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Stellungnahme zur Berichterstattung „Veganer ließen Kind verhungern“

Mit Bestürzung musste ich vernehmen, wie vegane Menschen, die eine gewaltlose Lebensweise mit einer gesunden Ernährung praktizieren wollen, diskreditiert werden. Dazu nehme ich als Arzt wie folgt Stellung:

Die vegane Ernährung ist eindeutig gesund. Die ADA (American Dietetic Association) hat in der Juni-Ausgabe ihrer Zeitschrift JADA ihr Positionspapier zur vegetarischen und veganen Ernährung veröffentlicht. Das zentrale Statement dieses 18 Seiten umfassenden Papiers, das sich auf 256 Quellen abstützt, von 3 Autoren zusammengestellt und von 27 Wissenschaftlern überprüft und freigegeben wurde, ist: “Es ist die Position der ADA, dass eine entsprechend geplante vegetarische Ernährung gesund und ernährungsmäßig ausreichend ist und gesundheitliche Vorteile bei der Vorbeugung und Behandlung bestimmter Krankheiten bietet.“ Die ADA spricht sich auch positiv für die vegane Ernährung aus: „Eine gut geplante vegane oder andere Art der vegetarischen Ernährung ist für jede Lebensphase geeignet, inklusive während der Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und in der Pubertät …“ Nachzulesen unter: http://www.eatright.org/Public/Files/veg.pdf

Prof. Dr. Claus Leitzmann vom ernährungswissenschaftlichen Institut der Universität Gießen machte folgende Feststellung zur veganen Ernährung: „Studien mit vegan lebenden Menschen, die weltweit, aber auch von uns durchgeführt wurden, zeigen, dass Veganerlnnen im Durchschnitt deutlich gesünder sind als die allgemeine Bevölkerung. Körpergewicht, Blutdruck, Blutfett- und Cholesterinwerte, Nierenfunktion sowie Gesundheitsstatus allgemein liegen häufiger im Normalbereich.“

Den Eltern kann man zwar vorwerfen, dass sie wahrscheinlich die Erkrankung und deren Schwere falsch eingeschätzt, deswegen das Kind nicht ins Krankenhaus gebracht und so einer lebensrettenden Therapie entzogen haben, ihnen aber die vegane Ernährung als quasi per se ungesunde und todbringende Ernährungsform vorzuwerfen, ist absurd. Das Kind ist ja gerade deshalb gestorben, weil es keine Nahrung aufgenommen hat. Hätte es die vegane Ernährung aufgenommen und wäre die Lungenentzündung ärztlich behandelt worden, wäre es nicht gestorben. Dieser Fall ist typisch dafür, wie die Fleischindustrie („Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“ etc.) es geschafft hat, Behörden, Staatsanwälte, Presse und die Öffentlichkeit durch ein geschicktes Marketing zu täuschen und zu manipulieren. Die Wahrheit ist: Fleisch und tierische Fette machen krank und sind für eine Reihe von Erkrankungen wie Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen verantwortlich.



Dr. med. Ernst W. Henrich