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Tierschützer kritisieren Zirkus „Charles Knie“ in Immenstadt

PETA fordert Schluss mit Tiertransporten von Wildtieren

Stand: 3. September 2010

Immenstadt / Gerlingen, 3. September 2010 – Ab Dienstag, dem 7. September, gastiert Zirkus „Charles Knie“ mit seinen Tieren in Immenstadt. Neben menschlichen Artisten finden sich auch Pferde, Kamele und exotische Tiere wie Zebras, Löwen, Tiger und Seelöwen im Programm. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. (People for the Ethical Treatment of Animals) kritisiert, dass die Tiere sich ihr Leben lang auf einem Tiertransport befinden. „Für bewegungsfreudige Tiere wie Zebras und Seelöwen ist es eine Qual, permanent auf Reisen zu sein. Wir müssen endlich aufhören, Tiere für unsere Unterhaltung leiden zu lassen“, so Carola Schmitt, Sprecherin der PETA-Kampagne „Tiere raus aus dem Zirkus“. Schmitt ergänzt: „Wir sind nicht gegen Zirkus, sondern gegen Tierquälerei!“

PETA kritisiert allgemein Dressur, Haltung und Transport von Tieren im Zirkus. „Wildtiere lassen sich nicht wie ein Hund auf dem Hundeplatz dressieren. Hier findet viel mehr Zwang statt und der Dompteur begegnet den Tieren mit einer Peitsche oder einem Stock in der Hand, anstatt mit einem Rucksack voller Leckereien“, so Schmitt. Mobile Gehege können laut PETA niemals artgerecht sein. Genauso wenig wie Hauskatzen permanent auf Reisen oder in Käfigen eingesperrt sein wollen, wollen dies Großkatzen. Ein Kinderplanschbecken ist für wasserliebende Tiger kein Ersatz für einen Fluss oder See. PETA zitiert den Stuttgarter Wilhelma-Tierarzt Dr. Rietschel, der bereits im März 2002 in der „Deutschen Tierärztlichen Wochenschrift“ über Tiere im Zirkus u. a. schreibt, dass auch bei Löwen „wegen der besonderen Umstände, die in diesen Betrieben vorliegen, eine artgerechte Tierhaltung nicht oder nur sehr begrenzt möglich“ ist. Der Lebensraum von Seelöwen sind Sandstrände und das Meer. Flossen dienen zum Schwimmen, nicht zum Winken. Sägemehl ersetzt weder Gras noch Büsche, Bäume oder Felsen für die Tiere. „Tiere im Zirkus sind immer die Verlierer, das ist systembedingt leider so.“ Deshalb fordert PETA ein Verbot aller Wildtiere sowie aller bewegungsfreudigen domestizierten Tieren wie zum Beispiel Pferde im Zirkus.

Die Bundestierärztekammer spricht sich ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie die Mehrheit der Bevölkerung in der BRD. Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 hat der Bundesrat in einem Entschließungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließung bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 13 europäischen Ländern, die bereits entweder Verbote oder starke Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Immer mehr Prominente sprechen sich für ein Verbot aus, darunter auch Rocklegende Udo Lindenberg, Comedian Hella von Sinnen und Schauspielerin Tina Ruland.

Interviewkontakt: Carola Schmitt, Tel. 07156 / 17828-24, CarolaS@peta.de
Weitere Informationen: www.zirkus.peta.de
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Druckfähige Fotos von Tieren im Zirkus: http://www.fotos.peta.de/categories.php?cat_id=33
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