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Zirkus Barelli-Gastspiel in Köln fällt aus – Menschenhandel und Sozialbetrug vorgeworfen

PETA fordert Beschlagnahmung der Tiere

Stand: 30. Mai 2011

Köln / Gerlingen, 30. Mai 2011 – Nach einer großangelegten Razzia bei Zirkus Barelli am 26. Mai in Nürnberg wegen Verdacht auf Menschenhandel, Zwangsbeschäftigung und Steuerhinterziehung hat Zirkus Barelli sein Gastspiel in Köln abgesagt und dessen Internetseite zufolge gibt Barelli seinen Spielbetrieb wohl sogar ganz auf. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. hatte den Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und die Veterinärbehörden letzten Donnerstag aufgefordert, den Zirkusbetrieb zu schließen sowie alle Tiere zu beschlagnahmen. Die Tierschützer führen auf ihrer Webseite schon seit Jahren eine Chronik über das Unternehmen, in der mehrere Fälle von Körperverletzung, Betrug, Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und andere Vergehen aufgeführt sind. PETA fordert nun erneut eine Beschlagnahmung der Tiere, die sich bei Barelli offensichtlich nicht in zuverlässigen Händen befinden, so wie es das Tierschutzgesetz fordert.

„Wenn Zirkus Barelli tatsächlich schließt, könnte das endlich die Rettung für die gequälten Tiere bedeuten, die der Zirkus seit Jahren mit auf Tournee nimmt! PETA lobt ausdrücklich die Haltung der Kölner Behörden, seit 2008 keine Zirkusbetriebe mit Wildtieren auf städtischen Flächen mehr zulassen, da die Bedingungen für die Tiere einfach katastrophal sind“, sagt Kampagnenleiter Peter Höffken von PETA. Gewalt und Tierquälerei sind im Zirkusmilieu weit verbreitet. PETA listet auf ihrer Webseite zahlreiche Fälle auf. Erst im letzten Monat haben sich zwei verfeindete Zirkusunternehmen in Regensburg einen Straßenkampf mit Schusswaffen und Messern geliefert. PETA sieht vor allem die Tiere in den Zirkussen als Opfer, die den gewaltbereiten Zirkusleuten schutzlos ausgeliefert sind. Die Tierschützer fordern daher alle Menschen auf, Zirkusbetriebe mit Tieren grundsätzlich zu meiden.

Sogar die Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus; ebenso die Mehrheit der Bevölkerung in der BRD. Nach einer repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 hat der Bundesrat in einem Entschließungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließung bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 13 europäischen Ländern, die bereits Verbote oder drastische Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Immer mehr Prominente sprechen sich für ein Verbot aus, darunter auch Schauspielerin Cosma Shiva Hagen, Bill und Tom von Tokio Hotel und Comedian Hella von Sinnen.

Interviewkontakt: Peter Höffken, Tel. 07156 / 17828-18, PeterH@peta.de
Weitere Informationen über Zirkus Barelli: http://www.peta.de/web/home.cfm?p=2426
Druckfähige Fotos von Tieren im Zirkus: http://www.fotos.peta.de/categories.php?cat_id=33
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