
Das rote Halsband dieser Hündin demonstriert die bereits erfolgte Kastration. Sie wurde von Tierschützern regelmäßig gefüttert und versorgt. Dennoch wurde sie getötet. Foto: PETA Deutschland e.V.
Was wir vorfinden, übertrifft unsere schlimmsten Befürchtungen
Zwar hat sich die Lage in Kiew tatsächlich entspannt, doch schon im 290 km entfernten Slavuta berichteten uns Augenzeugen von Hunden, die im städtischen „Tierheim“ noch immer vergiftet werden oder an Hunger sterben. In Donezk, einem der vier Austragungsorte der EM 2012, im Osten der Ukraine gelegen, finden die PETA-Ermittlerinnen im März 2012 noch immer dasselbe Bild vor, wie schon bei ihrem ersten Besuch im November 2011. Auch die örtlichen Tierschützer bestätigen: Hier werden weiterhin heimatlose Hunde systematisch eingefangen, grausam getötet oder auf offener Straße vergiftet. Das Töten hat sich dort im letzten halben Jahr sogar verschlimmert, so ihre Aussagen und sie nennen Zahlen, die uns verstummen lassen: Schätzungen werden allein in der Region um Donezk monatlich ca. 7000 grausam getötet. Hundefänger sind nach wie vor damit beschäftigt, so viele Tiere wie möglich zu fangen, um diese auf die billigste Art und Weise zu töten.

Ein Massengrab in Makeevka: Erschossene, erhängte, vergiftete Hunde und erschlagene Welpen wurden erst vor kurzem in diesen Schacht geworfen. Foto: PETA Deutschland e.V.
Auch in kleineren Städten wie Slaviansk und Makeevka, abseits der EM-Austragungsorte, werden Hunde weiter vergiftet, erschlagen und erschossen. Während ihrer Recherche stoßen die PETA-Ermittlerinnen auf grauenvoll hingerichtete Hunde in einem Waldstück. Wenige Kilometer weiter finden sie ein Massengrab mit unzähligen, erst kürzlich getöteten Hunden. Zahlreiche offene Wunden und Schaum vor dem Mund zeigen: Auch hier wurde erschossen, vergiftet, erhängt. Selbst erschlagene Hundebabys fanden wir.

Die PeTA-Ermittlerinnen machen schockierende Entdeckungen. Tierschützer konnten beobachten, dass Polizeibeamte mit Gift versetztes Essen an die Hunde verteilten. Foto: PETA Deutschland e.V.
Städtische Tierheime, die Hundehölle
Die Tiere, die von den Fangdiensten lebend gepackt werden, harren ängstlich zitternd in kleinen Käfigen aus, bis sie getötet werden. Andere wiederum lässt man in den sogenannten Tierheimen einfach verhungern. Die Hunde sind so dünn, dass man trotz ihres Winterfells jede einzelne Rippe und Beckenknochen sehen kann. Selbst die Welpen sind ohne Nahrung, ohne Wasser, ohne eine wärmende Hütte den eisigen Minustemperaturen ausgesetzt.
Die Bilder sind unerträglich, sie machen wütend
Für Hunderte Millionen Euro baut die Ukraine neue Stadien, ein Hotel nach dem anderen entsteht während man für seine heimatlosen Hunde nichts weiter übrig hat als rohe, grausame Behandlung! Die Gesamtkosten für die EM Stadien belaufen sich schätzungsweise auf ca. 935 Miollionen Euro, davon alleine für das Stadion in Donezk auf 300 Millionen Euro.
Eine ganze Fußballindustrie (UEFA, DFB, Sponsoren), deren Budget in die Millionen oder Milliarden geht, sieht diesem unmenschlichen Treiben tatenlos zu. Eine Schande für den König Fußball.
So können Sie den heimatlosen Tieren in der Ukraine helfen:

Kiew, November 2011. Eine vergiftete Hündin. Ihre Welpen sitzen ein paar Hundert Meter weiter, sie leben.

November 2011: Links: Die Mutter dieser Welpen wurde getötet. Mitte: Im Hinterhof einer kommunalen Müllabfuhr in Donezk. Rechts: Diese Hunde wurden im Karton an einer Schule abgestellt.
Nur die konsequente Umsetzung eines „Neuter & Release“-Programms kann den Bestand an heimatlosen Hunden und Katzen nachhaltig senken. Dieses Konzept sieht nach der Kastration und tierärztlichen Versorgung der Tiere das anschließende Zurücksetzen und Versorgen im vertrauten Revier vor. Diese Methode wird auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihren „Guidelines for Dog Population Management“ empfohlen. Zusätzlich sind flankierende Maßnahmen, wie ein striktes Zucht- und Verkaufsverbot von Hunden und Katzen unerlässlich.
PETAs Fotokampagne gegen die Hundetötungen in der Ukraine wird mit drei neuen Anzeigenmotiven des Münchner Fotodesignstudenten Stefan Loeber fortgesetzt.
Löber inszenierte das Thema unter der Überschrift „Fairness, Respekt, Hundemord?“.