Stand: 4. Dezember 2007
1999 hat die Europäische Union entschieden, dass Legebatterien so grausam sind, dass sie EU-weit abgeschafft werden sollen. Deshalb wurde ein Gesetz, bekannt als die „Legehennen Direktive“, entworfen, das von der Eierindustrie verlangt, Hennen ab 2012 nicht mehr in Legebatterien einzusperren. Es überrascht nicht, dass Mitglieder jener Eierindustrie und einige EU-Staaten versuchen, das Verbot zu kippen oder einen Aufschub zu bewirken, da sie fälschlicherweise annehmen, es würde der Wirtschaft schaden. Doch die Wahrheit ist, dass es nur einige Cents mehr kostet, käfigfreie Eier anstatt Legebatterie-Eiern zu produzieren. Studien belegen, dass die meisten Verbraucher bereit sind, etwas mehr für Eier aus käfigfreier Haltung zu zahlen. Zahlreiche Einzelhändler und Gastronomen, einschließlich Marks and Spencer, McDonalds, Starbucks und Waitrose, unterstützen das Verbot und verkaufen schon jetzt in Großbritannien nur Eier, die nicht aus Legebatterien stammen. In Deutschland verkaufen Plus, Tegut und ALDI Nord keine Eier mehr aus Legebatterien. Die Kosten werden noch weiter sinken, wenn die Regierung käfigfreie Produzenten subventioniert.
Einige Cents extra pro Woche sind ein geringer Preis, um das Leid der Tiere zu verringern. In der EU werden jährlich ca. 200 Millionen Hennen in dreckige Drahtkäfige von Legebatterien gesperrt, die wie in einem riesigen Lagerhaus schichtweise aufeinander gestapelt sind. Es werden mehrere Vögel in jeden Käfig gestopft, sodass sie nicht einmal einen Flügel ausstrecken können. Die Hühner erleiden schmerzhafte Beinverletzungen durch die Drahtböden, auf denen sie 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, bis zu ihrem Tod stehen müssen. Ihre Knochen sind durch die fehlende Bewegung und die Verwendung des gesamten Kalziumhaushalts zur Eierproduktion vollkommen brüchig. Noch zahlreiche weitere Hennen erleiden schmerzhafte Verletzungen, wenn sie aus ihren Käfigen gezerrt, in die Transportboxen geworfen und zur Schlachtung verschifft werden. Den Hennen wird jegliches natürliche Verhalten aberkannt – sie können keine Nester bauen, nicht glucken, scharren oder picken. Diese Vögel werden niemals die Chance bekommen, frische Luft einzuatmen, sich zu sonnen, Nester zu bauen oder ihre Jungen aufzuziehen.
Lord Rooker, UK Minister for Sustainable Food and Farming and Animal Health, hat vor kurzem bekannt gegeben, dass – trotz der Opposition aus der Eierindustrie und ganz egal, was im Rest von Europa passiert - im Jahr 2012 ein Verbot für Legebatterien im gesamten Vereinigten Königreich eintreten wird.
Die Eierindustrie, sowie einige EU Mitgliedsstaaten drängen auf einen Aufschub des Verbots auf bis zu 10 Jahre! Ein deutschlandweites Verbot soll schon vor dem EU-Verbot in Kraft treten – nämlich 2009. Doch nun ist auch das deutsche Engagement für das nationale Verbot, dadurch überschattet, dass alle weiteren nördlichen EU-Staaten klar gemacht haben, dass sie sich keinen Aufschub wünschen. Deutschland hat noch keine klare Stellung dazu bezogen, ob ein Aufschub unterstützt werden soll.
PETA fordert den deutschen Landwirtschaftsminister Horst Seehofer auf, den Weg für ein EU-Verbot von Legebatterien mit einem deutschlandweiten Verbot ab dem Jahr 2009 zu ebnen. Weiterhin fordern wir die Abschaffung der ausgestalteten Käfige! Es ist sehr wichtig, dass das EU-Verbot nicht aufgeschoben, sondern wie geplant im Jahr 2012 in Kraft tritt. Bitte wenden Sie sich an Horst Seehofer und fordern Sie ihn auf, den 200 Millionen Hennen in der EU zu helfen, die derzeit in dreckigen Drahtkäfigen sitzen müssen, die Käfig auf Käfig, wie in einem Lagerhaus aufgestapelt sind.
Herr Bundesminister Horst Seehofer
Bundesministerium für Verbraucherschutz,
Ernährung und Landwirtschaft
Wilhelmstr. 54
10117 Berlin
Telefax: 030/2006-4262 oder 01888-529-4262
E-Mail: horst.seehofer@bundestag.de
Bitte senden Sie diesen Aktionsaufruf an Freunde, Bekannte und Familie. Je mehr E-Mails bei Minister Seehofer eingehen, desto größer die Chance, dass wir etwas bewegen.