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Warum sich PETA USA nicht gegen die Euthanasie von Tieren ausspricht

Ein Bericht von Ingrid Newkirk

Während meines ersten Jahres in einem Tierheim in Maryland, das weit unterdurchschnittlich geführt wurde, zwang ich mich regelmäßig schon sehr früh zur Arbeit zu gehen, um so die Möglichkeit zu haben, Hunde behutsam einschläfern zu können, während sie in meinen Armen lagen und so einer grausamen Welt ohne Angst und Schmerz entkommen konnten. Ich wollte nicht, dass man ihnen – bei vollem Bewusstsein – mit einer vom ständigen Gebrauch ganz stumpfen Nadel grob schätzend in die Herzgegend stach um sie dann anschließend auf dem Fußboden sterben zu lassen wie es die gefühllosen Menschen taten, die noch später am gleichen Tag an meinen Arbeitsplatz kamen.


Diamond litt an einem schmerzhaften Tumor, der langsam ihr Gesicht zerfraß.

Diamond litt an einem schmerzhaften Tumor, der langsam ihr Gesicht zerfraß.

Ich frage mich immer, wie manche Menschen nicht sehen können, dass es einen riesigen Unterschied macht, ob man ein Tier aus Mitgefühl einschläfert – weil es alt, verletzt, krank ist und leidet oder bereits im Sterben liegt und sich seine Menschen die Euthanasie nicht leisten können – so wie es PETA USA tut oder ob man ihm Schmerz, Angst und einen langsamen Tod verursacht, weil das Tier unversorgt auf der Straße lebt, in der „Verantwortung“ ungeschulter oder gleichgültiger „Tierpfleger“ oder Tierquäler steht.

Es ist wohl am einfachsten, mit dem Finger auf diejenigen zu zeigen, die die “Drecksarbeit” machen müssen, verursacht durch die unüberlegten Anschaffungen einer Wegwerfgesellschaft und Züchter von Hunden und Katzen, deren „Produkte“ auch irgendwann auf der Straße oder im Tierheim landen. Doch wir bei PETA USA werden uns niemals von all den verlassenen, ungeliebten und heimatlosen Tieren abwenden – selbst wenn wir nicht mehr für sie tun können, als sie schmerzlos aus einer Welt zu entlassen, die nicht genug Herz oder Platz für sie hatte.



Sasha hatte ein stark infizierte Bisswunde.

Sasha hatte ein stark infizierte Bisswunde.

Die Menschen können leicht mit Steinen auf uns werfen, doch wir sind gegen jedes sinnlose Töten: für Hamburger, Pelzkrägen, Tierversuche, Jagd. PETA USA hatte im Jahr 2008 mit weit mehr als 2.124 Tieren Kontakt. Wir haben genau genommen über 10.000 Hunde und Katzen aufgenommen und arbeiten hart daran, die Menschen zu überzeugen, ihre Tiere kastrieren zu lassen und sich ein Leben lang liebevoll um sie zu kümmern. Wir gehen sogar soweit, Tiere zu und von unseren Kastrationskliniken zu transportieren, wo sie kastriert und tierärztlich versorgt werden – oft völlig kostenlos! Seit 2001 konnten PETA USAs kostenlose bzw. günstige mobile Kliniken - SNIP und ABC - über 50.000 Tiere kastrieren – so wurden tausende Tiere nicht geboren, vernachlässigt, ausgesetzt, misshandelt oder eingeschläfert, weil niemand sie wollte. Auf nationaler Ebene geht PETA USA die Wurzel der Probleme mit unserer ABC (Animal Birth Control)-Kampagne zur Kastration von Tieren an.



Big Girl war noch am Leben als ein PETA USA-Mitarbeiter sie fand.

Big Girl war noch am Leben als ein PETA USA-Mitarbeiter sie fand.

