Tierhandel: PETA bezichtigt Berliner Zoosprecherin und Zoodirektor der Lüge
Tierrechtler erneuern Rücktrittsforderung für Zoodirektor Blaszkiewitz
Stand: 17. Dezember 2009
Gerlingen, 17. Dezember 2009 – Wie die Tierrechtsorganisation PETA heute mitteilt, entsprechen die aktuellen Äußerungen der Berliner Zoosprecherin Bienek zum verwerflichen Tierhandel nicht der Wahrheit.
So ist Tierhändler Werner Bode nachweislich nicht nur als Transporteur tätig gewesen, auch sind er und seine anderen Tierhändler keinesfalls als vertrauenswürdig einzustufen. Beide Berliner Zoos hätten nicht nur nach dem für sie geltenden „Ethik-Codex“ des Weltzooverbandes die Verpflichtung, für eine artgerechte und sichere Unterbringung ihrer Tiere zu sorgen. Die Tierrechtler bezeichnen die Stellungnahme von Bienek als einen „arroganten Fußtritt gegen die Tiere und den Berliner Bürger. Mit eindeutigen Beweisdokumenten überführt und dann noch die Unwahrheit sagen“, sei für eine öffentlich- rechtliche Institution eine Ungeheuerlichkeit.
„In diversen Zuchtbüchern kann Frau Bienek gern selbst nachlesen, wie viele Tiere über Bode mit unbekanntem Ziel spurlos verschwunden sind. Seine Abgabe von Tieren an einen belgischen Zootierschlachter ist in einem solchen Zuchtbuch vermerkt“, so Frank Albrecht, Zooexperte bei PETA Deutschland e.V. „Und wenn Zoo und Tierpark Rechnungen nach Herrn Bodes Anweisungen ausstellten und Transportgenehmigungen an Bodes Privatadresse ausfüllten, macht dies mehr als deutlich, dass dieser Tierhändler nicht nur als Transporteur auftrat.“
Während beide Zoos und der Berliner Senat immer wieder öffentlich bekunden, kein Tier verschwinde und alle Abgaben seien in den Jahresberichten vermerkt, spricht PETA von einer bewussten Täuschung der Öffentlichkeit. Denn nachweislich seien z.B. die Abgabe einer Giraffe (Tierpark Berlin) und die Abgabe von Flusspferden (Zoo Berlin) nicht in den Jahresberichten für 2008 dokumentiert. PETA spricht auch von Lügen in den Jahresberichten. So soll z.B. im Jahresbericht des Tierparks Berlin für 2008 von der Abgabe zweier männlicher Streifenhyänen an „Claessens Tierpark“ die Rede sein. Eine glatte Lüge, denn: „Die Hyänen gingen über Herrn Bode an Herrn H. Claessens im belgischen Ort Heide. Dieser ist aber nur ein weiterer Tierhändler. Die Öffentlichkeit wird mit der Bezeichnung Tierpark deutlich hinters Licht geführt“, so Albrecht abschließend. „Letztendlich hat Pressesprecherin Bienek mit ihrer Aussage wirklich deutlich gemacht, was seit Jahren ungebremst im Zoo und Tierpark passiert: Die gewinnbringende Abgabe von Tieren ohne jegliches Interesse am späteren Schicksal der einzelnen Individuen, die einst als Publikumsmagnete ausgenutzt wurden. Allein schon die Tatsache, sich mit einem bereits ersichtlich dubiosen Mann wie Bode zusammenzutun, desavouiert die öffentliche Gebietskörperschaft Berlins.“
Interviewkontakt: Frank Albrecht, 07156-1782835
Weitere Informationen: www.peta.de