Je mehr Fleisch wir essen, desto weniger Menschen können wir ernähren. Wachsende Fleischerträge können nur erzielt werden, indem immer mehr Getreide an immer mehr Tiere verfüttert wird. Der Konkurrenzkampf um Getreide zwischen der zunehmenden Anzahl an Fleischessern und den Armen dieser Welt verschärft sich weiter. Wenn jeder auf der Erde 25 Prozent seiner Kalorien aus tierischen Produkten bezieht, können nur 3,2 Milliarden Menschen ernährt werden. Senkt man diese Zahl auf 15 Prozent, können 4,2 Milliarden ernährt werden. Würden alle vegan leben, gäbe es genug Nahrung für 12 Milliarden Menschen. Das Worldwatch Institute bringt dies perfekt auf den Punkt: „Fleischverzehr ist ein ineffizienter Nutzen des Getreides - das Getreide wird effizienter genutzt, wenn die Menschen es verzehren. Ein ständiges Ansteigen der Fleischerträge hängt davon ab, ob Tieren Getreide gefüttert wird, was zu einem Konkurrenzkampf um Getreide zwischen der zunehmenden Zahl an Fleischessern und den Armen dieser Welt führt." (1)
Der ehemalige UN-Sonderbotschafter macht diesen Sachverhalt noch deutlicher: „Die Weltlandwirtschaft könnte ohne Probleme 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“ (2)
(Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Nahrung)
Ein Erwachsener verbrennt im alltäglichen Leben durchschnittlich etwa 2.000 Kalorien pro Tag. Wir verwenden praktisch alle Kalorien, die wir verzehren, nur dafür, uns zu bewegen, zu atmen und den alltäglichen Aufgaben nachzugehen. Dasselbe gilt für gezüchtete Tiere. Von jedem Kilogramm Futter, das an sie verfüttert wird, wird nur ein Bruchteil der Kalorien in Form von essbarem Fleisch angesetzt. Darum sagt die Compassion in World Farming ganz richtig: „Man benötigt bis zu 16 kg Getreide, um nur 1 kg Fleisch zu produzieren." (3)
Getreide zu produzieren, das dann an „Nutztiere“ verfüttert wird, verbraucht außerdem Unmengen an Wasser. Man benötigt weniger als 1.400 Liter Wasser pro Tag, um die Nahrung für einen veganen Menschen zu produzieren, aber mehr als 20.000 Liter – also über das 12-fache – um die Nahrung für einen Fleischesser herzustellen. (4) Man spart mehr Wasser, wenn man auf ein Pfund Rindfleisch verzichtet, als wenn man ein ganzes Jahr lang aufs Duschen verzichten würde.
Es erstaunt daher nicht, dass Nahrung für einen Veganer auf weniger als 700 m² Land produziert werden kann, während man über 13.000 m² Land benötigt, um die Nahrung für einen Fleischesser zu erzeugen. Wenn man all das kultivierbare Land auf der Erde gleichmäßig aufteilen würde, würde jeder Mensch 2.700 m² erhalten – mehr als genug, um sich vegan zu ernähren, aber nicht annähernd genug zum Erhalt eines Fleischessers.
Dr. W. Bello, Direktor des Institute for Food and Development Policy, stimmt zu, dass das Züchten von Tieren für Fleisch eine Ressourcenverschwendung ist: „… Fast-Food Ernährung und die Gewohnheit des Fleischverzehrs unter den Reichen auf dem Planeten unterstützen ein globales Nahrungssystem, das Nahrungsmittelressourcen von den Hungernden abzieht."
Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger, die sich mit dem Problem des Welthungers näher befasst haben, sind sich einig, dass wir über reichlich Ressourcen zur Ernährung von vegan lebenden Menschen verfügen, aber nicht annähernd genug, um unsere Fleischsucht zu befriedigen.
Quellenhinweise:
(1) www.worldwatch.org/ (Stand Feb 2011)
(2) one.wfp.org/german/?NodeID=43&k=251 (Stand: Feb.2011)
(3) „US Department of Agriculture Economic Research Service" veröffentlicht in Mark Gold and Jonathon Porritt, „The Global Benefits of Eating Less Meat", 2004, p. 23
(4) FAO, "Livestock's long shadow", Executive summary