Wenn Sie ein schönes Zuhause, Liebe und Respekt zu bieten haben, dann bitte – gehen Sie in ein Tierheim und nehmen ein oder zwei Tiere mit zu sich. Das Problem ist, dass das nur die wenigsten Menschen tun und stattdessen meist zu einem Züchter oder in einen Zooladen gehen und ihre Hunde und Katzen nicht kastrieren lassen, was zu der hohen Euthanasierate beiträgt, mit der Tierheime zu kämpfen haben. Die meisten Tiere, die wir aufgenommen haben, kann man kaum „Haustiere“ nennen, da sie beinahe ihr gesamtes Leben beispielsweise angekettet in einem Hinterhof verbracht haben. Sie waren unsozialisiert, waren niemals zuvor in einem Gebäude jeglicher Art gewesen oder kannten so etwas wie Streicheleinheiten. Andere lebten zwar bei Menschen, waren jedoch alt, krank, verletzt, und litten Schmerzen, lagen im Sterben oder waren zu aggressiv, um einen neuen Platz finden zu können. PETA USA bietet diesen Tieren die schmerzfreie Erlösung ihres Leids – und das kostenlos für ihre Besitzer.



Santana hatte so schwere Gesichtsverletzungen, daß sein rechtes Auge zugeschwollen war und sein Kiefer war ausgrissen und hing nur herunter.

Santana hatte so schwere Gesichtsverletzungen, daß sein rechtes Auge zugeschwollen war und sein Kiefer war ausgrissen und hing nur herunter.

Tag für Tag helfen PETA USAs Mitarbeiter missbrauchten oder vernachlässigten Hunden – heutzutage sind viele davon Pitbulls und müssen ihr gesamtes Leben an einer Kette verbringen, die schwer genug wäre, einen ganzen Lastwagen zu ziehen. Wir geben ihnen Futter, sauberes Wasser, leichte Laufleinen, Wurmkuren, schützen sie gegen Floh-, Zecken- und Fliegenbefall, lassen sie kostenfrei tierärztlich versorgen, bringen ihnen stabile Holzhundehütten mit Stroh und geben ihnen vor allem eins: Liebe.

Was wir vor Ort sehen, lässt einen häufig an der Menschheit zweifeln. Eine Pitbull-Hündin namens Asia die wir unter unsere Obhut nahmen, sah wie ein mit Haut bezogenes Skelett aus, als sie PETA von ihrer 7-Kilo schweren Kette befreite, an der sie jahrelang angebunden war. Asia litt unter drei extrem schmerzhaften und tödlichen Darmverschlüssen, wodurch sie kein Essen bei sich behalten konnte. Ihr stand ein langsamer Tod bevor, also empfahl unser Tierarzt eine Euthanasierung, um ihr Leid zu beenden. Wir erstatteten Anzeige gegen die Verantwortlichen was zu einer Verurteilung wegen Tierquälerei führte. Und das ist nur einer von dutzenden Fällen, die wir Woche für Woche zu sehen bekommen.



Dieser Hund litt unter fortgeschrittenem Krebs.

Dieser Hund litt unter fortgeschrittenem Krebs.

Die Mehrheit der vermittelbaren Hunde überschreitet niemals unsere Türschwelle (wir verweisen diese Tiere an örtliche Tierschutzgruppen oder Tierheime zur Vermittlung). Die meisten Tiere, die wir unterbringen, retten, vermitteln oder von ihrem Leid erlösen, entstammen schrecklichen Bedingungen, die häufig zu Verurteilungen führen und den Haltern verbieten, jemals wieder ein Tier zu misshandeln oder zu besitzen.

Solange Tiere noch absichtlich gezüchtet werden und die Menschen ihre Gefährten nicht kastrieren, müssen Tierheime und Organisationen wie PETA USA auch weiterhin die „Drecksarbeit“ leisten. Euthanasie ist keine Lösung der Überpopulation, sie ist eine tragische Notwendigkeit in der derzeitigen Krise. PETA USA ist stolz darauf, ein „letzter Ausweg“ sein zu können, wo Tiere, die kein Zuhause haben und/oder leiden, mit Liebe und offenen Armen aufgenommen werden.

Wenn Ihnen also wirklich etwas an Tieren liegt, dann helfen Sie uns bitte zu verhindern, dass noch mehr von ihnen geboren werden, nur um an einer Kette zu leben, im Hinterhof dahinzusiechen, auf der Straße von Menschen verscheucht und getreten, von Tierquälern missbraucht oder in Tierheimen euthanasiert zu werden, weil es kein neues Zuhause für sie gibt. Wenn Sie Leben retten möchten, lassen Sie Ihr Tier kastrieren.