Was Delfinarien uns verheimlichen wollen
Delfine sterben zu unserer Unterhaltung. Genau das ist die Botschaft der packenden Dokumentation „The Cove“, die hinter die Kulissen der Delfinarienindustrie blickt. Stand: 31. August 2009
Jahr für Jahr werden in dem kleinen Fischerdorf Taiji in Japan zwischen September und März über 23.000 Delfine abgeschlachtet. Genau dort wurde auch der Dokumentarfilm „Die Bucht“
(„The Cove“ ) heimlich gefilmt. Die meisten Delfine werden geschlachtet und als Fleisch verkauft. Ein toter Delfin ist ca. 600 Dollar wert.
Doch einige Delfine – ungefähr zwei Dutzend pro Jahr – werden auch an Delfinarien, Delfin-Shows und Programme in Mexiko, China, auf den Philippinen und in anderen Ländern verkauft, wo Menschen mit Delfinen schwimmen können. Diese lukrativen Verkäufe erhalten das Delfinschlachten am Leben. Ein einziger Delfin kann dabei über 150.000 Dollar einbringen.
Während der Delfintreibjagd fahren Boote hinter einer Delfinherde her und Crew-Mitglieder schlagen unter Wasser Metallstäbe zusammen, um den Tieren durch die hallenden Töne die Orientierung zu nehmen. Einige Delfine werden stundenlang gejagt. Der Fotojournalist Boyd Harnell, der das Abschlachten in Taiji im Oktober und November 2006 beobachtete, sagt: „Es war wie eine Militäroperation. … Die Jagd war unerbittlich.“
Kälber, die nicht mithalten können und von ihren Müttern getrennt werden, müssen verhungern oder werden von Haien gefressen. Die restlichen Delfine werden in eine versteckte Bucht getrieben und der Zugang wird durch Netze blockiert. So können die völlig erschöpfen Tiere nicht mehr entkommen.
Dort werden die Tiere mit Speeren erstochen oder man schneidet ihnen die Kehle mit langen Messern durch. Videoaufnahmen vergangener Schlachtungen zeigen, wie Delfine noch minutenlang in ihrem eigenen Blut zappeln. Wenn das Abschlachten zu Ende ist, ist die gesamte Bucht blutrot gefärbt.
Einem Bericht der Whale and Dolphin Conservation Society zufolge, landen Delfine, die während der Treibjagden gefangen werden, in den Delfinarien der ganzen Welt. Selbst in Ländern, in denen der Import von Delfinen die aus dem Massaker stammen verboten ist, stellen häufig Tiere aus, die vor dem Verbot gefangen wurden oder durch andere Länder eingeschleust werden, um ihren wahren Ursprung zu verbergen.
Diesen Delfinen geht es kaum besser als ihren abgeschlachteten Artgenossen. In freier Wildbahn schwimmen Delfine über 65km am Tag. In Gefangenschaft werden diese intelligenten, sensiblen Tiere in kleine Becken gesperrt. Delfine kommunizieren miteinander über Pfeiftöne, Schreie und Quietschlaute. In Delfinarien werden ihre Laute zu einem unverständlichen Gemisch von Nachklängen. Die meisten Einrichtungen arbeiten mit den Medikamenten Maalox und Mylanta, um durch Stress ausgelöste Geschwüre bei den Tieren zu behandeln.
Louie Psihoyos, Regisseur von „The Cove“ sagte, er wollte diese Geschichte unbedingt erzählen, weil ihm etwas klar wurde: „Wenn niemand aktiv wird, dann passiert auch nichts. Ich hatte das Gefühl, dass es an der Zeit war, aktiv zu werden.“
Auch wir können aktiv werden und sagen: „Genug ist genug.“ Solange der Verkauf einiger Delfine noch den Tod vieler anderer finanziert, tragen Einrichtungen, die Delfine halten, die Mitschuld an diesem Massaker. Wenn Sie das Abschlachten von Delfinen nicht unterstützen möchten, dann besuchen Sie bitte keine Delfin-Shows oder Programme, bei denen man mit Delfinen schwimmen kann – egal ob im In- oder Ausland. Kein flüchtiger Moment der Unterhaltung ist es wert, dass Tiere dafür sterben müssen.