Zootierhandlungen: Tierqual zu Dumpingpreisen
Stand: 12. 10.2007
Zoohandlungen bedienen sich der natürlichen Anziehung, die von Welpen, kleinen Kätzchen und anderen Tieren ausgeht. Deshalb ist der Handel mit so genannten Heimtieren in den letzten Jahren bedauerlicherweise wieder im Wachsen. 23,2 Millionen Heimtiere leben derzeit in Deutschland, der Gesamtumsatz der Heimtierbranche beträgt einige Milliarden Euro pro Jahr. (1) Doch welches unvorstellbare Leid darin inbegriffen ist, kann man sich nur schwer vorstellen. Da es – im Gegensatz zu anderen Ländern – hierzulande bisher keine spezifischen gesetzlichen Regelungen für den Zoohandel gibt, befinden sich jährlich Millionen Lebewesen in einen quasi „rechtsfreien Raum“. Sie sind somit der Willkür und der Profitmaximierung einiger Menschen unterworfen, die sie als „Stück“ anpreisen.
Woher kommen die Tiere?Zoohandlungen schaffen in der Regel keine Transparenz über Herkunft und Transport ihrer Tiere. Wahrscheinlich sollen Massenzuchtanlagen vor dem Käufer verheimlicht werden. Denn besonders das Geschäft mit Jungtieren von Großhändlern floriert. Mit ihnen erzielt man dreimal so viel wie mit ausgewachsenen Tieren. Die Gewinnspanne macht dabei die Masse, das Individuum zählt nichts!
Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass Tropenfische teils mit äußerst rabiaten Methoden gefangen werden. Der Großteil der Tiere überlebt den Transport nicht. Laut dem Berliner Tierschutzbeauftragten sterben sogar 90% der importierten Fische! (2) Vögel werden in enge Röhren, winzige Boxen, Käfige oder behelfsmäßige Transportbehälter gezwängt, in denen sie unter Hitze oder Krankheiten leiden.
Hochsensible Exoten wie Präriehunde, Gürteltiere, Waschbären, Weißbüscheläffchen oder Faultiere, die durchaus in deutschen Zoohandlungen zu haben sind, werden rücksichtslos aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen, um getrennt von ihrer Familie ein Leben in Gefangenschaft zu fristen. Die artgerechte Haltung mit ihren hohen Anforderungen ist in Privathaushalten oder Zoohandlungen nicht realisierbar, was für die Tiere Krankheit, Siechtum und Tod zur Folge hat.
Die Situation für die Tiere In vielen Zoohandlungen sind die Behältnisse für Nagetiere zu klein und/oder mit zu vielen Tieren besetzt, die sich dann oftmals gegenseitig beißen. Andererseits findet man Jung- oder Rudeltiere ohne Artgenossen in zu kleinen Behältnissen. In Vogelkäfigen findet man außer Sitzstangen häufig weder Sand noch Nester, weshalb die Vögel auf dem Blechboden brüten müssen. Die Bedingungen für die rund 100 Millionen Fische in den etwa 2 Millionen Aquarien in Deutschland, sind auch nicht besser. Fische sind Wirbeltiere und haben gleichfalls ein Schmerzempfinden. Fehlen in den Aquarien Versteckmöglichkeiten, sind sie mangelhaft ausgestaltet oder viel zu klein – wie leider allzu oft – kommt es zu Stress und nicht selten zum Tod der Tiere.
In den Zootierhandlungen mangelt es sowohl an ordentlicher tierärztlicher Versorgung als auch an fundierter Beratung des Käufers – denn es gibt bisher keine qualifizierte Berufsausbildung für den Zoofachhandel. Sogar die staatliche Kontrolle versagt, so dürfen Händler ständig „vorübergehend“ Leitlinien unterschreiten. Tieren wird hier die Schmerzempfindlichkeit und Individualität aberkannt, nur die „Ware Tier“ zählt. Daher werden zum Teil kranke und verletzte Tiere verkauft. Die Handhabung eines Krankheitsfalls in einem der größten Gartencenter etwa, sieht bei erfolgloser Behandlung eines Tieres dessen Tötung und anschließende Entsorgung über die Restmülltonne vor.
Tiere, die kein neues Zuhause finden werden teilweise rücksichtslos erschlagen und sogar an Lieferanten für Frostfutter verkauft, wo sie im Internet für unter 5 Euro „das Stück“ zu haben sind. Mäuse werden bei lebendigem Leib eingefroren, ebenso Reptilien, wenn sie nicht zuvor durch Genickbruch getötet wurden. Die große Menge der Nagetiere wird heutzutage nur noch gezüchtet, um als „Futtertiere“ für Exoten herzuhalten.
Die ExotenDerzeit gibt es etwa 420.000 Terrarien mit ca. 600.000 Tieren wie Schlangen, Echsen oder Spinnen, die ihr Unwohlsein weder durch Laute noch durch Verhaltensauffälligkeiten kundtun können. Diese Exoten leiden neben unsachgemäßer Einrichtung und Klimatisierung der Terrarien auch oftmals an mangelnder Sachkunde ihrer „Besitzer“. Die meisten Menschen verstehen die Bedürfnisse und Verhaltensweisen dieser Tiere nicht, was in einer falschen Ernährung und einer unzulänglichen tierärztlichen Versorgung resultiert. Dazu kommen Konflikte, wenn Tiere ihre volle Größe oder Geschlechtsreife erreichen und ein aggressives Verhaltensweisen zeigen, zu denen auch die Frustration der Gefangenschaft oder zu enge Behältnisse beitragen. So kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen mit entflohenen oder ausgesetzten Exoten. 2006 gab es über 700 Unfälle mit giftigen Wildtieren wie Schlangen oder Spinnen. (3)
Zoohandlungen können nur solange ihren schmutzigen Handel auf Kosten der Tiere betreiben, wie es die Kunden zulassen. Deshalb: