peta.de

Netzwerk
www.peta.de/netzwerk
ThemenLifestyleAktiv werdenVideosÜber PETASpendenShop

Von Hamburg zu Veggieburg

Falls die Menge verärgerter E-Mails, die wir bei PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) in den letzten Wochen erhalten haben, ein Maßstab ist, dann verdient Deutschland eine Riesenentschuldigung. Erst im vergangenen Monat hatten wir ein Schreiben an Bürgermeister von Hamburg geschickt, in dem wir ihn baten, die Stadt zu Ehren einer herz- und tierfreundlicheren Burger-Alternative in Veggieburg umzubenennen. Außerdem hatten wir angeboten, vegetarische Burger im Wert von €10.000 an Kindertagesstätten zu spenden.

Es werden so viele Grausamkeiten gegen Tiere verübt, dass wir jede Gelegenheit ergreifen, um unsere Botschaft mit ein wenig Humor rüberzubringen. Was sind wir doch blöd.

Wir ahnten nicht, welche Auswirkung dieser Appell auf unsere Gesellschaft haben würde. Ironie hin oder her, es scheint, dass wir Blasphemie betrieben haben. Der bloße Vorschlag an die Mitbürger, sich einmal zu überlegen, von einer auf Fleisch basierenden Ernährung abzukommen, kommt nach den bei uns eingetroffenen Nachrichten zu urteilen einem Verrat und der Destabilisierung der uns bekannten Zivilisation gleich.

Doch die Wissenschaft ist auf unserer Seite. Wie auch immer Sie die Stadt nennen, in der Sie leben: Forschungen zeigen, dass Sie ein längeres, gesünderes Leben haben werden, wenn Sie tierisches Fett zu Gunsten von Gemüse, Obst, Körnern und Bohnen weglassen. Ist das wirklich ein so beängstigender Gedanke? Hinter unserem humorvollen Ruf nach Veggieburg verbirgt sich ein Schrei nach Anstand gegenüber den Tieren und Respekt gegenüber der eigenen Gesundheit. Doch dafür, dass wir ein genaues Porträt der Fleischindustrie und ihrer Auswirkungen zeichnen, werden wir von einigen gehasst, die davon profitieren, und von noch vielen weiteren, die einfach nicht über die Nachwirkungen des Fleisches auf ihrem Teller nachdenken wollen.

Überlegen Sie sich einmal, was passieren würde, wenn wir ein veganes Deutschland hätten:

* Die körperliche Gesundheit dieser Nation würde sich drastisch verbessern, während die Zahl der Fälle von Fettsucht, Herzkrankheiten, Schlaganfällen und Diabetes Typ II abstürzen würde. Die Menschen würden durchschnittlich sieben Jahre länger leben und körperlich kräftiger sein. Da Fettsucht die Gehirnfunktion zu beeinflussen scheint, würde sich die kritische Denkfähigkeit verbessern.

* Wir würden das Ende der scheinbar endlosen Fleisch-Rückruf-Aktionen erleben. Immer wieder kommt es dazu, was bedeutet, dass E.-coli-Bakterien, Listeria-Bakterien, Salmonellen oder andere muntere Organismen im Fleischangebot wucherten. Und durch diese Rückrufe wird längst nicht das gesamte verseuchte Fleisch wieder eingeholt, denn durch Fleisch erkranken z.B. laut Schätzungen der US-amerikanischen Gesundheitsbehörden jährlich Millionen von Menschen.

* Unsere Kinder wären nicht die erste Generation in der Geschichte der Menschheit, die einer Diabetes-Epidemie gegenüberstünde, die Folge von erschreckenden Ernährungsformen und Lebensweisen wäre. Momentan sind fast 20 Prozent aller deutschen Kinder übergewichtig, etwa 7 Prozent leiden unter Fettsucht. Eine neue Studie zeigt, dass einige dieser Kinder an klinischen Depressionen leiden, die schwerer sind als bei jungen Krebspatienten in der Chemotherapie.

* Deutschland ohne Fleisch ist ein Ort, wo jährlich keine 450 Millionen lebende, fühlende Wesen gezüchtet, missbraucht und wieder ausgelöscht werden. Diese „Nutztiere“, über die wir unsere Überlegenheit und Herrschaft proklamieren, verfügen über ähnliche Nervensysteme, Schmerzrezeptoren und Intelligenz wie die Hunde und Katzen, die wir in unsere Familien aufnehmen. Diese „Nutztiere“ werden derzeit als Produktionseinheiten in Fabriken betrachtet, wo sie zu Tausenden in Verschläge gepfercht werden und nichts von dem erhalten, was ihnen Wohlbefinden bereitet. Sie werden kastriert, ihnen wird der Schwanz abgeschnitten, die Hörner werden ihnen herausgerissen und der Schnabel abgehackt – und all dies ohne Betäubungsmittel.

Diese Wahrheiten anzuerkennen bedeutet nicht, dass wir Menschen mit Tieren gleichsetzen. Es bedeutet vielmehr, dass wir Mitgefühl mit Handeln gleichsetzen. Wir glauben fest daran, dass eine Gesellschaft, die auf Mitgefühl gegenüber Tieren genauso viel Wert legt wie gegenüber Menschen, eine bessere Gesellschaft ist. Wir stimmen dem großartigen Aktivisten und unverblümten ethischen Vegetarier Mohandas Gandhi zu, der, als er gefragt wurde, was er über die westliche Zivilisation dachte, antwortete: „Das wäre eine sehr gute Idee.“ Das wäre es wirklich.