Vorwurf der Tierquälerei im Circus Krone
Bundesrat und PETA fordern ein Verbot von Wildtieren im Zirkus
Stand: 10. Juni 2009
Bamberg, 10. Juni 2009 – Seit heute gastiert Circus Krone in Bamberg. Im Programm: Auftritte von einem Nashorn und acht Elefanten. Die Tierrechtsorganisation PETA bezeichnet die Haltung von diesen Wildtieren im Zirkus generell als Tierquälerei, da Gehege, Transporter und Dressur nicht artgerecht seien können. Besonders Circus Krone verstoße zudem immer wieder gegen bestehende tierschutzrechtliche Bestimmungen.
Seit 2008 stehen die Missstände im Circus Krone im Fokus der Behörden. Auslöser waren damals von PETA veröffentlichte Undercover-Videoaufnahmen. Das Ergebnis der offiziellen Untersuchungen: Im Februar 2009 wurde Krone wegen Tierquälerei vom Amtsgericht Darmstadt rechtskräftig verurteilt – Grund war die nicht art- und tiergerechte Elefanten- und Pferdehaltung. Im März 2009 wurde dem Zirkus ein umfangreicher Auflagenbescheid vom Kreisverwaltungsreferat München zugestellt, um die nicht zumutbare Tierhaltung zu verbessern. Im April 2009 bezeichnete ein Richter des Amtsgerichts Hagen einen Dressurakt, bei dem eine Elefantenkuh Kopf stand, als „völlig abartig“, das Verfahren wurde aber eingestellt. Aktuell befasst sich das Verwaltungsgericht Arnsberg in einem Verfahren mit diesem Dressurakt (Aktenzeichen 94 OWi 648/08 800 Js 470/08 OWi).
Bereits 2003 stimmte der Bundesrat in einer Entschließung für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus, insbesondere Affen, Elefanten und Bären könnten nicht artgerecht gehalten werden. Die vom Land Hessen ausgehende Gesetzesinitiative wurde von der Bundesregierung jedoch bis heute nicht umgesetzt. PETA fordert daher Ministerin Aigner auf, die Entschließung endlich umzusetzen. Andere europäische Länder haben bereits reagiert: So sind beispielsweise in Bulgarien, Dänemark und Österreich Wildtiere im Zirkus generell verboten; in Estland, Finnland, Malta, Polen, Schweden und Ungarn besteht ein Teilverbot für einzelne Tierarten.
Aufgrund der öffentlichen Diskussion um die Undercover-Recherchen PETAs verzichten viele TV-Sendungen zum Thema Zirkus bereits auf die Ausstrahlung von Wildtier-Dressuren, darunter die jährlich aufgezeichneten ARD-Shows „Stars in der Manage“. Die ARD verzichtete auch bei der deutschen Version des Internationalen „33. Internationalen Festivals Monte Carlo" auf die Elefanten und Tigervorführung und begründet dies u.a. auch, weil die öffentliche Diskussion im Moment nicht zugunsten von Wildtieren im Zirkus verläuft. Auch andere europäische Fernsehanstalten hätten auf Tiernummern verzichtet, um dem aktuellen Zeitgeist Rechnung zu tragen, so der Bayerische Rundfunk, der redaktionell für die ARD das Zirkusfestival betreut.
Kontakt: Carola Schmitt, Tel. 07156 / 178 28 24
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