Tierschützer kritisieren Gastspiel von Zirkus Voyage in Mannheim
Elefantenkuh „Mausi“ soll stationär untergebracht werden
Stand: 18. August 2010
Mannheim / Gerlingen, 18. August 2010 – Zirkus Voyage gastiert vom 20. August bis zum 5. September in Mannheim. Im Gepäck führt er Tiere mit wie Elefanten, Giraffe, Nashorn, Flußpferd, Pferde. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. (People for the Ethical Treatment of Animals) kritisiert generell die Gefangenschaft von Wildtieren im Zirkus. Diese würden zwangsläufig unter dem Leben im Zirkus leiden. Darum fordert PETA Privatpersonen und die Stadtverwaltung jetzt dazu auf, Zirkussen mit Wildtieren in Zukunft keine Flächen für Gastspiele zu vermieten. Besorgt zeigen sich auch die Elefantenexperten von „Elefanten-Schutz Europa e. V.“ (ESE) wegen der Elefantenkuh „Mausi“ im Zirkus Voyage. Sie leidet laut der Organisation an schwerer Arthrose, insbesondere in den Hinterbeinen. Arthrose entsteht durch Feuchtigkeit, harten Boden und zu langes Stehen. Aufgrund ihres schlechten gesundheitlichen Zustandes sollte „Mausi“ dringend stationär untergebracht werden. „Auch der verfrühte Tod der 32-jährigen Elefantenkuh Anja, die 2008 im Zirkus Voyage an Lungenentzündung verstarb, bestätigt Haltungsdefizite“, ergänzt Tobias Dornbusch, Diplom-Biologe und Elefantenexperte der ESE.
„Für die Tiere ist es eine Qual, permanent auf Reisen zu sein. Wir müssen endlich aufhören, Tiere für unsere Unterhaltung leiden zu lassen“, so Carola Schmitt, Sprecherin der PETA-Kampagne „Tiere raus aus dem Zirkus“. Schmitt ergänzt: „Wir sind nicht gegen Zirkus, sondern gegen Tierquälerei!“ PETA kritisiert allgemein die Haltung, den Transport und die Dressur von Wildtieren im Zirkus. Die natürlichen Lebensräume von Elefanten, Nashorn & Co. sind weder Transportfahrzeuge noch Zelte auf einem Festplatz inmitten einer Stadt. Genauso wenig können mobile Gehege artgerecht sein. „Wildtiere lassen sich nicht wie ein Hund auf dem Hundeplatz dressieren. Hier findet viel mehr Zwang statt und der Dompteur begegnet den Tieren mit einer Peitsche, Stock oder dem Elefantenhaken anstatt mit einem Rucksack voller Leckereien“, so Schmitt.
Die Bundestierärztekammer spricht sich ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie die Mehrheit der Bevölkerung in der BRD. Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 hat der Bundesrat in einem Entschließungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließung bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 13 europäischen Ländern, die bereits entweder Verbote oder starke Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Immer mehr Prominente sprechen sich für ein Verbot aus, darunter auch Rocklegende Udo Lindenberg, Comedian Hella von Sinnen und Schauspielerin Tina Ruland.
Elefantenkuh Mausi leidet an schwerer Arthrose © Archiv Elefanten-Schutz Europa e. V.
Interviewkontakt: Carola Schmitt, Tel. 07156 / 17828-24, CarolaS@peta.de
Weitere Informationen:
www.zirkus.peta.de Prominente engagieren sich für ein Wildtierverbot im Zirkus:
http://www.peta.de/web/home.cfm?p=54 Druckfähige Fotos von Tieren im Zirkus:
http://www.fotos.peta.de/categories.php?cat_id=33