Veterinäramt soll Eisbär Wilbär und seine Mutter vor möglichen Schäden bewahren
PETA Deutschland e.V. will mögliche Zwangstrennung verhindern
Stand: 30. April 2009
Kontakt: Frank Albrecht, Tel. 07156/ 178 28 - 35
Gerlingen / Stuttgart – In einem Schreiben an das Stuttgarter Veterinäramt hat PETA Deutschland e.V. die mögliche Pläne der Wilhelma, Eisbär Wilbär von seiner Mutter Corinna unter Zwang und zu früh zu trennen erneut kritisiert und die zuständige Veterinärkontrollbehörde aufgefordert einzuschreiten. Der Tierrechtsorganisation betont in ihrer Anzeige nochmals, dass es ihr um eine ausreichende Sozialisierung von Wilbär und um das Wohlbefinden von Mutter und Kind ginge und man nicht die Abgabe von Wilbär in eine viel bessere Haltungsbedingung verhindern wolle. Die bisherigen Begründungen der Wilhelma für eine zu frühe Abgabe betrachtet die Organisation für haltlos.
„Laut einer Untersuchung im Jahr 2006 wiesen mehr als 90 Prozent von 33 untersuchten Zoo-Eisbären Stereotypien auf. Unsere Bedenken, dass Wilbär durch eine mögliche Zwangstrennung ebenfalls Gefahr läuft später Verhaltensstörungen auszubilden, sind also berechtigt“, so Frank Albrecht, Zooexperte bei PETA Deutschland e.V. „Auch der erhebliche Stress und die erheblichen Leiden die eine tierschutzwidrige Zwangstrennung für Mutter und Kind bedeuten, sind durch nichts zu rechtfertigen.“
Nach Meinung der Tierrechtsorganisation war eine natürliche Abnabelung, wie von der Wilhelma bisher immer wieder bekundet, wohl doch nicht wirklich vorgesehen. Denn noch immer zeigen Mutter und Wilbär ein sehr harmonisches Miteinander obwohl der Abgabetermin demnächst ansteht. Auch bezeichnet PETA Deutschland e.V. die Aussagen der Wilhelma, das es im Sommer für eine Reise von Wilbär zu heiß sei und ein Termin im Herbst, aufgrund von möglichen Aggressionen, nicht in Frage käme, als „typische Zoomärchen“. Zudem sagt die Wilhelma selbst: „Freie Plätze für junge Eisbären gibt es derzeit genug.“
„Professionelles Tiertransportunternehmen können ihre Transportwagen weit herunterkühlen. Von solch eisbärtypischen Temperaturen, träumt jeder in europäischer Sommergefangenschaft lebender Eisbär. Und die Eisbärenanlage in Stuttgart bietet ausreichend Möglichkeiten Wilbär und Mutter rechtzeitig abzutrennen wenn sich eine endgültige Abnabelung abzeichnet“, so Frank Albrecht abschließend. „Und die Wahrscheinlichkeit dass sich beide am Tag-X punkt 9.00 Uhr, von den Tierwärtern unerwartet und durch einen erbitterten Todeskampf plötzlich voneinander trennen würden, liegt bei ca. 0,000000000000001 Prozent.“
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