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Tierfreunde sollten dem Gastspiel von Zirkus Voyage in Fulda fernbleiben

PETA wirft dem Zirkus Tierquälerei vor

Stand: 20. September 2010

Fulda / Gerlingen, 20. September 2010 – Für den 22. September kündigt der Zirkus Voyage in Fulda sein Gastspiel an. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. (People for the Ethical Treatment of Animals) fordert die Fuldaer Bevölkerung auf: „Spenden Sie das Eintrittsgeld lieber dem örtlichen Tierheim – unterstützen Sie keine Tierquälerei!“ Mehrere Wildtiere sind im Zirkus Voyage laut PETA bereits gestorben. Die Mitführung von Wildtieren wie Elefanten, Giraffe, Nashorn oder Flußpferd im Zirkus sei Tierquälerei. Besonders besorgt sind die Tierschützer um Elefantenkuh Mausi, um die sich auch der „Elefanten-Schutz Europa e. V.“ (ESE) bemüht. Mausi weist die für fast alle Elefanten mit ihrer Lebens- und Leidensgeschichte typische Kleinwüchsigkeit auf und leidet zudem an schwerer Arthrose, insbesondere in den Hinterbeinen. Arthrose entsteht durch Feuchtigkeit, harten Boden und zu langes Stehen. Aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes sollte Mausi dringend stationär untergebracht werden. „Auch der verfrühte Tod der 32-jährigen Elefantenkuh Anja, die 2008 im Zirkus Voyage an Lungenentzündung verstarb, bestätigt Haltungsdefizite in diesem Zirkus“, ergänzt Tobias Dornbusch, Diplom-Biologe und Elefantenexperte der ESE.

„Neben Elefanten sind auch die mitgeführte Giraffe oder das Nashorn gegen Nässe und Kälte sehr empfindlich“, warnt Carola Schmitt, Leiterin der PETA-Kampagne „Wildtiere raus aus dem Zirkus“. Eine Stalltemperatur von über 15° bzw. 18°C ist für diese Tiere Minimum. Doch selbst wenn die Zelte aufgeheizt sind – an Bewegungsmangel leiden die Tiere in einem Zirkus grundsätzlich. Extrem empfindlich reagieren diese Tiere zudem auf Stress. „Nichts anderes aber sind die permanenten Transporte“, kritisiert Schmitt. Im September 2007 verstarben zwei junge Giraffen bei Voyage (Bagira, ca. 7 Jahre und Naomi, ca. 6 Jahre alt). Aus Sicht des Tierschutzes wurden den Tieren durch Mängel in der Tierhaltung erhebliche Schmerzen, Leiden und Schäden zugefügt. Schmitt betont: „Wir sind nicht gegen Zirkus, sondern gegen Wildtiere im Zirkus.“ PETA kritisiert allgemein die Haltung, den Transport und die Dressur von Wildtieren im Zirkus. Die natürlichen Lebensräume von Elefant, Nashorn & Co. sind weder Transportfahrzeuge noch Zelte auf einem Festplatz inmitten einer Stadt.

Die Bundestierärztekammer spricht sich ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie die Mehrheit der Bevölkerung in der BRD. Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 hat der Bundesrat in einem Entschließungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließung bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 13 europäischen Ländern, die bereits entweder Verbote oder starke Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Immer mehr Prominente sprechen sich für ein Verbot aus, darunter auch Rocklegende Udo Lindenberg, Comedian Hella von Sinnen und Schauspielerin Tina Ruland.

Interviewkontakt: Carola Schmitt, Tel. 07156 / 17828-24, CarolaS@peta.de
Weitere Informationen: www.zirkus.peta.de
Prominente engagieren sich für ein Wildtierverbot im Zirkus: http://www.peta.de/web/home.cfm?p=54
Druckfähige Fotos von Tieren im Zirkus: http://www.fotos.peta.de/categories.php?cat_id=33
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