Zoos schweigen zum Elefantenmassaker
Von Debbie Leahy
Das geplante Massaker an tausenden wilden Elefanten in Südafrika, hat einen internationalen Aufschrei erklingen lassen, doch die Zooindustrie schweigt. Zoos werben mit ihren Programmen zum Erhalt der Elefantenpopulation und doch hat sich noch kein US Zoo den zahlreichen hoch angesehnen Wissenschaftlern angeschlossen, die sich gegen das groß angelegte Töten einer Spezies wenden, die eh schon vor dem Aussterben steht.
Das Abschlachten wird vor dem Kontext des Erhalts der Artenvielfalt durchgeführt – obwohl es keine wissenschaftlichen Beweise dafür gibt, dass Elefanten eine Gefahr darstellen. Elefanten zu töten, um ein nicht existierenden „Problem“ zu lösen, ist willkürlich, reflektiert veraltete Prinzipien des Umgangs mit Wildtieren und ist wissenschaftlich unbegründet.
Elefanten sind soziale, intelligente Tiere. Sie empfinden Freude, Wut, Trauer und Mitgefühl. Sie wägen Dinge gegeneinander ab, spielen, haben herausragende Gedächtnisse und leben in Freiheit doppelt so lang wie in Gefangenschaft. Männliche Jungtiere bleiben bis zu 15 Jahre lang im Kreise ihrer weitreichenden Familienangehörigen; Weibchen verbringen ihr gesamtes Leben mit der Familie. Elefanten haben ausgeklügelte Kommunikationssysteme. Ihre Trauerrituale nach dem Tod eines Familienmitglieds übersteigen die unseren bei Weitem.
Einen Elefanten zu töten – in diesem Fall sogar tausende – reißt ganze Familien auseinander und traumatisiert die Überlebenden für den Rest ihres Daseins. Sollte das südafrikanische Elefantenmassaker wirklich stattfinden, wird man verängstigte Elefanten mit Hilfe von Hubschraubern in Herden zusammentreiben, während Menschen am Boden und in der Luft das Feuer auf sie mit schweren Waffen eröffnen werden. Die afrikanische Savanne wird sich in ein blutgetränktes Schlachtfeld verwandeln. Über Meilen hinweg werden die Familienmitglieder der Elefanten ihre Todesschreie hören.
Die Zooindustrie wird zu diesem Blutbad beitragen, indem sie die verängstigten und verwaisten Jungtiere kaufen und auf der ganzen Welt in kleinen Gehegen ausstellen wird. So schrecklich sich das auch anhören mag: genauso haben viele Zoos in nicht allzu ferner Vergangenheit wilde Elefanten unter dem Deckmantel der „Rettung“ bekommen.
Abgesehen von den unfassbaren Grausamkeiten, gibt es auch pragmatische Gründe, dieses Abschlachten abzulehnen. Für die südafrikanische Wirtschaft spielt der Ökotourismus eine entscheidende Rolle. Viele zahlende Touristen kommen nach Afrika, um wildlebende Elefanten zu sehen. Das groß angelegte Töten der Elefanten, wird dieser Einkommens-quelle sicherlich schaden.
Elefantenexperten haben einige humane und mitfühlende Alternativen vorgeschlagen: die Reduzierung der künstlich angelegten Wasserlöcher, um Elefanten in bisher wenig genutzte Gegenden „umzuleiten“; die Ausweitung geschützter Lebensräume für Elefanten durch den Anschluss an angrenzende Gebiete; die Anlegung von Migrationskorridoren in andere Regionen; die Entwicklung lokal angesiedelter Wildtierschutzprogramme außerhalb bereits bestehender Schutzgebiete, um den Tourismus in nahegelegenen ländlichen Gegenden zu verbessern; der Schutz gefährdeter und wichtiger Gegenden durch die Aufstellung und Instandhaltung von Zäunen und den Einsatz anderer nicht tödlicher Abschreckungsmaßnahmen; sowie der Einsatz von Verhütungsmitteln – eine erschwingliche Methode mit minimalem menschlichen Eingriff, die die Zahlen einer großen Elefantenpopulation deutlich verringern kann.
Zoos sollten allen voran diesen grausamen und fehlgeleiteten Plan verhindern. Sie sollten sich an südafrikanische Behörden wenden und sie auffordern, das Töten zu verhindern. Jeder einzelne Zoo in den Vereinigten Staaten muss klarstellen, dass er keine verwaisten Elefanten einfangen, kaufen oder importieren wird, um so den finanziellen Anreiz für südafrikanische Autoritäten zu reduzieren.
PETA arbeitet auf den Tag hin, an dem alle Elefanten frei und ohne Angst leben können. Doch bis dahin hat die Zooindustrie die moralische Verpflichtung, sich eindeutig gegen das Abschlachten wildlebender Elefanten auszusprechen.
Debbie Leahy ist die Vorsitzende von PETAs Abteilung zum Thema Exotische Tiere in Gefangenschaft, 501 Front St., Norfolk, VA 23510; www.PETA.org.
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