Vorwürfe gegen Aigner-Ministerium zum 8. Jahrestag der Bundesratsentschließung für ein Zirkus-Wildtierverbot
Zahlreiche Prominente unterstützen PETAs Forderung
Stand: 17. Oktober 2011
Gerlingen, 17. Oktober 2011 – Heute vor acht Jahren, am 17. Oktober 2003, hat der Bundesrat die Regierung in einem Entschließungsantrag aufgefordert, Wildtiere aus Tierschutzgründen aus Zirkusbetrieben zu verbannen. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. wirft dem zuständigen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) jetzt vor, acht Jahre lang nichts gegen die unerträgliche Situation von Elefanten, Tigern, Giraffen und anderen Tieren im Zirkus unternommen zu haben. Kurz vor der neuen Bundesratsinitiative für ein Wildtier-Verbot im Zirkus, die Anfang November im Bundesrat zur Abstimmung kommt, kündigt PETA eine Verschärfung des politischen Drucks an, wenn sich das Ministerium von Ilse Aigner weiterhin weigert, dem Willen der breiten Mehrheit der Bevölkerung sowie der Politik nachzukommen.
PETAs Forderung nach einem Wildtierverbot im Zirkus haben sich auch zahlreiche Prominente angeschlossen: 32 Personen des öffentlichen Lebens hatten Ministerin Aigner in einem gemeinsam für PETA unterzeichneten Brief gebeten, endlich ein Wildtierverbot umzusetzen. Unterzeichner sind beispielsweise Journalist und Tierfilmer Dirk Steffens, Bestseller-Autorin Charlotte Link, Rock-Legende Udo Lindenberg und der international renommierte Elefanten-Experte Dr. Fred Kurt. Dieses Jahr hat sich auch Schauspielerin Cosma Shiva Hagen für PETA in einer Videoproduktion gegen die qualvolle Dressur sowie die tierquälerischen Haltungsbedingungen für Tiere im Zirkus engagiert.
PETAs Wildtier-Experte und Kampagnenleiter Peter Höffken resümiert: „Das Ministerium unter Ministerin Aigner blockiert absichtlich und wider besseren Wissens das notwendige Verbot. In acht Jahren hat sich für kein einziges Tier im Zirkus etwas verbessert. Elefanten werden nach wie vor systematisch mit dem Elefantenhaken verprügelt, weil sie nicht anders kontrollierbar sind, sie werden jede Nacht ihres Lebens und große Teile des Tages angekettet. Dies führt zu Verhaltensstörungen und frühem Tod. Tiger müssen ein hoffnungsloses Leben auf wenigen Quadratmetern führen und werden dazu noch mit der Peitsche durch die Manege getrieben.“
Die Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie auch die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Nach einer repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (2010) finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 hat der Bundesrat in einem Entschließungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließung bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 13 anderen europäischen Ländern, die bereits Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben.
Weitere Informationen:
Prominente schreiben an Bundesministerin Aigner für ein Wildtierverbot im Zirkus
http://www.peta.de/web/wildtierverbotprom.2226.htmlVideo von Schauspielerin Cosma Shiva Hagen für ein Wildtierverbot im Zirkus
http://www.peta.de/cosmazirkusInterviewkontakt:
Peter Höffken, 0162 / 6878847, PeterH@peta.de