Wie die meisten Tiere, die nicht in der Nähe des Menschen leben, kennt man auch die Paviane nur so, wie sie in Filmen und den Medien dargestellt werden. Doch bekommt man die Gelegenheit, die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten – anstatt in Laborkäfigen – versteht man schnell, dass Paviane hochintelligente, neugierige und soziale Tiere sind. Sie leben in komplexen Gruppen von 10 bis 200 Tieren und pflegen Beziehungen, kümmern sich umeinander und sichern gemeinsam ihr Überleben.

Ein Pavian in Freiheit. Bild: Hans Hillewaert / CC
Paviane ähneln in vielerlei Hinsicht dem Menschen. Genau wie menschliche Eltern kümmern sich Paviane rund um die Uhr um ihre Neugeborenen. Die Babys bleiben immer in der Nähe ihrer Mütter und halten sich an ihnen fest, während diese nach Nahrung suchen. In der Nachmittagssonne halten sie im Schoß der Mutter Mittagsschlaf. Die Jungen fühlen sich durch das Stillen und den engen körperlichen Kontakt so stark mit ihrer Mutter verbunden, dass sie richtige Wutanfälle bekommen, wenn die Mütter versuchen, sie abzustillen.
Junge Paviane spielen gerne und legen eine große Lebensfreude an den Tag. Sie schaukeln an Ästen, jagen sich gegenseitig, tragen spielerische Kämpfe aus und balgen mit ihren Freunden. Weibliche Paviane bleiben ihr ganzes Leben lang mit ihren Verwandten zusammen in der Gruppe, in der sie geboren wurden. Ihr Sozialleben spielt sich innerhalb dieses Familienverbands ab.
„Halbschwestern, die die gleiche Mutter haben, nicht aber den gleichen Vater, stehen sich besonders nah. Dies überrascht nicht, bedenkt man ihre Verwandtschaft und die Tatsache, dass sie ihr ganzes Leben zusammen verbringen werden. Was jedoch durchaus überrascht ist, dass weibliche Tiere ihre Halbgeschwister, mit denen sie den gleichen Vater, nicht aber die gleiche Mutter haben, ebenso behandeln wie ihre mütterlichen Halbgeschwister – sie putzen sich, schlafen nah beieinander und beschäftigen sich allgemein mehr miteinander als mit Tieren, mit denen sie nicht verwandt sind“, so Primatologen der Universität von Princeton.

Pavian. Bild: Thomas Netsch / CC
Mit zunehmendem Alter werden die Paviane zu aktiven Mitgliedern des Familienverbandes und legen täglich ca. 6-16 km zurück, um nach Futter zu suchen. Eines ihrer Lieblingsessen ist das süße Harz aus der Rinde von jungen Gelbrindenakazien. Oftmals verbringen sie Stunden damit, ihre süßen Vorlieben in einem Wald zu stillen. Weil ihre Nahrungsvorlieben sehr breit gefächert sind, konnten sich Paviane an viele verschiedene Lebensräume anpassen, unter anderem an Savannen, Regenwälder, Wüsten, Berge und Küstenregionen. In jedem dieser Lebensräume schützen sich die Paviane vor Angreifern, indem sie auf hohe Bäume oder steile Klippen klettern.
Tagsüber sind die Paviane in kleinen Gruppen unterwegs, abends aber finden sich oftmals hunderte Tiere zum Schlafen zusammen. Morgens tauschen die Alpha-Männchen Informationen darüber aus, wo sich wohl die größte Futterquelle befindet und die Gruppe entscheidet dann, in welche Richtung sie als nächstes zieht. Primatologen konnten bei Pavianen über 30 verschiedene Kommunikationslaute feststellen – von Grunzen bis hin zu Bellen oder lautem Schreien.
Columbia Universität in New York
Die Columbia Universität in New York steht bereits seit Jahren für ihre grausamen Versuche an Primaten – bevorzugt Pavianen – massiv in der Kritik der Tierschützer. So wurden tragende Weibchen mit Nikotin und Morphinen vollgepumpt, künstliche Schlaganfälle wurden induziert, indem man ein Auge entfernt und dahinter liegende Blutgefäße abgeklemmt hatte, und weitere grausamen Versuche – allesamt ohne oder mit völlig unzureichender Schmerzmittelgabe – wurden und werden dort ohne Einschreiten der zuständigen Behörden durchgeführt
Weitere Informationen: www.columbiacruelty.com
Versuche mit Pavianen in Deutschland
Auch in Deutschland werden an Pavianen immer wieder vollkommen überflüssige Experimente durchgeführt:
• So wurden z.B. 2007 an der Ludwig-Maximilian-Universität in München bei 12 eigens zu diesem Zweck gezüchteten Pavianen unter Narkose die Herzen entnommen und durch Schweineherzen ersetzt, unter Anwendung verschiedener Narkosemethoden. Im Anschluss an die Operation wurden dann diverse Messungen durchgeführt, bevor die Tiere vermutlich getötet wurden.
• 2008 wurden an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz bei mehreren Pavianen künstlich erzeugte Löcher im knöchernen Gaumen und der Hirnhaut mit Silikonpfropfen verschlossen. Die Wundheilung wurde über acht Wochen beobachtet, bevor die Tiere getötet wurden.
• Und in einer vom Bundesgesundheitsministerium geförderten Studie wurden 2009 an verschiedenen Instituten Affen – unter anderem auch Paviane – mit einem Virus infiziert, das bisher nur in vitro auf menschliche Zellen übertragen werden konnte. Die Affen bekamen vor ihrer künstlich erzeugten Infektion über einige Zeit Substanzen verabreicht, die ihr Immunsystem extrem schädigten. Nach der Infektion wurden sie bis zu 336 Tage beobachtet (und weiter immunsupprimiert), bevor sie getötet wurden oder an den schwerwiegenden Folgen der Versuche starben
Quelle für alle drei Beispiele: www.datenbank-tierversuche.de
Bei all diesen Versuchen fragt sich, welcher konkrete medizinische Nutzen dem Menschen aus den Ergebnissen der Experimente erwachsen soll.
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