Tierpark Berlin erneut angezeigt
Elefantentransport nach Rostov hat juristisches Nachspiel
Stand: 9. November 2009
Berlin / Gerlingen, 9. November 2009 – Im August 2009 wurden die asiatischen Jung-Elefanten HORAS, CINTA und YOMA brutal von ihrem Familienverband getrennt und in den russischen Zoo Rostov abgeschoben. Nicht nur, dass die streng artengeschützten Tiere ca. fünf Tage transportiert wurden, in Rostov steht ihnen bis heute keine angemessene Unterbringung zur Verfügung. Statt im Gehege leben die Elefanten in einem Provisorium – die Fertigstellung der Bauarbeiten ist zeitlich ungewiss. Für die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. ein klarer Verstoß gegen die EU-Artenschutzverordnung. PETA hat nun Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin gegen Zoodirektor Dr. Bernhard Blaszkiewitz und die Verantwortlichen des Bundesamts für Naturschutz (BfN) gestellt.
„Die drei Jung-Elefanten wurden in einer regelrechten „Nacht- und Nebelaktion“ abtransportiert und in eine mehr als ungewisse Zukunft abgeschoben,“ so Zooexperte Frank Albrecht von PETA Deutschland e. V. Und dies, obwohl Zoodirektor Blaszkiewitz gewusst habe, dass in Russland weitreichender Tierschutz fehlt und es im Zoo Rostov nachweislich erhebliche Mängel in der Haltung vieler Tiere gibt. Die EG-Artenschutzverordnung Nr. 338/97 schreibt vor, dass nur eine Genehmigung zur „Beförderung lebender Exemplare“ erteilt werden darf, wenn „die am Bestimmungsort vorgesehene Unterbringung für die Pflege und Erhaltung angemessen ausgestattet“ ist. Der Bau der Elefantenanlage in Rostov wurde jedoch zum Zeitpunkt des Transportes erst begonnen, die Tiere leben bis heute in einem eilig errichteten Provisorium, wie Fotoaufnahmen von PETA belegen. In einer russischen Tageszeitung wird die Rostover Zooleitung zudem mit den Worten zitiert, dass man mit den Berliner Elefanten eine Zucht betreiben wolle. Da alle drei Jung-Elefanten den selben Vater haben, besteht hier akute Inzuchtgefahr, warnt PETA eindringlich. Die Tierrechtsorganisation fordert ein Auslaufen der Elefantenhaltung im Tierpark Berlin sowie personelle Konsequenzen für den Verantwortlichen, Zoodirektor Blaszkiewitz.
Interviewkontakt: Frank Albrecht, Tel. 07156 / 17828-35
Weitere Infos & Dia-Show über die katastrophalen Bedingungen in Rostov:
www.peta.de/elefantenrostov Druckfähige Fotos:
http://www.fotos.peta.de/categories.php?cat_id=53