
Stand: 21. Oktober 2011

Schweine wie dieses werden an der Uni Ulm von Studenten zerschnitten und getötet
Lebenden Schweinen wurde der Bauch aufgeschnitten, dann wurde ihre Gallenblase herausgenommen. Ein Loch wurde in den Magen gestanzt, ein Schlauch hineingelegt. Gleichzeitig wurde der Hals des Schweines aufgeschnitten, bis die Blutgefäße zu sehen sind, auch in diese wurden Schläuche gelegt.
Dann wurden verschiedene Teile des Darms der lebenden Schweine herausgeschnitten und die Enden wieder zusammengenäht. Schließlich wurden den Schweinen sogar der Magen und die halbe Leber aus dem Bauch entnommen! Danach wurde der verstümmelte Bauch der Tiere wieder zugenäht, aber das Leid hatte damit für die Schweine noch kein Ende: In ihren Brustkorb wurden Löcher geschnitten, durch die weitere Schläuche gelegt wurden. Dann erst wurden die Schweine getötet.
Sowohl das Schneiden als auch die Betäubung der Tiere geschah durch Studenten oder junge Assistenzärzte. Waren diese – naturgemäß – überfordert, so konnten Komplikationen, wie z.B. Blutungen oder Narkosezwischenfälle, auftreten. In einer Veröffentlichung über den Kurs steht aber explizit: „Kommt es im Verlauf der Operation zu Komplikationen (…), ist zunächst der verantwortliche Assistenzarzt gefordert dieses Problem selbstständig zu lösen. Der (…) Oberarzt ist daher eher als ein Begleiter für Fragen anzusehen (…), greift aber normalerweise nicht ins Geschehen ein.“ (Quelle: http://www.egms.de/static/en/meetings/dgch2009/09dgch281.shtml). Das bedeutet im Klartext, dass die Schweine einfach der Verantwortung junger und unerfahrener Studenten und Ärzte überlassen wurden! Wachte also ein Schwein zum Beispiel aus der Narkose auf, sollten die Studenten selber zusehen, wie sie dies in den Griff bekommen, die schrecklichen Schmerzen und Todesängste des Tieres standen an zweiter Stelle.
All dies geschah nur zu „Übungszwecken“, dabei sind die OP-Techniken, die hier gelernt werden sollten, eigentlich erst für fortgeschrittene Chirurgen geeignet und für Studenten überhaupt nicht relevant. So schreiben PETA-Tierärztin Christine Esch und Dr. med. Wolf-Dieter Hirsch, Mitglied von „Ärzte gegen Tierversuche“ und Facharzt für Chirurgie / Viszeralchirurgie sowie Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie / Spez. Unfallchirurgie in einem Brief an die Verantwortlichen: „Was den Zeitpunkt des Wahlpflichtkurses im Studium anbelangt, möchten wir anmerken, dass die durchzuführenden Operationen (…) in keinem Falle den Bedürfnissen eines Medizinstudenten oder jungen Assistenzarztes entsprechen, sondern Eingriffe sind, die frühestens zum Ende der Facharztweiterbildung unter Aufsicht durchgeführt werden können.“ Den ganzen Brief von PETA und Ärzte gegen Tierversuche können Sie weiter unten herunterladen.
Ulm war unseren Kenntnissen nach die einzige der 36 medizinischen Universitäten / Fakultäten in Deutschland, die einen solchen Kurs anbietet. Alle anderen setzen moderne, tierfreie Ausbildungsmethoden ein.
PETA hatte der Uni Ulm bereits im Frühjahr 2011 ein umfassendes Dossier mit tierfreien Ausbildungsmethoden, die genau auf die Lerninhalte des Kurses zugeschnitten sind, zukommen lassen (Download siehe unten). Hier einige Beispiele für erprobte und effektive Methoden, die erfolgreich im Einsatz sind:
• Verschiedenste Virtual Reality (VR-)Simulationen
• Schaumstoff- oder Kunststoffmodelle
• Körperspendenmodelle
• Lebensgroße Modelle wie z.B. der TraumaMan, eine computergesteuerte Puppe
Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Lerneffekt bei Simulationsmethoden oft größer ist als bei Übungen am Tier. Dazu kommen die großen Unterschiede zwischen der Anatomie und Physiologie bei Mensch und Tier, die den späteren Nutzen in der humanmedizinischen Praxis in Frage stellen oder sogar zur Gefahr für den menschlichen Patienten werden können.

Schweine sind sensible, schmerzempfindliche Tiere
Das deutsche Tierschutzgesetz ist hier deutlich. In § 10 heißt es über Eingriffe oder Behandlungen an Tieren zur Aus-, Fort- oder Weiterbildung, die mit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind: „Sie dürfen nur vorgenommen werden, soweit ihr Zweck nicht auf andere Weise, insbesondere durch filmische Darstellungen, erreicht werden kann.“
Dass genügend andere Ausbildungsmethoden verfügbar sind, konnte PETA belegen. Der Kurs, der in Ulm angeboten wurde, ist also nach Auffassung von PETA Deutschland e.V. nicht mit dem deutschen Tierschutzgesetz vereinbar.