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Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen, dass Hummer Schmerz empfinden

Eine aktuelle Studie der EFSA (European Food Safety Authority) von Dezember 2005 besagt, dass Hummer (sowie Krabben und Krebse) höhere kognitive Fähigkeiten aufweisen, über ein komplexes Verhaltensrepertoire, ein Bewusstsein, ein Gedächtnis und komplexe Gehirnstrukturen verfügen, („perhaps analogous to human cerebral cortex“) und Schmerz empfinden können. Krebstiere werden von der EFSA in Kategorie 1 eingestuft (können eindeutig Schmerz und Stress empfinden und verdienen Schutz). Link zu der im Januar 2007 upgedateten Studie:
http://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/doc/292.pdf

Auch ein aktueller Bericht von Advocates for Animals, einer schottischen Tierrechtsorganisation, liefert umfangreiche wissenschaftliche Beweise dafür, dass Hummer, wie alle anderen Tiere auch, fähig sind, Schmerz und Leid zu empfinden. Der Bericht stützt sich auf 15 Jahre Forschung und sagt aus, dass das Verhalten der Hummer darauf schließen lässt, dass sie Schmerz empfinden, dass sie über biologische Strukturen zur Übermittlung von Schmerz verfügen und zu kognitiven Leistungen befähigt sind wie Lernen, Erinnern, Assoziieren und Verallgemeinern - die allesamt erfordern Gehirnleistungen, die ein Schmerzempfinden möglich machen. Die wichtigsten Aussagen des Berichts sind hier zusammen gefasst:

* Hummer können ein hohes Niveau an assoziativem Lernen erreichen und können Dinge in ihrer Umgebung unterscheiden. Sie können lernen, bestimmte chemische Signale mit Strafe und andere mit Belohnung in Verbindung zu bringen.

* Hummer haben ein Gedächtnis. Sie erkunden neue Umgebungen, und erkennen solche wieder, die sie bereits zuvor erkundet haben. Sie bilden stabile soziale Hierarchien und erkennen Individuen wieder, mit denen sie in der Vergangenheit gestritten haben, sie können sich an sie erinnern.

* Messungen der Hirnaktivität bei dem eng verwandten Panzerkrebs zeigen, dass sein Gehirn jeweils anders auf Interessantes bzw. Irrelevantes reagiert. Sein Gehirn zeigt außerdem "Erwartungshaltung", die beim Menschen als ein Zeichen für höhere geistige Verarbeitung im Zusammenhang mit bewusst gesammelten Erfahrungen angesehen wird.

* Hummer, die Negativereignissen ausgesetzt sind, wie z.B. Elektroschocks, reagieren darauf in ähnlicher Weise wie Säugetiere auf Schmerz. In Experimenten an Schalentieren geht man gewöhnlich davon aus, dass Elektroschocks schmerzhaft sind und setzt sie daher als aversiven Reiz ein.

* Das Nervensystem von Hummern und Krabben produziert Opioide, das sind Chemikalien, die bei Säugetieren Schmerz leiten. Sie verfügen außerdem über Opioid-Rezeptoren, die genauso zu funktionieren scheinen wie bei anderen Tieren.
Studien an Krabben zeigen, dass ihre Verteidigungsreaktion auf Elektroschocks oder auf Schläge von Morphinen reduziert wird, dass dieser Effekt Dosis-abhängig ist und dass diesem Effekt durch Naloxon, einem Opioid Antagonisten, entgegengewirkt werden kann, genauso wie es bei Säugetieren der Fall ist. Es wäre unplausibel, dass Hummer über Schmerz leitende Chemikalien und Rezeptoren verfügen und auf Schmerzmittel genau wie andere Tiere reagieren, wenn sie keinen Schmerz empfinden könnten.

Der Bericht von Advocates for Animals weist auch darauf hin, dass Hummern keine humane Rücksichtsnahme widerfährt. Man kocht sie gewöhnlich bei lebendigem Leibe. Fallen, die nicht kontrolliert werden, führen zu Tod durch Verhungern, Dehydrierung, Hitze oder Kämpfe mit anderen Hummern. Während des Transports und der Lagerung leiden sie aufgrund der extremen Beengtheit an Dehydrierung, Bakterienerkrankungen und Schalenerkrankungen. Die grobe Handhabung der Hummer verursacht offene Wunden und Verletzungen. Außerhalb des Wassers können sie nicht richtig atmen, was zu Azidose und Toxinaufbau führt, in den Becken kommt es zu Konflikten mit anderen Hummern. Sie leiden auch unter plötzlichen Temperaturschwankungen, schlechter Wasserqualität und physischen Verletzungen. Eine kanadische Studie kam zu dem Ergebnis, dass 19 Prozent der Hummer bei Ankunft in den Fabriken und Packstationen eine Schere fehlte. In Australiens Western Rock Hummerfischerei kommen im Schnitt 20 Prozent der Hummer so geschwächt in der Fabrik an, dass sie für den Lebendtransport für ungeeignet betrachtet werden. Die Sterblichkeitsrate erreicht häufig 10 bis 15 Prozent.
In Anbetracht klarer Beweise, dass es sich bei Hummern um fühlende Wesen handelt, die leiden, wenn sie falsch behandelt werden, kann die einzig ethische Schlussfolgerung nur lauten, dass jede Maßnahme angewandt werden muss, diese Tiere human zu behandeln. Grausame Praktiken wie sie beim Fang, der Handhabung und Tötung von Hummern üblich sind, sollten verboten werden.