, so Esch. „Die neuen Methoden werden auch in anderen Bereichen als der Kosmetikindustrie zum Einsatz kommen, so dass dadurch sogar weitere Tierversuche verhindert werden können.“ Sollte die EU-Kommission tatsächlich vorschlagen, den Stichtag im März 2013 zu verschieben, wird damit der kosmetischen Industrie mit einem Mal aller Druck genommen werden, Alternativen zu Tierversuchen zu entwickeln. Der entsprechende Vorschlag müsste dann von den Mitgliedern des Europäischen Parlamentes sowie den Regierungen aller 27 EU-Mitgliedsstaaten diskutiert werden und könnte theoretisch abgelehnt werden, genauso gut aber auch angenommen werden. Den Aktionsaufruf von PETA haben bereits über 5.000 Menschen unterzeichnet.
Interviewkontakt: Christine Esch, 07156 / 17828-58, ChristineE@peta.de
Weitere Informationen über Tierversuche:
www.stoptierversuche.de