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Zu wenig Geburten, Verhaltensstörungen, Aggressionen: So schlecht geht es Eisbären in deutscher Gefangenschaft

Neue PETA-Recherche / Tierrechtsorganisation schaltet Veterinärämter ein

Stand: 16. Juni 2010

Gerlingen, 16. Juni 2010 – Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. präsentierte heute in Berlin ihre brandneue Recherche zur Eisbären-Haltung in deutschen Zoos. Wie sehr leiden die arktischen Einzelgänger in Gefangenschaft? Warum werden aus Handaufzuchten oft „Problembären“? Und: Werden Eisbären im Zoo vielleicht noch eher aussterben als in Freiheit? Im Zeitraum von zwei Jahren hat PETA die 22 Gehege in allen 11 Eisbärenhaltenden deutschen Zoos besucht, die Tiere gefilmt und die Aufnahmen analysiert. Außerdem wertete die Organisation das „Internationale Eisbären-Zuchtbuch“ aus. Das Ergebnis: In Gefangenschaft lebende Eisbären zeigen stark rückläufige Geburtenraten, vermehren sich kaum. Außerdem haben die Eisbären eine extrem hohe Kindersterblichkeit – 61 Prozent der deutschen Eisbären-Babys starben bereits unter 12 Monaten. Die Polarkreis-Bewohner haben im Zoo auch generell eine niedrige Lebenserwartung. 75 Prozent der Eisbären sterben jung, noch vor ihrem 15. Geburtstag. Zum Vergleich: Die Lebenserwartung in Freiheit beträgt 15-18 Jahre. Dazu kommt, dass 70-95 Prozent der deutschen Eisbären offensichtlich verhaltensgestört sind – besonders auch auf den neueren, etwas größeren und natunnäheren Gehegen.

Die Bären leiden an Lauf-Stereotypien, Kopf-Dreh-Stereotypien und Schwimm-Stereotypien. Und nicht zuletzt: Eisbären in Deutschland bekommen häufig Hautkrankheiten, verlieren büschelweise Haare. Aus den genannten Gründen fordert die Tierrechtsorganisation einen sofortigen Zucht-Stopp und langfristig ein Auslaufen der Eisbären-Haltung in Deutschland. „Jedem, der unsere neue Recherche sieht, ist sofort klar: Eisbären gehören nicht in Gefangenschaft!“, so Kampagnenleiter Frank Albrecht von PETA.

Die Organisation hat heute die zuständigen Behörden für sieben Zoos zur Aufhebung der Eisbären-Halte-Genehmigung aufgefordert und erwartet eine schnelle Reaktion der Behörden. Angekündigt sind dann nach einer Frist von 6 Monaten Strafanzeigen bei den zuständigen Staatsanwaltschaften. Lesen Sie hier weitere erschreckenden Fakten aus der neuen PETA-Recherche: www.freiheit-fuer-eisbaeren.de!

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