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Tierschutzbericht: Kommt das Wildtierverbot für Zirkusse?

PETA begrüßt das vom BMELV erstmals in Aussicht gestellte Verbot für bestimmte Wildtier-Arten im Zirkus

Stand: 18. August 2011

Gerlingen, 18. August 2011 - Im gestern veröffentlichten „Tierschutzbericht 2011“ der Bundesregierung nimmt das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMELV) Stellung zu einem möglichen Verbot von Wildtieren im Zirkus. Nachdem sich das Ministerium jahrelang dem bereits 2003 vom Bundesrat geforderten Wildtierverbot im Zirkus wegen angeblicher verfassungsrechtlicher Bedenken widersetzt hat, wird jetzt erstmals eine Positivliste für ein Verbot bestimmter Wildtierarten als Möglichkeit in Betracht gezogen.

PETA Deutschland e.V. fordert Ministerin Aigner auf, jetzt die Aussage ihres Ministeriums in die Tat umzusetzen und in einem ersten Schritt ein Nachstellverbot für die Wildtiere in Kraft zu setzen, da diese nachweislich besonders stark unter den Zirkusbedingungen leiden. Dazu gehören Großkatzen, Elefanten, Bären, Giraffen, Nashörner, Affen, Flusspferde, Seelöwen, Tümmler, Delfine, Greifvögel, Flamingos, Pinguine, Wölfe u.a.

„Das Landwirtschaftsministerium kann seine jahrelange Blockadehaltung gegen ein Wildtierverbot nicht mehr aufrecht halten. Immer mehr Leute sind von den engen Käfigen, den Peitschen für die Raubkatzen und der Peinigung der Elefanten mittels Elefantenhaken angewidert. Die angeblichen verfassungsrechtlichen Bedenken gegen ein generelles Wildtierverbot sind ein dreistes Lügenmärchen, deshalb müssen die Wildtiere jetzt raus aus dem Zirkus“, erklärt PETAs Wildtier-Experte und Kampagnenleiter Peter Höffken.

Entgegen der Darstellung von CDU/CSU sind verfassungsrechtliche Bedenken gegen ein Wildtierverbot nicht haltbar. Vielmehr ist ein Verbot mit dem Eigentumsrecht und der Berufsfreiheit vollkommen vereinbar. Dies ergibt sich aus den eigenen verwaltungsinternen Unterlagen der beteiligten Ministerien, die PETA vorliegen. Auch auf EU-Ebene ist die Rechtsposition, Wildtiere im Zirkussen auf nationaler Ebene zu verbieten, durch zwei rechtskräftig abgeschlossene Verfahren bereits verankert. PETA fordert ein generelles Wildtierverbot für Zirkusbetriebe.
Die Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie die Mehrheit der Bevölkerung in der BRD. Nach einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 hat der Bundesrat in einem Entschließungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließung bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 13 europäischen Ländern, die bereits Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Immer mehr Prominente sprechen sich für ein Verbot aus, darunter auch Rocklegende Udo Lindenberg, Bill und Tom von Tokio Hotel und Comedian Hella von Sinnen.

Interviewkontakt: Peter Höffken, Tel. 07156/ 178 28-18, PeterH@peta.de
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