Zirkus Charles Knie auf „Tortour“ in Aachen
PETA übt scharfe Kritik an der Stresstournee für die TiereStand: 16. Juli 2012
Aachen / Gerlingen, 16. Juli 2012 – Angesichts des am morgigen Dienstag beginnenden Gastspiels von Zirkus Charles Knie in Aachen im Rahmen der Deutschlandtour durch rund 50 Städte wirft die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. dem Zirkus einen rücksichtslosen und tierquälerischen Umgang mit den rund 100 Tieren vor. Insbesondere die Wildtiere wie Elefanten, Zebras oder Seelöwen leiden erheblich unter dem ständigen Ortswechsel und den damit einhergehenden langen Standzeiten auf den Tiertransportern. Im März war sogar ein Känguru aus dem Zirkus ausgebrochen und hat den Verkehr auf einer Landstraße gefährdet, bevor das Tier von der Polizei eingefangen werden konnte. PETA fordert das zuständige Veterinäramt zu strengen Kontrollen auf. Weiterhin appelliert die Organisation an die Aachener Bürger, sich die Frage zu stellen, ob ein Besuch des Zirkusses mit ihrem Gewissen zu vereinbaren ist.
„Die Akkord-Tournee bedeutet nach unserer Auffassung erheblichen Stress für die Elefanten oder Seelöwen, aber auch für alle anderen Tiere, deren Bedürfnisse offensichtlich hinter wirtschaftlichen Interessen zurückstecken müssen“, sagt Peter Höffken, Wildtierexperte und Kampagnenleiter bei PETA. „Tiere haben im Zirkus ohnehin nichts zu suchen, aber was dieser Zirkus den Tieren gerade auf dieser Akkord-Tournee zumutet, kommt der Tierquälerei gleich.“
Zirkus Charles Knie und auch sein derzeitiges Elefanten-Engagement mit Elvis Errani stehen schon lange in der Kritik von PETA. Bei zurückliegenden Gastspielen von Elvis Errani wurde häufig das erforderliche Außengehege für die Elefanten nicht aufgebaut, sodass die Tiere angekettet im engen Stallzelt stehen mussten.
Die
Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie auch die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Drei repräsentativen Umfragen von
2010 und
2011 zufolge finden rund zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 und nochmals Ende November 2011 hat der Bundesrat in zwei
Entschließungsanträgen ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließungen bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 14 anderen europäischen
Ländern, die bereits Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Zuletzt hat Griechenland 2012 ein Verbot von Tieren in Zirkusbetrieben beschlossen.
Immer mehr Prominente sprechen sich für ein Verbot aus, darunter auch Rocklegende
Udo Lindenberg,
Bill und Tom Kaulitz von Tokio Hotel, FC-Bayern-Star
Rafinha, Schauspielerin
Cosma Shiva Hagen und Komödiantin
Hella von Sinnen.
Auch viele Kinder und Jugendliche sprechen sich für ein Wildtierverbot im Zirkus aus und setzen sich dafür mit
Aktionen, Texten und Gedichten im Kinder- und Jugendportal von PETA ein. Auf
PETAKids.de finden junge Tierschützer zahlreiche
Informationen über Tiere im Zirkus.