Zusätzlich zur Verschwendung von Ressourcen, trägt die Erzeugung von Fleisch und anderen tierischen Produkten auch noch auf eine andere heimtückische Weise zum Welthunger bei. Da die Zucht von Tieren eine wachsende Nachfrage nach Getreide verursacht, ist die Tierwirtschaft verantwortlich für Bodenerosion, Verlust an Mutterboden und Entwaldung. Wenn wir unsere Abhängigkeit vom Fleisch reduzieren, verringern wir damit auch die Nachfrage nach kultivierbarem Land und schützen so den Boden vor Raubbau.
Gigantische Landflächen sind weltweit Jahr für Jahr notwendig, um all das Getreide anzubauen, das dann an Milliarden Tiere verfüttert wird, die man für Nahrung aufzieht. In den USA z.B. werden von all den landwirtschaftlichen Flächen fast 80 Prozent auf die eine oder andere Art benutzt, um Tiere aufzuziehen - das ist fast die Hälfte der gesamten Landmasse. Das Land wird benutzt, um Getreide als Futter für die Tiere anzubauen und Weideflächen für sie zu schaffen.
Milliarden Tiere aufzuziehen stellt eine riesige Belastung für das Land dar. Die für die Fleischerzeugung genutzten Flächen wechseln rasch von fruchtbarem Boden zu leblosen Wüsten. Um die verlorenen Flächen zu ersetzen, werden Regenwälder abgeholzt oder gerodet. Weil immer mehr Land überall auf der Welt auf irreparable Weise durch die Fleischindustrie zerstört wird, ist das wenige verbleibende und kultivierbare Land immer weniger im Stande, genug Getreide hervorzubringen, um die immer größer werdende Weltbevölkerung zu ernähren.
Eine umfassende Studie zu den Landressourcen der Erde, durchgeführt von Prof. Dr. David Pimentel von der Cornell University und von Prof. Dr. Henry Kendall vom Massachusetts Institute of Technology, belegt, dass ein Großteil des derzeit für den Getreideanbau verwendeten Landes sich aufgrund des Verlustes an Mutterboden bereits am Rande der Unfruchtbarkeit befindet. Nach ihren Angaben muss ein Viertel allen kultivierbaren Landes brach gelegt werden, um weiteren Verlust zu verhindern. Die Produktion von pflanzlicher Nahrung erfordert nur einen Bruchteil des bebaubaren Landes, das für die Erzeugung von Fleisch, Eiern und Milchprodukten benötigt wird. Dadurch verringert eine vegane Ernährung die Belastung, der wir unseren verletzlichen Mutterboden aussetzen, ganz erheblich.
Während sich die Weltbevölkerung täglich um 250.000 Menschen vergrößert, schrumpft die bebaubare Landfläche. Wenn man das kultivierbare Land der Welt gleichmäßig auf die Bevölkerung verteilte, würde derzeit jeder Mensch 2.700 m² zum Überleben bekommen. In 40 Jahren wird diese Zahl vermutlich auf die Hälfte gesunken sein. Nach dem jüngsten Artikel in The Guardian, "…besteht Einigkeit unter Wissenschaftlern dahingehend, dass es praktisch unmöglich sein wird, künftige Generationen typisch westlich zu ernähren, ohne dadurch die Umwelt zu zerstören".
Tierwirtschaft verursacht außerdem erheblich mehr Luft- und Wasserverschmutzung als eine auf Pflanzen basierende Landwirtschaft. Viele der Entwicklungsländer verfügen nicht über ausreichend sauberes Wasser, um ihren landwirtschaftlichen Bedarf zu decken. Die Hungernden der Welt können es sich nicht leisten, noch mehr sauberes Wasser zu verlieren, weder durch die Verschwendung an Fleisch, noch durch Verschmutzung.
Der Verzehr von Fleisch, Milchprodukten und Eiern trägt zum Verlust unserer ohnehin bereits zurückgehenden Bestände an kultivierbarem Land und zur Verschmutzung von reinem Wasser bei. Sich vegan zu ernähren stellt sicher, dass diese sensiblen Ressourcen auch für künftige Generationen erhalten bleiben.