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Umstrittener Circus Luna in Krumbach – PETA will Elefant und Bären retten

Stand: 6. Juli 2012

Krumbach / Gerlingen, 6. Juli 2012 – Der ab heute in Krumbach gastierende Circus Luna steht unter heftiger Kritik von der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. Bei allen fünf im letzten halben Jahr von PETA kontrollierten Gastspielen wurden erhebliche, teils katastrophale Missstände bei der Elefanten- und Bärenhaltung dokumentiert. Nach einer Strafanzeige von PETA antwortete die Staatsanwaltschaft Stuttgart im Mai 2012, dass „teilweise die Vorgaben der Zirkusleitlinie nicht umgesetzt wurden“, außerdem „wurde sowohl die Einzelhaltung des Elefanten als auch vereinzelt bei Kontrollen das zu kleine Innengehege in Verbindung mit einem fehlenden Außengehege, auch für die beiden Bären, sowie teilweise fehlendes Beschäftigungsmaterial kritisiert“. Weil Elefantendame „Benjamin“ und die beiden Bären deutlich und anhaltend unter den mangelhaften Lebensbedingungen bei Circus Luna leiden, fordert PETA vom Kreisveterinäramt eine Beschlagnahmung der Tiere und die Überführung in bereitstehende tiergerechtere Anlagen.

„Die Elefantendame Benjamin, aber auch die Bären und andere Tiere, werden bei Luna offensichtlich unter extrem tierquälerischen Bedingungen gehalten“, so Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA. „Benjamin muss in Einzelhaltung leben, ihr Gehege ist viel zu klein und es gab bei unseren Kontrollen nicht einmal die vorgeschriebenen Zweige oder eine Scheuerstelle. Das alles sind klare Verstöße gegen die behördlichen Mindestvorgaben. Die Elefantendame ist dadurch schwer verhaltensgestört und schaukelt dauernd mit Kopf und Körper hin und her. Im Oktober 2010 hat sie aus heiterem Himmel einen Familienvater und dessen Sohn schwer verletzt. Wer in diesen Zirkus geht, bezahlt für Tierquälerei und riskiert sein Leben.“

Elefanten sind soziale Herdentiere, deshalb ist die Einzelhaltung verboten. PETA-Recherchen brachten zutage, dass der Elefant häufig ohne das zwingend vorgeschriebene Außengehege gehalten wird. Das Stallzelt war nicht mal halb so groß wie in den Zirkusleitlinien festgelegt und auch Beschäftigungsmaterial fehlte völlig. Die Bären müssen wie im tiefsten Mittelalter in der Manege Roller fahren, ansonsten sind sie die meiste Zeit ihres Lebens in einem engen Käfigwagen eingesperrt.

Circus Luna steht schon lange in der Kritik von PETA. Die Bären und die Elefantendame Benjamin sind nach Auffassung der Tierrechtsorganisation durch jahrelange tierquälerische Haltung im Zirkus unberechenbar geworden. In der Folge wurden mehrere Menschen durch Übergriffe der Elefantendame zum Teil schwer verletzt – zuletzt 2010, als ein Familienvater nach einer Attacke eine Niere verlor und sein Sohn ebenfalls schwer verletzt wurde. Auch der renommierte Elefantenexperte Dr. Fred Kurt warnt: „Jeder Kontakt zwischen dem Tier [Benjamin] und einem Besucher kann in einer weiteren Tragödie enden.“

Auch viele Kinder und Jugendliche setzen sich für ein Wildtierverbot im Zirkus ein und bringen ihre Bedenken durch Aktionen, Texte und Gedichte im Kinder- und Jugendportal von PETA zum Ausdruck. Auf PETAKids.de finden junge Tierschützer zahlreiche Informationen über Tiere im Zirkus.


Elefantendame Benjamin im Circus Luna © PETA
Das hochauflösende Motiv schicken wir Ihnen gerne auf Anfrage zu.


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