Todesfälle beim Iditarod beschmutzen den Ruf des Rennens
von Jennifer O’Connor im Jahr 2007
Nun, da der letzte Hund die Ziellinie überlaufen hat, sind die Iditarod-Organisatoren eiligst darum bemüht, den angeschlagenen Ruf des “Letzten großen Rennens” zu flicken, nachdem drei Hunde gestorben sind und ein Veteran unter den Hundeschlittenführern), Ramy Brooks, im diesjährigen Rennen disqualifiziert wurde. Zeugen erwischten Brooks dabei, wie er seine Hunde schlug, von denen später einer starb. Leider scheint dem Komitee des Iditarod-Laufs sehr viel mehr daran zu liegen, den miserablen Ereignissen dieses Jahres einen positiven Touch Anstrich zu verleihen, als Brooks unter Strafe zu stellen, dem es bisher noch immer erlaubt ist, an künftigen Rennen teilzunehmen.
Das Komitee sollte endlich zu der Erkenntnis kommen, dass das Rennen in seiner derzeitigen Form unvermeidbar tödlich für Hunde ist und daher eingestellt werden sollte.
Im Rahmen des Iditarod-Rennens werden Hunde etwa 1.850 km, also etwa die Entfernung von Frankfurt nach Madrid in acht bis 16 Tagen über ein grauenhaftes Terrain gejagt. Sie legen dabei häufig Entfernungen von mehr als 160 km pro Tag zurück—das entspricht etwa vier Marathons am Stück—mit nur wenigen (und kurzen) Intervallen der Erholung. Sie sind beißenden Winden, blendenden Schneestürmen, Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und Stürzen durch tückisches Eis in frostigkalte Gewässer ausgesetzt.
Ihre Füße werden wund, blutig und vom Eis aufgeschnitten und schlichtweg völlig kaputt von den irrwitzigen Entfernungen, die sie zurücklegen müssen. Viele der Hunde zerren sich Muskeln, Sehnen und Bänder, erleiden Bandscheibenrisse, Belastungsbrüche und erkranken an blutigem Durchfall, Dehydrierung, internen Viren oder blutenden Magengeschwüren. Es haben sich schon Hunde an Zugleinen stranguliert, wurden von Elchen totgetrampelt und von Schneemobilen und Schlitten erfasst. Ein Hund ging beim diesjährigen Rennen in einem Schneesturm verloren und wurde 11 Tage lang vermisst.
Seit Beginn der Aufzeichnungen über das Rennen sind mindestens 133 Hunde beim Iditarod gestorben—und in dieser Zahl sind noch nicht die Hunde berücksichtigt, die während des Trainings oder nach Beendigung des Rennens starben. Im diesjährigen Rennen starb ein Hund an “akuter Lungenentzündung” und ein weiterer an inneren Blutungen von einem gerissenen Geschwür, zwei gängige Todesursachen bei Iditarod-Hunden. Nach Angaben des Journal of Veterinary Internal Medicine haben sich 61 Prozent der Hunde, die ein Iditarodrennen beenden, Magengeschwüre zugezogen. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass die Geschwüre von der “anhaltenden Leistungsbelastung“ verursacht seien. Hunde, die an Geschwüren leiden, können verbluten oder an ihrem eigenen Erbrochenen ersticken.
Im Schnitt schafft es mehr als die Hälfte der Hunde, die an den Start gingen, nicht über die Ziellinie, und 81 Prozent derjenigen, die ankommen, haben Lungenschäden, so ein Bericht im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine. Kranke oder verletzte Hunde erhalten im allgemeinen massive Mengen an Medikamenten, damit sie weiterlaufen. Musher (Hundeschlittenführer) halten sich an den Checkpunkten oft nur wenige Minuten auf und machen es so Tierärzten unmöglich, die Hunde gründlich zu untersuchen.
Die Todesursache des Hundes, der Ramy Brooks gehörte, muss noch festgestellt werden, doch ist es wahrscheinlich, dass der Tod der Hündin eine direkte Folge dessen ist, dass sie unter Zwang zu schnell zu weit laufen musste. Berichten zufolge hat Brooks auf sein Gespann) eingeschlagen, nachdem sie sich auf einem Eisfeld ablegten und weigerten weiterzulaufen. Iditarod-Befürworter bezeichnen die Schläge als “Klapse”, aber dieser Euphemismus impliziert, dass die Hunde etwas getan hätten, das es verdiente, mit einem Stock geschlagen zu werden (und getreten und geboxt, wie einige Zeugen behaupten), während sie aller Wahrscheinlichkeit schlichtweg zu erschöpft waren, um weiterzulaufen.
Schockierenderweise weigerten sich die Polizisten in Alaska, als sie von PETA dazu aufgefordert wurden, in Sachen der Schläge zu ermitteln, und meinten, dass “gemäß unseren Statuten” der Missbrauch “keine Ermittlung rechtfertigt.” Da ist etwas unheimlich faul an Alaskas Tierschutzgesetzen, wenn das Schlagen erschöpfter Hunde nicht gesetzeswidrig ist. Tatsächlich wäre das Iditarod selbst in den meisten der unteren 48 Staaten gesetzeswidrig, die über Gesetze verfügen, die das “Überbeanspruchen durch Arbeit” und “Überfordern” von Tieren verbieten. Es ist höchste Zeit, dass Alaska ins 21. Jahrhundert eintritt und aufhört, Tiermissbrauch als Wettbewerbssport darzubieten.
Jennifer O’Connor schreibt für People for the Ethical Treatment of Animals (PETA), 501 Front St., Norfolk, VA 23510;
www.HelpingAnimals.com.