„Unser Charly“ muss wieder leiden
Elf „ehemalige Charlys“ sitzen im Schimpansenknast, neues Charly-Baby als Touristenclown missbraucht
Stand: 25. Januar 2006
Kontakt: Dr. Tanja Breining, Tel. +49 (0)7156-17828-30
Gerlingen -- Ende Februar strahlt das ZDF eine neue Staffel von "Unser Charly" aus. Während die Serie von Tier- und Artenschutz spricht, spielt sich laut der Tierrechtsorganisation PETA hinter den Kulissen eine ganz andere Geschichte ab: ehemalige „Charlys“ werden im Alter von 6 Jahren zurück in die USA, in Zoos in erbärmlichem Zustand abgeschoben, wo sie noch etwa 50 Jahre lang einsam in Käfigen dahin vegetieren. „Neue“ Charlies werden ihren Müttern entrissen, als Touristenclown missbraucht und oft mit Prügeln trainiert.
Seit 1995 gab es insgesamt 11 Schimpansen, die die Rolle des Charly spielten. Für die neue Staffel wurden wieder zwei junge Schimpansen nach Deutschland importiert. Auch das 17 Monate alte Schimpansenbaby „George“, das von dem von dem umstrittenen Tiertrainer Steve Martin an das Casino-Schiff Colorado Belle „verliehen“ wurde, wo sich Touristen für $5 mit dem armen Schimpansenbaby ablichten ließen, wurde für eine der nächsten Staffeln angekündigt.
„Schimpansenbabys saugen in der Natur bis zu 5 Jahre lang, aber Tiertrainer entreißen sie im Alter von 1-2 Jahren gewaltsam ihren Müttern, sonst kann man sie nicht trainieren“, so Dr. Tanja Breining von PETA. „Die Mütter schreien und weinen oft wochenlang und trauern ihren Kind jahrelang hinterher. Oft werden die Schimpansenbabys in kleine Käfige gesperrt und man zwingt sie zu erniedrigenden, verwirrenden und sogar beängstigenden Tricks unter Androhung von Schlägen, Elektroschocks oder Futterentzug.“
„Unsere Charlys" wurden in den USA geboren und in Steve Martin's Working Wildlife aufgezogen, bevor das ZDF sie für die Hauptrolle in „Unser Charly“ mietete. Zeugen sagen aus, dass die Schimpansen während der Dreharbeiten von den Trainern geschlagen werden.
Bei Eintritt in die Pubertät können Schimpansen für den Menschen gefährlich werden und das ZDF schickt die „Charlys“ in „Frührente“ in die USA zu Steve Martin zurück, der die Schimpansen an dubiose Zoos oder „Auffangstationen“ weitergibt, deren Namen er geheim hält. Nachforschungen von PETA haben ergeben, dass ein Schimpanse im Amarillo Wildlife Refuge landete, einer Pseudo-Auffangstation in Texas, mit unhygienischen Bedingungen, Käfig- und Einzelhaltung und ohne Spielmöglichkeiten. Einsamkeit ist die grausamste Strafe für diese geselligen Tiere, die in der Natur mit 10-14 Artgenossen zusammenleben.
Und obwohl Martin fleißig Minuspunkte aufgrund seiner Verstöße gegen das US-amerikanische Tierschutzgesetz sammelt, ist er noch immer im Geschäft mit dem ZDF, das immer wieder nach "niedlichen" Affenbabys verlangt und somit den Missbrauch fortführt.
PETA wandte sich an die weltbekannte Primatenforscherin Dr. Jane Goodall, die mehrere US-amerikanische Firmen aufforderte, sich aus dem Affengeschäft zurückzuziehen. Aber solange das ZDF für die Serie "Unser Charly" weiterhin Schimpansen aus den USA holt, die alberne Tricks vorführen, wird das Leid der Schimpansen kein Ende finden. Eine tierfreundliche Komödie, die in Wirklichkeit eine Tragödie für „Charly“ ist.